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AstraZeneca-Impfstopp: Wer in BaWü jetzt noch geimpft wird

Eine Ampulle mit AstraZeneca-Impfstoff. (Symbolbild)
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Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat starke Nebenwirkungen – die Impfungen mit dem Vakzin wurden in Deutschland vorübergehend gestoppt.
  • vonChristina Rosenberger
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Wie geht es jetzt weiter mit AstraZeneca? Vorerst sind die Impfungen mit dem britisch-schwedischen Präparat ausgesetzt...

Nach mehreren Fällen von Lungenembolien und Blutgerinnseln* nach AstraZeneca-Impfungen haben jetzt mehrere Länder einen Impfstopp beschlossen, darunter Spanien, Norwegen und Thailand. Auch Deutschland hat gestern Abend (15. März) bekannt gegeben, dass ab sofort nicht mehr mit dem britisch-schwedischen Präparat geimpft* wird. Wie echo24.de* berichtet, zog die Regierung von Baden-Württemberg sofort mit.

Aber wie geht es jetzt weiter? Vorerst sieht der Plan so aus, dass die Erstimpfungen mit AstraZeneca für die laufende Woche bis einschließlich kommenden Montag (22. März) ausgesetzt und die Termine abgesagt werden, so das baden-württembergische Gesundheitsministerium in einer Mitteilung. Das betrifft aktuell rund 15.000 Impfungen pro Tag. Spätere Termine bleiben vorerst bestehen.

AstraZeneca-Impfstopp: Wie geht es weiter?

Spätestens am Montag findet dann eine Telefonschalte der Gesundheitsministerkonferenz statt. Dabei beraten die Länder gemeinsam über den weiteren Verlauf. Und der Ausgang ist definitiv nicht klar, denn der Impfstopp ist umstritten. Ein Epidemiologe des Robert-Koch-Instituts hat die Entscheidung, vorerst nicht mehr mit AstraZeneca zu impfen, scharf kritisiert. Von 1,7 Millionen Impfungen seien sieben Fälle bekannt. Die Gefahr, an den Folgen einer Coronavirus-Infektion zu sterben, sei viel höher. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält den Impfstopp für falsch.

Baden-Württemberg hält sich allerdings bis auf Weiteres an die Empfehlung vom Paul-Ehrlich-Institut und das hatte gestern den Impfstopp empfohlen. Damit steht das Land vor großen logistischen Herausforderungen, die Impfkampagne neu auszurichten, so das Gesundheitsministerium auf Anfrage von echo24.de* Man sei unter Hochdruck dabei, Lösungen zu erarbeiten.

AstraZeneca-Impfstopp: Schlechte Nachrichten für abgesagte Termine

Für alle, die für diese Woche bereits einen Impftermin hatten, gibt es allerdings noch weitere schlechte Nachrichten: Das Gesundheitsministerium informiert nur diejenigen über ihre Absage, die bei der Terminbuchung eine korrekte E-Mail-Adresse angegeben haben. Eine telefonische Information ist laut Ministerium wegen der großen Menge an abzusagenden Terminen leider nicht für alle Betroffenen durchführbar.

Klar ist allerdings: Falls auf der Terminbestätigung der Impfstoff AstraZeneca vermerkt ist, dann entfällt der Termin. Falls aber nicht vermerkt ist, mit welchem Präparat man hätte geimpft werden sollen, dann kann man das ganz leicht am Abstand zwischen Erst- und Zweittermin feststellen. Bei einem Abstand von neun Wochen oder mehr handelt es sich um einen Termin mit AstraZeneca. Kürzere Abstände bedeuten, dass die Termine auf Biontech oder Moderna gebucht sind. Diese Impftermine finden unverändert statt.

AstraZeneca-Impfstopp: Können Termine umgebucht werden?

Leider ist es den Impfzentren nicht möglich, alle abgesagten Termine umzubuchen, denn durch den Wegfall des AstraZeneca-Impfstoffs mangelt es an Vakzindosen. Deshalb hat das Land Baden-Württemberg das Terminbuchungssystem zunächst bis einschließlich Montag, 22. März, geschlossen. Für diese Zeit können weder telefonisch noch online Termine in den Impfzentren gebucht werden. Menschen aus der ersten Prioritätsgruppe, also zum Beispiel über 80-Jährige und über 65-Jährige aus Berufsgruppen aus der ersten Priorität, haben laut Gesundheitsministerium jetzt absoluten Vorrang und werden auf eine Warteliste gesetzt oder nach Möglichkeit auf Biontech/Pfizer oder Moderna umgebucht.

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen sowie in ambulant betreuten Wohngruppen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind
  • Personen, die regelmäßig Schutzimpfungen gegen das Coronavirus durchführen
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten sowie
  • Personen, die im Rahmen der ambulanten Pflege begutachten und prüfen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren und in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden (wie z.B. Bronchoskopie)
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht - insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin oder im Rahmen der Behandlung schwer immunsupprimierter Patienten

Diese Personen werden direkt durch das Callcenter informiert, wenn ein Termin für sie verfügbar ist. Wer übrigens von heute an eine Absage für einen mit AstraZeneca gebuchten Termin erhält, der wird hinter den Menschen aus der ersten Priorität auf die Warteliste gesetzt und bekommt automatisch einen neuen Impftermin, sobald die Termine aus Priorität Eins abgearbeitet sind. M

enschen, die bereits gestern (Montag, 15. März) eine Absage erhalten haben, müssen sich laut Gesundheitsministerium leider selbst um einen neuen Termin bemühen, sobald die Terminbuchung wieder geöffnet ist. Aus technischen Gründen konnten ihre Daten wohl nicht gespeichert werden. Alle bereits gebuchten Termine mit Biontech/Pfizer oder Moderna bleiben bestehen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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