Kurden marschieren wieder durch die Innenstadt

So viel Aufwand ist mit den Kurden-Demos verbunden

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Vergangener kurdischer Demozug in Richtung Stuttgart.
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Bei den teilweise mehrtägigen Kurdenmärschen sorgen viele Polizeieinsatzkräfte für Sicherheit.

Überall Blaulicht im Herzen der City, Polizisten hoch zu Ross. Am späten Mittwochnachmittag demonstrierten wieder 90 Kurden auf dem Heilbronner Kiliansplatz für die Freiheit ihrer Landsleute. 45 Polizisten waren im Einsatz - teilweise zu Pferd. Heißt im Umkehrschluss: Auf zwei Demonstranten kommt ein Polizist. Dennoch eine Sicherheitsmaßnahme, die von großer Bedeutung ist, wie der Heilbronner Polizeirevierleiter Thomas Nürnberger betont: "Eine hohe Polizeipräsenz ist sehr wichtig. Denn: Eine Eskalation ist bei Demonstrationen schnell gegeben. Wenn Heimatkonflikte auf den Boden der Bundesrepublik Deutschland ausgetragen werden, agiert die Polizei als Schiedsrichter und schaut, dass keine Fouls passieren."

Nicht selten kommt es auf derartigen Veranstaltungen zu Ausschreitungen. Erst im vergangenen Jahr sorgten Auseinandersetzungen zwischen Versammlungsteilnehmern und Ordnungshütern für Unruhen in der Stadt, bei denen Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern verletzt wurden. Außerdem muss die Verkehrssicherheit bei mehrtägigen Protestmärschen mit Straßensperrungen bis nach Stuttgart ebenfalls gewährleistet sein. Auch deswegen gibt es immer ein großes Polizeiaufgebot bei den Kurden-Demos.

Der gestrige Protestmarsch ging friedlich zu Ende. Nürnberger: "Es gab keine Ausschreitungen. Dennoch gab es - wie so oft, wenn Türken und Kurden aufeinander treffen - verbale Auseinandersetzungen und Streitigkeiten." Handgreiflichkeiten blieben jedoch aus.

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Klar ist: Das Recht zu demonstrieren ist im Grundgesetzt verankert! Dennoch schlagen sich die vielen Demos natürlich im Haushalt nieder. Für Ausgaben zur Sicherung der Protestmärsche muss der Steuerzahler in die Tasche greifen. Zudem hat die Polizei im vergangenen Jahr nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei 22 Millionen (!) Überstunden gemacht.

Nürnberger: "Wir versuchen immer, dass solche Einsätze in den normalen Betrieb einfließen. Klar ist aber auch, dass bei einem großen Polizeiaufgebt andere Themen nicht so intensiv behandelt werden können." Das heißt im Klartext: Kommt es neben der Demo zu weiteren Konflikten, um die sich die Polizei kümmern muss, müssen andere Abteilungen wie zum Beispiel die Anzeigenaufnahme darunter leiden.

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