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Hohenlohekreis schränkt Wasserentnahme ein – auch Landwirtschaft betroffen

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Von: Lisa Klein

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Die Wasserpegel sind weiter gesunken. Der Hohenlohekreis schränkt die Wasserentnahme erheblich ein, auch in der Landwirtschaft. Was jetzt noch erlaubt ist.

Update vom 22. Juli: Aufgrund von zu niedrigen Wasserpegeln schränkt das Landratsamt die Wasserentnahme im Hohenlohekreis ein, wie echo24.de bereits berichtete. Über die vergangenen Tage sind die Wasserstände weiter gesunken. Das Entnehmen von Wasser aus Seen, Bächen und Flüssen zur Bewässerung ist bis mindestens 31. August 2022 untersagt. Weiterhin erlaubt bleibt das Schöpfen mit Handgefäßen wie Gießkannen oder Eimern.

Außerdem wird die Wasserentnahme in der Landwirtschaft im Hohenlohekreis eingeschränkt: Landwirte, die eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Entnahme aus oberirdischen Gewässern zur Produktion bestimmter Lebensmittel haben, dürfen vorerst nur noch 50 Prozent der genehmigten Wassermenge entnehmen. Alle anderen zugelassenen Wasserentnahmen sind ab sofort untersagt.

Hohenlohekreis schränkt Wasserentnahme ein: Was jetzt noch erlaubt ist

Update vom 21. Juli: Nachdem das Landratsamt zuerst um Zurückhaltung bei der Wasserentnahme gebeten hat, folgen nun tatsächlich Einschränkungen. Die extreme Trockenheit hält an und der Pegel an Flüssen, Bächen und Seen sinkt weiterhin. Wie der SWR berichtet, gilt daher ab sofort ein Wasserentnahmeverbot im Hohenlohekreis. Privatpersonen dürfen vorerst nicht mehr Wasser aus Flüssen und Seen pumpen, etwa um ihre Gärten zu bewässern. Weiterhin erlaubt bleibe jedoch das Schöpfen mit einer Gießkanne.

Auch im Landkreis Heilbronn könnte schon bald ein Verbot zur Wasserentnahme drohen. Wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte, nehmen auch die Wassermengen in den Fließgewässern des Landkreises Heilbronn kontinuierlich ab. Wie auch im Hohenlohekreis bittet Heilbronn um einen „eigenverantwortlichen, sparsamen und effizienten Umgang mit der Ressource Wasser.“ Das Land möchte sich besser gegen die Folgen des Klimawandels wappnen und widmet sich derzeit ebenfalls dem Thema Wasserknappheit. Baden-Württemberg kündigte Rationierungen als mögliche Maßnahme an.

Hohenlohekreis: Wasser durch Trockenheit knapp – Einschränkungen drohen

Erstmeldung vom 14. Juli: Der Sommer 2022 ist nicht nur zu heiß, sondern auch zu trocken. In Norditalien herrscht die schwerste Dürre seit 70 Jahren und auch an deutschen Gewässern geht die Trockenheit alles andere als spurlos vorbei: Der Wasserpegel der Flüsse und Bäche im Hohenlohekreis ist in den vergangenen Wochen erheblich gesunken. Laut aktuellen Prognosen bleiben Hitze und Trockenheit auch den restlichen Sommer über Thema. Um die Wassermengen nicht zusätzlich zu verringern, bittet das Landratsamt nun um Zurückhaltung und „einen verantwortungsbewussten Umgang bei der Wasserentnahme“. Andernfalls drohen Einschränkungen.

Hohenlohekreis: Niedrige Wasserpegel – Bitte um Zurückhaltung bei der Entnahme

„Oberflächengewässer sind besonders empfindliche Ökosysteme. Gerade im Sommer sind sie durch hohe Temperaturen und lang andauernde Trockenheit großen Belastungen ausgesetzt“, heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamtes. Derzeit befinden wir uns mitten in einer Hitzewelle – Experten befürchten Temperaturen von bis zu 40 Grad in Baden-Württemberg. Zum Schutz der Gewässerlebewesen muss eine Mindestwassermenge in den Flüssen und Bächen verbleiben. Durch vermehrte und teilweise unkontrollierte Wasserentnahmen wird der empfindliche ökologische Zustand der Gewässer – mit ihren Tieren und Pflanzen – zusätzlich gefährdet und kann auf Dauer zerstört werden.

Aus oberirdischen Gewässern darf nur begrenzt Wasser entnommen werden. Wasserentnahmen ohne Erlaubnis sind nur in geringen Mengen für den Gemeingebrauch zulässig, darunter das Tränken von Tieren oder das Schöpfen von Hand mit Eimern und Gießkannen. Landwirte, Gartenbaubetriebe und die Forstwirtschaft dürfen hierzu zwar auch Pumpen benutzen, allerdings darf der Abfluss des Gewässers insbesondere an den Nebengewässern von Kocher und Jagst nicht maßgeblich weiter verringert werden. Ein Aufstauen des Gewässers zur Entnahme ist ebenfalls nicht erlaubt, klärt das Landratsamt auf.

Sollte sich die Niedrigwassersituation weiter verschärfen, kann es notwendig werden, dass das Landratsamt die Wasserentnahmen weiter einschränken muss. echo24.de berichtete bereits darüber, wie es um die allgemeine Wasserversorgung in der Region Heilbronn steht. Während das Trinkwasser durch den Bodensee gesichert scheint, ist es durchaus möglich, dass es zu einer Wasserknappheit in der Landwirtschaft kommt. Abhängig ist das vor allem vom Grundwasser – und das ist aktuell in Baden-Württemberg „auf unterdurchschnittlichem Niveau“.

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