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Kinderporno-Skandal: Die Kirche muss endlich handeln!

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Die evangelische Kilianskirche in Heilbronn.
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Anstatt endlich mal mit der ganzen Wahrheit rauszurücken, wird nur das zugegeben, was ohnehin nicht mehr zu dementieren ist.

Es ist nur noch zum Kotzen! Im Fall des Heilbronner Kindergartenleiters, dem Besitz von Kinderpornografie und schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen wird, bekleckert sich die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Heilbronn wahrlich nicht mit Ruhm. Ganz im Gegenteil! Anstatt endlich mal mit der ganzen Wahrheit rauszurücken, gibt sie nur das zu, was ohnehin nicht mehr zu dementieren ist.

Erst behauptete der mit der Aufklärung beauftragte Pfarrer Matthias Treiber, dass man erst seit 8. Januar von den Vorwürfen gegen den Erzieher gewusst habe. Später gibt man kleinlaut zu, dass die Polizei bereits im Sommer letzten Jahres den Kirchenpfleger Rolf Krieg über die Ermittlungen informiert habe. Warum Krieg, der Verantwortung für 24 kirchliche Kindergärten innehatte, monatelang nichts tat, ist bis heute nicht geklärt.

Immer die ewig gleichen Phrasen

Seit einer Woche weiß man, dass der mittlerweile verhaftete Kindergartenleiter einen Achtjährigen sexuell missbraucht haben soll. Doch von Pfarrer Treiber hört man fast täglich nur die ewig gleichen Phrasen wie: "Das Krisenteam hat die Arbeit aufgenommen" oder "Das wird seine Zeit dauern". Gleichzeitig werden im Hintergrund klammheimlich Texte und Fotos gelöscht, die im Laufe der Jahre über den mutmaßlichen Täter veröffentlicht wurden.

Wie kann man als Mann Gottes nur so scheinheilig Aufklärung predigen, aber Vertuschung praktizieren? Anstatt gezielt mit den Medien zusammenzuarbeiten, wird die Presse von einem Info-Gespräch im Heilbronner Wartberg-Gemeindehaus ausgeschlossen. Was muss denn noch alles ans Tageslicht gezerrt werden, bis die Kirche endlich handelt?

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