Zunehmende Wut im Netz

Kaufland im Corona-Konflikt: Krasse Kunden-Kritik an Kassen-Mitarbeitern

Das Logo von Kaufland an einer Filiale in Heilbronn und ein medizinischer Mund-Nasenschutz.
+
Dass in manchen Kaufland-Filialen die Mitarbeiter an den Kassen keine Maske tragen, stößt vielen Kunden sauer auf.
  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
    schließen

Kaufland-Mitarbeiter an den Kassen sind aus bestimmtem Grund eine beliebte Zielscheibe für Hetze im Netz.

Je länger die Corona-Krise anhält, desto blanker liegen bei den Menschen die Nerven. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Lebensmitteleinzelhandel, der als Grundversorger weiterhin Kunden-Verkehr haben darf. In den Supermärkten und Discountern werden die zur Öffnung notwendigen Auflagen umgesetzt. Trotzdem gerät besonders Kaufland immer wieder ins Corona-Kreuzfeuer von Kunden. Zunächst wegen seiner Zugangsregeln - doch nun werden vermehrt Kassen-Mitarbeiter in manchen Filialen zur Zielscheibe der Angriffe.

An den Kassen von Kaufland entlädt sich die aufgestaute Corona-Wut der Kunden am häufigsten. Auslöser: vermeintlich nicht eingehaltener Mindestabstand anderer Kunden, Einkauf ohne Wagen, falsch sitzende Maske oder aber der Besuch mit der ganzen Familie statt alleine. Auf den Social-Media-Kanälen richtet sich der Kunden-Zorn allerdings mehr gegen die Mitarbeiter an den Kassen selbst. Obwohl diese an ihrem Arbeitsplatz durch zahlreiche Plexiglas-Scheiben besser geschützt sind als die Goldvorräte in Fort Knox.

Kaufland Neckarsulm im Corona-Konflikt: Krasse Kunden-Kritik an Kassen-Mitarbeitern

UnternehmenKaufland
RechtsformStiftung & Co. KG
SitzNeckarsulm
Gründung1968
BrancheLebensmitteleinzelhandel

Vor allem Twitter entpuppt sich als Kernzelle der digitalen Hetze gegen Kaufland, das mittlerweile über 25 Millionen Produkte anbieten kann. Zuletzt wurde Kaufland wegen eines kuriosen Funds im Onlineshop kaufland.de* zur Zielscheibe im Netz, wie heidelberg24.de* berichtet. Der von einer Userin noch freundlich formulierte Vorwurf an die zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm gehörende Supermarktkette lautet: „Wie kann es sein, dass eure Leute an den Kassen bei einer so hohen Inzidenz immer noch keine Maske tragen? Sind euch eure Kund*innen so egal?“ Andere wiederum holen gleich wieder die Keule raus - indem sie zum Beispiel schreiben: „Querdenker lieben Kaufland.“

Besteht eine gleich wirksame Schutzvorrichtung, muss keine Maske getragen werden. 

Eine Unternehmenssprecherin von Kaufland

Eine Unternehmenssprecherin von Kaufland kontert diese Vorwürfe gegenüber echo24.de. Sie verweist auf die Verordnung für Baden-Württemberg, die zwar eine generelle Maskenpflicht für den Aufenthalt in Einzelhandelsgeschäften vorschreibt, aber auch eine Ausnahme für Mitarbeiter gewährt: „Besteht eine gleich wirksame Schutzvorrichtung, muss keine Maske getragen werden. Als gleich wirksame Maßnahmen gelten der Verordnung zufolge Trennwände mit frontalem und seitlichem Schutz.“  *echo24.de und heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema