Angepasste Maßnahmen

Lockdown-Panik? Klopapier-Hamsterkäufe gehen wieder los – Kaufland, Lidl, Aldi & Co. reagieren

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
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Aus Angst vor einem zweiten Corona-Lockdown kommt es wieder zu Klopapier-Hamsterkäufen in der Region Heilbronn - doch Kaufland, Lidl, Aldi & Co. sind gewappnet.

In Deutschland steigen die Corona-Infektionszahlen auf neue Höchstwerte an. Das Land Baden-Württemberg hat am Wochenende die höchste Pandemiestufe 3 ausgerufen. Und Heilbronn ist mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 104,3 (Stand 19. Oktober) DER Hotspot mit dem höchsten Wert im Land. Hier gilt eine Maskenpflicht in der innerstädtischen Fußgängerzone, ab Mittwoch eine Sperrstunde für die Gastronomie sowie weitere verschärfte Maßnahmen, über die echo24.de aktuell berichtet. Die Menschen sind verunsichert und beginnen - aus Sorge vor einem zweiten Lockdown - mit Hamsterkäufen.

Vor allem Klopapier erfreut sich anscheinend mal wieder größter Beliebtheit. In den sozialen Medien posten die User Fotos von leeren Regalen in Supermärkten und Discountern. Sie schreiben über Kunden, die ihre Einkaufswagen voll mit Klopapier beladen haben, und regen sich über dieses „asoziale Verhalten“ maßlos auf. Zurecht, denn derartige Hamsterkäufe sind weder sinnvoll noch notwendig - wie die Großen der Lebensmittelbranche gegenüber echo24.de versichern. Rewe zum Beispiel will sogar „keine Anzeichen für Bevorratungskäufe“ festgestellt haben.

Kaufland, Lidl, Aldi & Co.: Reaktion auf Klopapier-Hamsterkäufe in Heilbronn

Der Discounter Lidl mit Sitz in Neckarsulm beobachtet die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich des Coronavirus „sehr genau“. Eine Unternehmenssprecherin teilt mit: „. Infolge der aktuellen Situation verzeichnen wir keine erhöhten Abverkäufe in unserem Sortiment. Auf eine Veränderung der Sachlage sind wir jedoch vorbereitet und können durch angepasste Maßnahmen schnell reagieren.“ Und wie sehen diese aus? „Wir werden auch zukünftig gemeinsam mit unseren Lieferanten und Logistikpartnern sicherstellen, die Filialen mit ausreichend Ware zu versorgen und die Logistiklager bei Bedarf mit in der vergangenen Situation nachgefragten Artikeln zu bevorraten.“

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Die ersten Klopapier-Regale in den Supermärkten sind jetzt schon wieder leer #gehamstert worden. Wie im Frühjahr während des #Corona-Lockdowns! In sozialen Netzwerken ergießt sich eine Foto-Flut leerer Regale. Am Samstag ging‘s mit ersten Hygiene-Hamsterkäufen in Supermärkten und Drogerien los, sonntags standen die Menschen vor Bahnhofs-Drogerien Schlange. Sogar bei Paketdiensten stieg die Zahl von #Klopapier-Lieferungen. Der Düsseldorfer Hygienepapier-Hersteller #Hakle (80 Millionen Euro Umsatz) hat auf seinem Firmengelände in Düsseldorf-Reisholz sogar schon den ersten Klopapier-Automaten Deutschlands aufgestellt, an dem man zu jeder Tages- und Nachtzeit #Toilettenpapier ziehen kann. Zwei Rollen vierlagig gibt‘s dort für 2 Euro, dreilagig mit Kamillegeruch für 1,50 Euro. Dazu gibt‘s auch Hygiene- und Desinfektionstücher. Foto: Johannes Galert

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Auch bei Kaufland, das wie Lidl zur Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm bei Heilbronn gehört, sieht man keinen Grund für Hamsterkäufe - DENN: „Unsere Filialen werden täglich beliefert, so dass die Warenversorgung sichergestellt ist. Aufgrund unserer großen Sortimentsauswahl stehen unseren Kunden bei eventuellen Engpässen immer Alternativen zur Verfügung.“ Steffen Ueltzhöfer, der in der Region Heilbronn sechs Edeka-Märkte betreibt, sieht die Versorgungslage „entspannt“ - zumal er schon während der ersten Hamsterkauf-Phase Beschränkungsmaßnahmen im Abverkauf eingeführt hat.

Keine Versorgungsknappheit mit Klopapier besteht in den Filialen von Edeka Ueltzhöfer in der Region Heilbronn.

Kaufland, Lidl, Aldi & Co.: Kein Anlass für Klopapier-Hamsterkäufe in Heilbronn

Aldi verzeichnet in seinen Filialen „einen leichten Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten“, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass KEIN Anlass für Hamsterkäufe bestehe. Eine Unternehmenssprecherin von Aldi Süd, das erst vor kurzem in seinen Märkten für eine gravierende Veränderung gesorgt hat, erklärt: „Die Nachfrage-Entwicklung berücksichtigen wir im Bestellprozess, und die Filialen beachten bei der Nachbestellung von Produkten die jeweilige Nachfrage vor Ort. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Monate beobachten wir Schwankungen sehr genau, um etwaige Lieferengpässe vermeiden zu können.“ Heißt: „Grundsätzlich sind wir auf eine steigende Nachfrage vorbereitet und erwarten derzeit keine Einschränkungen bei der Verfügbarkeit.“

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt

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