Rassismus- und Rechtspopulismus-Vorwürfe

Ist Kaufland rassistisch? Neuer Online-Marktplatz sorgt für jede Menge Wirbel

Das Logo von Kaufland an einer Filiale in Heilbronn.
+
Rassismus- und Rechtspopulismus-Vorwürfe: Kaufland gerät wegen seinem neuen Online-Marktplatz in die Kritik.
  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
    schließen

Der neue Online-Marktplatz beschert Kaufland mächtig Ärger - es geht um Rassismus und Rechtspopulismus.

Seit Mitte April hat Kaufland den Online-Marktplatz von real.de in seine Seite integriert - und kann fortan auf kaufland.de zweigleisig fahren. Einerseits werden die Kunden nach wie vor über die stationären Angebote in den Filialen informiert, andererseits stehen jetzt zusätzlich über 25 Millionen Artikel zum Internet-Einkauf zur Verfügung. Diese werden allerdings von rund 7.000 Händlern angeboten, für deren Produkte allerdings Kaufland verantwortlich zeichnet. Und da ist als Neuling im Giga-Online-Handel Ärger vorprogrammiert.

Neben äußerst skurrilen Produkte finden sich auf dem Online-Marktplatz von Kaufland auch erschreckende, weil sie Menschen diffamieren und diskriminieren. Wie eine von einem externen Händler angebotene 30 Zentimeter große Dekofigur, über die der SWR berichtet. Beschämender Grund: Diese stellt einen Schwarzen Mensch in dienender Haltung dar und wird als „Kartenhalter Dekofigur Kolonial Mohr‘“ angeboten.

Nach einem Hinweis entfernt Kaufland den Artikel sofort von seiner Seite. Gegenüber dem SWR teilt die zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm gehörende Supermarktkette außerdem mit: „In diesem Fall werden wir den Händler, neben der Löschung seines Angebots, abmahnen und bei einem erneuten Verstoß von einem Verkauf auf unserem Online-Marktplatz ausschließen.“ Es ist aber nicht der einzige Vorfall, der dem Vollsortimenter Ärger einbringt...

Kaufland Neckarsulm: Rassismus-Ärger wegen Online-Marktplatz - Kunden sauer

Im zweiten Fall ist eine kaufland.de-Online-Werbung der Grund für erneuten Ärger. Denn diese erscheint auf epochtimes.de, das regelmäßig über Kriminalität im Kontext von Zuwanderung berichtet und positiv über rechtspopulistische Gruppierungen berichtet. Ein Twitter-User schreibt daraufhin entsetzt an Kaufland, das auch schon Kritik für ein crossmediales Kundenversprechen ertragen musste: „Geht’s noch? Ihr verschwendet mein Geld (das ich 1x/Woche zu euch trage) auf Hate und Fake News Seiten? Stoppen! Sonst verlege ich meinen Kaufland ins Niemandsland!“ Weitere Tweets folgen.

Geht’s noch? Ihr verschwendet mein Geld (das ich 1x/Woche zu euch trage) auf Hate und Fake News Seiten? Stoppen! Sonst verlege ich mein Kaufland ins Niemandsland! 

User wendet sich auf Twitter an Kaufland

Kaufland reagiert auch auf diesen Hinweis prompt - und antwortet: „Die Anzeigenplatzierung durch Google geschieht nach Algorithmen. Epochtimes war uns bislang nicht bekannt. Daher sind wir für den Hinweis dankbar und werden diese Seite ab sofort für unsere Werbung ausschließen.“ Mächtig Anfangsstunk für ein Portal, mit dem sich der Vollsortimenter auch gegen Amazon-Angriffe wehren möchte...

UnternehmenKaufland
RechtsformStiftung & Co. KG
SitzNeckarsulm
Gründung1968
BrancheLebensmitteleinzelhandel

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema