Tierschutzverein warnt vor Unachtsamkeiten

Achtung, Gefahr für Katzen: Diese tödlichen Fallen lauern im Haushalt!

  • Julia Thielen
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Für Katzen können vermeintlich alltägliche Situationen im Haushalt schnell zur tödlichen Gefahr werden. Dabei können die Fallen mit einfachen Maßnahmen vermieden werden.

  • Katzen sind im Haushalt immer wieder Gefahren ausgesetzt.
  • Vermeintlich alltägliche Situationen werden schnell zur tödlichen Falle.
  • Mit einfachen Maßnahmen kann die Gefahr für Katzen aber vermieden werden.

Kater Conner hat nur noch drei Beine. Eines wurde ihm wegen einer schweren Verletzung im Bereich der Achsel amputiert. Das Bein der Katze hatte sich zuvor lange Zeit in ihrem Halsband verhakt und nicht nur zu einer offene Wunde, sondern auch zu einer Versteifung geführt. Trotzdem kann man sagen, dass das Fundtier des Tierheims Heilbronn damit noch glimpflich davon kam. Wie der betreibende Tierschutzverein in einer Pressemitteilung erklärt, können Halsbänder für Katzen schnell auch zur tödlichen Gefahr werden.

Tödliche Gefahr für Katzen: Fallen lauern vor allem im Haushalt

„Bei der Fellpflege, beim Spielen oder Klettern können die Tiere in den Halsbändern hängen bleiben, Quetschungen erleiden und sich strangulieren“, erklärt die Vereinsvorsitzende des Heilbronner Tierheims, Silke Anders. Auch der Deutsche Tierschutzbund warnt ausdrücklich davor, Katzen mit einem Halsband auszustatten. Stattdessen empfiehlt der Tierschutzbund: „Katzen sollten durch Chip gekennzeichnet sein.“ Ein Glöckchen zum Schutz von Fresstieren sei ohnehin nicht wirksam. „Die Katze ist ein Lauer- und Sprungjäger, kein Verfolgungsjäger.“

Doch längst nicht nur Halsbänder können für Katzen zur tödlichen Falle werden. Auch viele andere vermeintlich harmlose Alltagssituationen im Haushalt bergen Gefahren für die Miezen. Waschmaschinen, Fenster oder Plastiktüten können, unkontrolliert, zu Verletzungen oder dem Tod führen. Dabei lassen sich solch tragische Folgen durch einfache Maßnahmen verhindern.

Katzen: So vermeidest du tödliche Gefahren im Haushalt

Zunächst gilt es für Katzenbesitzer, mögliche Fallen im Haushalt und gegebenenfalls auch Garten zu erkennen und sie aus dem Weg zu schaffen. So können Katzen, vor allem wenn sie allein sind, gar nicht erst in tödliche Gefahr geraten. Der Tierschutzverein Heilbronn warnt neben Halsbändern zum Beispiel auch dringend vor gekippten Fenstern.

„Von ihnen geht eine genauso große, oft unterschätze Gefahr aus“, sagt Silke Anders vom Tierheim Heilbronn. Das Problem: Katzen wollen sich nicht selten durch die schmale Öffnung nach draußen zwängen. Dabei bleiben sie leider allzu oft hängen und rutschen dann nach und nach tiefer in den Spalt, wenn keine Rettung erfolgt. Quetschungen und das sogenannte Kippfenstersyndrom sind die Folge. Besser ist es deshalb, Fenster und auch Türen zu schließen, wenn Katzenbesitzer nicht selbst mit der Katze im Raum sind. Fenster und Türen können aber auch mit speziellen Schutzvorrichtungen für Katzen gesichert werden. So lässt sich auch verhindern, dass bei Durchzug eine zuknallende Tür versehentlich eine Katze erwischt.

Bei dem Versuch durch ein geöffnetes Fenster zu klettern, können sich Katzen schlimm verletzten.

Katzen: Der Haushalt wird schnell zur tödlichen Falle - Das kannst du dagegen tun

Auch offene Haushaltsgeräte wie Waschmaschine und Trockner haben auf Katzen eine gefährliche Anziehungskraft. Oft sind sie warm und riechen vielleicht auch noch verlockend. Schnell wird eine offene Waschmaschinentrommel so für die Mieze zum idealen Schlafplatz. Doch einmal angeschaltet, werden die vorher so gemütlichen Orte zur tödlichen Falle. Tierärzte raten deshalb dazu, Haushaltsgeräte immer zu kontrollieren, bevor sie eingeschaltet werden.

Ähnliches gilt für Herdplatten. Diese sollten unbedingt ausgeschaltet, abgekühlt und am besten ohnehin unzugänglich für Katzen sein. Auch hier lassen sich entsprechende Schutzmaßnahmen installieren. Allerdings sind Küchen auch abseits von Herd und Ofen ein ungeeigneter Spielplatz für die Samtpfoten. Zu viele spitze Gegenstände, Plastiktüten, in die Katzen ihren Kopf stecken und ersticken können, oder giftige Putzmittel lauern hier. Katzen sollten von diesem Raum nach Möglichkeit also lieber generell ausgeschlossen werden.

Ein Sprung und schon landet die neugierige Katze auf der noch heißen Herdplatte.

Tödliche Gefahr für Katzen: Wie du Fallen im Haushalt vermeiden kannst

Über die Küche hinaus sollten sich Katzenbesitzer generell den Haushalt im Hinblick auf weitere mögliche Gefahrenquellen für ihre Vierbeiner anschauen. Offen zugängliche Stromkabel, für Katzen giftige Pflanzen, heiße Bügeleisen, spitze Gegenstände oder auch offene Toilettendeckel können für kleine Stubentiger leider zur tödlichen Falle werden. Schlaue Katzen öffnen gegebenenfalls sogar Schubladen. Aber auch diese können mit speziellen Schutzvorrichtungen vor den neugierigen Miezen in Sicherheit gebracht werden.

Nicht zuletzt empfiehlt sich gerade für freilaufende Katzen auch ein Blick in den Garten. Hier legt der Tierschutzverein Heilbronn ein besonderes Augenmerk auf Regenfässer. „Die Tiere können nicht zwischen einem dunklen Deckel oder der ebenfalls dunklen Wasseroberfläche unterscheiden und springen, festen Untergrund erwartend, direkt ins Wasser. Hieraus gibt es keine Chance mehr zu entkommen: sie paddeln bis zur Erschöpfung und ertrinken dann qualvoll", heißt es in der Pressemitteilung. Zum Schutz der Katzen empfiehlt Silke Anders deshalb, Regentonnen immer mit einem Deckel zu verschließen.

Rubriklistenbild: © Silvia Marks

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