Fehler analysiert

Kinderporno-Skandal: Ermittlungsfehler haben Konsequenzen

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Im Kinderporno-Skandal verliefen die Ermittlungen nicht reibungslos. Damit dies in Zukunft nicht mehr passiert, will die Polizei an einigen Stellen nachbessern.

Bei den Ermittlungen zum Kinderporno-Skandal sind Fehler unterlaufen. Das räumte die Polizei bereits ein und hat nun nach internen Ermittlungen auch genau benannt, wo diese liegen. So erklärt Polizeipräsident Hans Becker nun, dass die berufliche Tätigkeit des Angeklagten keine besondere Rolle gespielt und zunächst vernachlässigt wurde.

Um künftig solche Fehler auszuschließen, arbeitet die Polizei Heilbronn aktuell einen genauen Maßnahmenkatalog aus, wie beim Verdacht der Kinderpornografie und aktivem Missbrauch Minderjähriger in Zukunft gehandelt werden soll. Dazu gehört auch die Bildung einer Ermittlergruppe.

"Die Belastung der Mitarbeiter ist enorm"

Die zuletzt in der Kritik stehende lange Auswertungsdauer des sichergestellten Materials führt die Polizei unterdessen auf die große Datenmenge sowie mehrere Datenträger wie PC, Laptops, Tablets, Digitalkameras oder Festplatten zurück. "Hunderttausende Bilder und tausende von Videos sind keine Ausnahme sondern die Regel", heißt es in einer Mitteilung der Polizei: "Die Belastung der Mitarbeiter ist enorm. Insbesondere auch im psychischen Bereich durch das Ansehen und Auswerten der Bilder und Videos."

Um diese Belastung besser verteilen zu können, soll demnach Personal aufgestockt werden. Dazu wird gemeinsam mit dem Landeskriminalamt geprüft, ob die technischen Möglichkeiten ausgebaut und moderne Software-Angebote werden. Darüber hinaus soll auch der Informationsaustausch zwischen den Behörden deutlich verbessert werden – damit in Zukunft noch häufiger und vor allem schneller Erfolge erzielt werden.

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