Corona-Zahlen in Heilbronn auf Höchststand

Heilbronn wieder Corona-Hotspot: OB mit deutlicher Forderung zu Inzidenzwert

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Die Inzidenz in Heilbronn ist weiterhin hoch – Oberbürgermeister Harry Mergel kritisiert die Bewertung nach Neuinfektionen und fordert neue maßgebende Indikatoren für die Corona-Regeln.

Der Stadtkreis Heilbronn hat es wieder geschafft und besetzte in den vergangenen Tagen Platz eins mit der höchsten Inzidenz in Baden-Württemberg. Inzwischen liegt der Stadtkreis „nur noch“ auf Platz zwei, mit einer 7-Tage-Inzidenz von 29,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Trauriger Spitzenreiter ist momentan der Stadtkreis Mannheim mit 32,5. Sollten die Corona-Zahlen in Heilbronn weiter steigen und an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über 35 liegen, treten laut der aktuellen Corona-Verordnung strengere Regeln in Kraft.

Oberbürgermeister Harry Mergel empfindet die Regelung mit verschiedene Öffnungsstufen anhand der Neuinfektionen nicht mehr als zeitgemäß – er fordert, weitere Indikatoren neben der Anzahl an Corona-Neuinfektionen für eine Bewertung mit in Betracht zu ziehen. Der Heilbronner Oberbürgermeister verweist im SWR-Interview vor allem auf die Impfquote und die Kapazitäten auf den Corona- und Intensivstationen. „Wir haben eine hohe Impfquote im Land und wir haben auch im Krankenhaus noch Kapazitäten frei. Insofern muss künftig auch die Situation zum Beispiel bei den Intensivbetten stärker berücksichtigt werden.“

Wir brauchen andere Indikatoren, die uns sagen, wann wir wirklich in einer kritischen Situation sind. Die Inzidenz alleine ist es nicht.

Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD).

Auch Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha will sich mittelfristig davon lösen, dass Lockerungen und Beschränkungen allein die Inzidenz zur Grundlage haben. Der Grünen-Politiker baut auf die Relevanz anderer Daten.

Steigende Corona-Zahlen in Heilbronn: Mergel fordert neue Indikatoren für Corona-Regeln

Thema könnte das beim nächsten Corona-Gipfel sein. Schon länger werden Forderungen nach anderen Leitindikatoren zusätzlich oder sogar statt der Zahl an Corona-Neuinfektionen laut. In einem RKI-Dokument ist die Rede von einer „Hospitalisierung als zusätzlichem Leitindikator“. Heißt: Statt der nachgewiesene Corona-Infektionen soll die Anzahl der im Krankenhaus behandelten Corona-Patienten in den Fokus rücken. Das große Problem am Inzidenzwert ist, dass der Wert wegen der Corona-Impfungen an Aussagekraft verliert.

Am Dienstag (10. August) treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder, um über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus und auch gegen die vierte Welle zu diskutieren. Das Thema Impfpflicht steht ebenfalls auf der Agenda.

Hohe Inzidenzen im Stadtkreis Heilbronn: Forderung nach neuen Indikatoren für Corona-Regeln

Warum die 7-Tage-Inzidenz in Heilbronn so stark schwankt, kann Harry Mergel nicht wirklich erklären. Er begründet die hohen Inzidenzen mit der geringen Einwohnerzahl in Heilbronn – doch das Infektionsgeschehen bleibt trotzdem im baden-württembergischen Vergleich außergewöhnlich hoch.

Auch der Hohenlohekreis hat aktuell mit hohen Inzidenzen zu kämpfen. Inzwischen liegt der Landkreis wieder bei 22,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Ende Juli lag die Inzidenz dort mit 47 bereits knapp unter 50. Die meisten Neuinfektionen im Hohenlohekreis sind auf zwei Partys zurückzuführen. Das Problem: Zahlreiche Kontaktdaten waren entweder unvollständig hinterlegt oder nicht vorhanden. Das Gesundheitsamt ist weiterhin auf der Suche nach weiteren Kontaktpersonen. Auch in Karlsruhe gab es einen Corona-Ausbruch in einer Bar, welcher die Inzidenz in die Höhe hat schießen lassen – dort hat es ebenfalls Probleme mit der Kontaktnachverfolgung gegeben.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa/Archivbild

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