Der Albtraum vieler Eltern

Erschreckend: So leicht vertrauen Kinder Fremden

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In der Region gibt es viel Präventivarbeit der Polizei an Schulen.

Ein Albtraum: In den USA werden 700 Kinder gekidnappt. TÄGLICH! Und dabei wird es den Entführern teilweise unglaublich leicht gemacht. Das belegt ein Versuch, den das Sicher-Stark-Team durchgeführt hat. Nach vorheriger Absprache mit den Eltern hatten sie versucht, deren Kinder zu überreden, sie ins Haus zu lassen  - beziehungsweise diese auf dem Kinderspielplatzangesprochen und versucht, sie zum Mitgehen zu bewegen.

Mit erschreckendem Ergebnis: Die Kinder ließen die Fremden ins Haus. Und auf dem Spielplatz genügte ein kleiner, weißer Hund, damit sie Vertrauen fassten und alle Sicherheitsbedenken über den Haufen warfen. Dass dies nicht nur im fernen Nordamerika, sondern auch bei uns vor der Haustüre klappt, hat die Sicher-Stark-Organisation bei einem ähnlichen Experiment in Köln aufgezeigt.

Also wäre das jederzeit auch bei uns in der Region möglich? "Wir sind  an Grund- und weiterbildenden Schulen, um den Kindern und Jugendlichen Präventivmaßnahmen aufzuzeigen", erklärt Yvonne Schmierer, von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Heilbronn. "Wir wollen sie für mögliche Gefahren sensibilisieren, sie dazu bringen, keine Fremden reinzulassen, nicht mit Unbekannten mitzugehen oder bei ihnen ins Auto zu steigen."

Dabei lernen die Kinder, sich nicht an der Türe überrumpeln zu lassen oder auch im Internet Gefahren - zum Beispiel in Chatrooms - zu erkennen. Schmierer hat einen Tipp parat: "Am besten ist es, den Kindern ein Notfallkärtchen mit den wichtigen Telefonnummern wie Notruf, Polizei oder Feuerwehr zu geben. Wenn sie Verdacht schöpfen, wissen sie, an wen sie sich wenden können."

Aber Schmierer gibt zu bedenken: "Wir können und wollen den Erziehungsauftrag der Eltern nicht übernehmen. Sie sind der direkte Ansprechpartner für ihre Kinder. Und sie können deren Entwicklung am besten steuern." Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Die Zusammenarbeit zwischen dem Jugenddezernat und Jugendsachbearbeitern des Polizeipräsidiums Heilbronn und den Schulen funktioniert einwandfrei. Aber im verstärkten Maße stehen die Eltern in der Pflicht.

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