Sie sei aggressiv und unehrlich

Jetzt sprechen die Ex-Vermieter: "Jana ist ein skrupelloser Messie!"

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Die Ex-Vermieterin der beliebten Flaschensammlerin aus Heilbronn erheben schwere Vorwürfe. 
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Sie habe die Wohnung furchtbar hinterlassen und in der Nachbarschaft für Unruhe gesorgt. Geld habe sie ausreichend. 

"Sie ist ein aggressiver Mensch, der alles tut, um seinen Willen zu bekommen. Skrupel kennt diese Frau nicht. Um zu spionieren, nimmt sie fremde Post aus Briefkästen und durchsucht die Mülltonnen der Nachbarn. Die Wohnung hat sie verlassen wie ein Messie!" Was die Ex-Vermieter von Jana H. jetzt über sie erzählen, ist harter Tobak. 

Ende 2016 berichtete echo24.de darüber, dass die 75-jährige Jana H. in einem Wohnwagen haust - ohne Strom und ohne Heizmöglichkeiten. Hilfe vom Amt wollte sie nicht und eine Wohnung konnte sie nicht finden. Die Anteilnahme im Netz war riesig. "Drei Engel für Jana" setzten sich dafür ein, dass die Rentnerin schnell ins Warme kam und starteten sogar eine Spendenaktion. 

"Uns ist fast der Hut hochgegangen, als wir das gelesen haben", erzählt jetzt Janas Ex-Vermieterin Stephanie Siegmann aus Heilbronn-Neckargartach. "Das hat den Eindruck erweckt, als hätten wir die Frau ohne Vorwarnung aus der Wohnung geworfen. Mal davon abgesehen, dass das Theater mehrere Jahre gedauert hat und Jana genug Zeit hatte, um auszuziehen - es hat schon einen ordentlichen Grund, wenn eine 75-Jährige aus der Wohnung fliegt."  

Bilder: "Jana hat die Wohnung verlassen wie ein Messi"

Die Siegmanns wohnten mit Jana und weiteren Untermietern in ihrem Drei-Parteien-Haus. "Mittlerweile sind wir wegen des ganzes Vorfalls ausgezogen", sagt Siegmann.  "Als Jana bei uns eingezogen ist, hatten wir auch Mitleid mit ihr. Sie hat uns erzählt, die Kinder ihres alten Vermieters hätten sie verprügelt, alles sei furchtbar gewesen. Heute wissen wir, dass nichts davon stimmt."  

Aber was war eigentlich los? Warum der ganze Knatsch? Siegmann: "Der Auslöser war, dass Jana einen Euro monatlich für eine Bio-Tonne zahlen sollte. Einen Euro! Das wollte sie nicht, und dann ging's los." Jana habe im Hausflur ständig den Leuten hinterher gerufen und Beleidigungen ausgesprochen. Besonders Hartz-IV-Empfänger habe sie auf dem Kieker gehabt. "Und dann lesen wir, dass ausgerechnet sie bei einer netten Hartz-IV-Empfängerin über die Feiertage untergekommen ist. Und das, obwohl sie die doch immer so beschimpft hat! Es ist nicht zu fassen!" 

Irgendwann seien andere Mieter und auch die Siegmanns als "Arschlöcher" bezeichnet worden. Jana beteuerte bereits vor Gericht und auch im Dezember gegenüber echo24.de, das niemals gesagt zu haben. Die Parteien hätten sich gegen sie verbündet. Jana: "Man hat doch den anderen Mietern den Parkplatz direkt vor dem Haus angeboten, wenn sie helfen, mich aus der Wohnung zu bekommen. Es ist eine furchtbare Intrige! Ich bin doch kein böser Mensch." 

Jana habe ihre Vermieter auch bei anderen Nachbarn schlecht gemacht, sagt hingegen Stephanie Siegmann. "Und dass sie ausziehen muss, wusste sie längst. Aber sie hat sich nicht einmal nach Unterkünften umgesehen." Anderthalb Jahre lagen der Vermieterin zufolge zwischen Gerichtsurteil und Zwangsräumung. Jana habe sich konsequent geweigert, die Wohnung zu verlassen. 

Das bestätigt auch der Anwalt der Vermieter, Wolfgang Hafner. Er sagt gegenüber echo24.de, einen solchen Fall habe er selten erlebt. Hafner: "Ich verstehe nicht, warum Jana H. es bis zum letzten Tag darauf hat ankommen lassen." Der Anwalt betont außerdem, man habe angeboten, bei der Suche nach einer neuen Wohnung zu helfen, damit sie nicht am Ende auf der Straße lande. Aber das wollte sie nicht.

"Ich denke, die Frau hat bis zum Schluss geglaubt, dass sie trotz Urteils in der Wohnung bleiben wird. Es gibt doch Gesetze! Wie man sich dem Rechtsstaat so verwehren kann, ist mir unbegreiflich." Außerdem geht der Anwalt davon aus, dass viele Leute getäuscht wurden. "Nicht nur das Ehepaar Siegmann. Jana H. hatte über die Zeit ja auch drei verschiedene Anwälte - das ist unüblich." 

Mittlerweile hat Jana eine neue Wohnung und wird weiterhin von drei engagierten jungen Frauen unterstützt. Über Facebook werden Haushaltswaren gesammelt. Für Janas Ex-Vermieter ist das unverständlich - DENN: Die 75-Jährige habe doch alles, was sie braucht bei einer Firma untergestellt. 

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