Kein Interesse an Aufklärung?

Kinderporno-Skandal: Landeskirche schiebt Heilbronn den Schwarzen Peter zu

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Die Landeskirche in Stuttgart sieht die Verfehlungen bei den Verantwortlichen aus Heilbronn. Entzieht sie sich hier der Verantwortung?

Der Schock sitzt nicht nur bei den Eltern tief. Ein mutmaßlich pädophiler Kindergarten-Erzieher hat sich um ihren Nachwuchs gekümmert. Verständlich, dass sie möglichst schnell Antworten auf die drängendsten Fragen haben wollen. Doch bei der Aufklärungsarbeit gibt die Kirche als Träger des Kindergartens keine allzu gute Rolle ab.

Schon früh wurde die Frage laut, warum der beschuldigte Erzieher erst nach Monaten freigestellt wurde. Inzwischen scheint klar, dass der für die Kindergärten zuständige Kirchenpfleger seit Sommer 2017 von den Vorwürfen wusste, die Freistellung erfolgte erst im Januar 2018. Der Kirchenpfleger ist inzwischen von seinen Aufgaben entbunden.

Doch hätte hier nicht ein übergeordnetes Kontrollorgan eingreifen müssen, also die Landeskirche in Stuttgart? Diese schiebt den Schwarzen Peter lieber ab: "Formal sei die Gesamtkirchengemeinde Heilbronn zuständig, Stuttgart habe da keinen tieferen Einblick", wird ein Sprecher in den "Stuttgarter Nachrichten" zitiert. Diese Aussage dürfte nicht nur bei den Eltern keinen guten Eindruck hinterlassen.

Zugleich ist es der nächste Tropfen auf den heißen Stein. Fast täglich erweitert sich das Bild im Kinderporno-Skandal auf diese Weise – und niemand weiß, wohin die Erkenntnisse noch führen…

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