Diese Band sorgt beim Seefest für Stimmung

King Kongs Deoroller: "Wer zu viel probt, hat zu wenig Talent!"

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Trinkfeste Vollblutmusiker, die kein Blatt vor den Mund nehmen: King Kongs Deoroller.
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Als erste Band aus der Region schaffen sie es in die Album-Charts, spielen vor 15.000 Zuschauern und haben völlig einen an der Waffel. 

Sie sind die ganz harten Rockstars aus der Region: Die Jungs von King Kongs Deoroller. Allesamt längst verheiratete Familienväter, wohnen im Eigenheim, keiner hat Piercings und gerademal einer hat ein (!) Tattoo. Wow. Rock'n'Roll!

Das hindert die Vollblutmusiker aus Untereisesheim, Neckarsulm-Dahenfeld und Heilbronn-Kirchhausen allerdings nicht daran, sich hauptsächlich der Themen Alkohol und Geschlechtsverkehr anzunehmen. Die Männer zwischen 33 und 37 Jahren haben einfach Spaß: "Wir proben nicht so oft", verrät Steffen Kiederer, Sänger und Gitarrist der Band. "Wir haben ein einfaches Motto: Wer zu oft probt, hat einfach zu wenig Talent."

Und an Begabung scheint es der vierköpfigen Truppe nicht zu fehlen, immerhin waren sie bereits mit J.B.O. auf Deutschlandtour. Kiederer: "Natürlich spielen die besser als wir. Aber wir sind trinkfester."

Tatsächlich probt die Band nicht regelmäßig. "Wir spielen alle seit unserer Kindheit. Vor einem Festival oder Konzert wird mal drei Stunden zusammengesessen und dann läuft das", sagt Kiederer und lacht. 

Beim Seefest in der Gartenlaube

King Kongs Deoroller spielen meist eigene Songs und nur wenig Cover. Um beim Seefest eine große Menge mitzureisen, weichen sie ein kleines Bisschen von diesem Kurs ab. "Wir werden schon das ein oder andere Cover spielen", sagt Kiederer. "Aber unsere eigenen Lieder sind auch so, dass sie schnell ins Ohr gehen und die Zuhörer schnell mitsingen können." (Anmerkung der Redaktion: Wir wissen nicht, was er damit meint... *summ* Claaaaus Hipp ist der Beste, Claaaaus Hipp ist der Größte...")

Aber sie können auch anders: Romantisch. Mit ganz viel Gefühl. "Man wird halt doch ein bisschen erwachsen", sagt Kiederer und macht dabei ein Gesicht, als wollte er selbst nicht ganz wahr haben, dass es ihn erwischt hat, dieses Älterwerden. 

Über die Jahre fällt ihm in Heilbronn eines besonders auf: "Als Band mit eigener Musik hat man's hier nicht so leicht. In anderen Städten ist es Gang und Gäbe, dass am Wochenende irgendwo Live-Musik gespielt wird - also die eigenen Lieder einer Band. Das fehlt hier in der Gegend irgendwie." Steffen Kiederer hat da auch schon einen Lösungsansatz parat: "Die Heilbronner müssten einfach aufhören, weniger zu trinken, dann wären sie bestimmt empfänglicher für die Musik der Bands", sagt er und lacht. 

Deshalb sind die Band-Mitglieder zu ihren Auftritten schon mal etwas länger unterwegs. Und wer fährt? Kiederer: "Bist du verrückt? Da nehmen wir jemanden als Fahrer mit! Unser Jacky-Cola-Konsum ist fester Bestandteil eines Gigs, da is' nix mehr mit Fahren." Im Herzen ist die Truppe wohl nicht älter geworden. Oder? 

Naja, die Ehefrauen machen den Spaß sehr tolerant mit. Aber die Kinder stehen am Wochenende eben trotzdem auf der Matte. "Klar," sagt Kiederer. "Es gibt diese Momente, da fragen wir uns, ob wir zu alt für den Spaß werden. Denn wenn man erst um halb sechs ins Bett gefallen ist und um acht schreit jemand 'Papa, was machen wir heute?', dann muss man seine Prioritäten setzen."

Beim Seefest geben die Männer von King Kongs Deoroller jedenfalls Vollgas und freuen sich, in der Heimat mal so richtig einheizen zu dürfen. Der große Traum: Einmal bei Rock am Ring spielen. Kiederer: "Und wenn das passiert gibt es eine feste Abmachung mit dem Geschäftsführer der Gartenlaube: Dann trete ich im Laube-T-Shirt auf."

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