ver.di: Tarifverhandlungen gehen weiter

Streik bei Kaufland – was Kunden in Heilbronn jetzt wissen müssen

Das Kaufland-Logo an einer Filiale.
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Vor einer Heilbronner Kaufland-Filiale wird gestreikt (Symbolbild).
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Bei Kaufland wird gestreikt – ver.di Heilbronn-Neckar-Franken hat die Beschäftigten des Einzelhändlers mit Sitz in Neckarsulm erneut zur Arbeitsniederlegung aufgefordert...

Am Donnerstag wird es voll, vor eine Heilbronner Kaufland-Filiale. Der Grund: Es wird gestreikt. Die Gewerkschaft ver.di hat zu einer großangelegten Aktion aufgerufen. Hintergrund ist die fünfte Verhandlungsrunde im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel.

Denn an den vorangegangenen Verhandlungstagen über Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen für rund 490.000 Beschäftigte in der Branche gab es noch kein Ergebnis. Wie ver.di berichtet, legten die Arbeitgeber zwar ein neues Angebot vor, doch das empfanden die Gewerkschafter als „bei weitem nicht ausreichend“. Deshalb wurde es zurückgewiesen - und die Arbeitnehmer machen Druck.

Streik bei Kaufland in Heilbronn: Angebot der Arbeitgeber „inakzeptabel“

Konkret boten die Arbeitgeber eine Tariferhöhung ab 1. April 2021 über 24 Monate Laufzeit an, die folgende Konditionen enthielt:

  • 2 % mehr Geld ab 1.6.2021 (nach zwei Nullmonaten ohne Erhöhung)
  • Arbeitgeber, die noch keine „freiwilligen“ Entgelterhöhungen gewährt haben, sollen sich auch dafür entscheiden können, die 2 % erst nach weiteren acht Nullmonaten ab 1.2.2022 zu zahlen und dafür vier zusätzliche Urlaubstage in 2022 zu gewähren.
  • Im 2. Jahr der Laufzeit ab 1. Juli 2022 (nach weiteren drei Nullmonaten) eine weitere Entgelterhöhung um 1,8 %.

Ein Angebot wie dieses sei „inakzeptabel“, erklärte ver.di Verhandlungsführer Bernhard Franke. Deshalb habe die ver.di Verhandlungskommission das Angebot abgelehnt. Es gleiche „nicht einmal die aktuell prognostizierten Preissteigerungen in diesem und im nächsten Jahr aus“ - also handle es sich um programmierten Reallohnverlust über die gesamte Laufzeit, erklärte Franke.

Deshalb setzt ver.di nun die Warnstreiks im Einzelhandel fort - zum Streik vor einer Heilbronner Kaufland-Filiale am Donnerstag (23. September) sind nicht nur die Arbeitnehmer mehrerer Märkte aufgerufen, sondern auch Bundestagskandidaten und Bundestagskandidatinnen des Wahlkreises zu einem Solidaritätsbesuch eingeladen. Inwieweit auch ehemalige real-Märkte beteiligt sind, die Kaufland übernommen hat, ist nicht bekannt. Die Tarifverhandlungen mit der Arbeitgeberseite werden am 20. Oktober fortgesetzt.

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