Drei Heilbronner Einsatzfahrzeuge auf dem Weg nach RLP

Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz: DRK-Helfer aus Heilbronn im Einsatz

  • Lisa Klein
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Der DRK Kreisverband Heilbronn schickt Unterstützung in das Hochwasser-Katastrophengebiet. Drei Einsatzfahrzeugen und sechs Helfern sind auf dem Weg nach Rheinland-Pfalz.

Auch Heilbronn hatte am Donnerstag (15. Juli) mit Hochwasser zu kämpfen, doch die Auswirkungen hier sind nichts im Vergleich zu der Hochwasser-Katastrophe einen Tag zuvor im Westen Deutschlands. Inzwischen ist die Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz (RLP) und Nordrhein-Westfalen (NRW) auf mindesten 95 Personen gestiegen, welche durch die Sturzfluten und den Auswirkungen des Hochwassers ums Leben gekommen sind, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Dutzende weitere Personen werden noch immer vermisst, weitere Todesopfer sind zu befürchten. Nun rücken auch Helfer aus Heilbronn im Katastropheneinsatz nach Rheinland-Pfalz aus.

DRK Heilbronn schickt Einsatzhelfer in das Hochwasser-Katastrophengebiet RLP

Die Anforderung der Oberleitstelle Baden-Württemberg von zwei Krankentransportwagen sowie einem Kommandowagen/Einsatzleitwagen traf am Donnerstag gegen 15:30 Uhr bei der Leitstelle in Heilbronn ein, wie der DRK-Kreisverband Heilbronn e.V. mitteilt. Wenige Stunden später waren bereits sechs Helfer und Helferinnen inklusive Reisegepäck und Verpflegung mit drei Einsatzfahrzeugen auf dem Weg zum Sammelpunkt an der Landesfeuerwehrschule nach Bruchsaal unterwegs.

Von dort aus wurden alle Fahrzeuge in mehrere Kontingente aufgeteilt weiter nach Rheinland-Pfalz verlegt. Der Kommandowagen Heilbronn übernahm dabei die Führung des zweiten Kontingents. Die Leitungsgruppe des DRK Heilbronn hat im Hintergrund die Arbeit aufgenommen, um im Bedarfsfalle zu unterstützen und gegebenenfalls weiteres Personal nachzusenden.

DRK-Einsatzkräfte helfen im Hochwasser-Katastrophengebiet: Gefahr besteht weiterhin

Mit einem Großaufgebot an zumeist ehrenamtlichen Einsatzkräften unterstützt das Rote Kreuz in Baden-Württemberg in den Unwettergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Auf Anforderung des Landes Baden-Württemberg werden 100 Krankentransportwagen des Bevölkerungsschutzes für die Versorgung der betroffenen Gebiete zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen Führungseinheiten sowie weiteres umfangreiches Material aus Katastrophenschutzbeständen in den Einsatz, heißt es in der Pressemitteilung.

Obwohl die heftigen Unwetter vorüber sind, ist die Gefahr nicht gebannt: Seit kurz vor Mitternacht läuft die Rurtalsperre in NRW über, „mit einer geringen Dynamik“, wie der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) mitteilt. Dadurch sei im Unterlauf der Rur mit Überschwemmungen sowie Überflutungen von Häusern und Kellern zu rechnen.

Der Wasserverband warnt, Menschen sollten sich nicht in Flussnähe aufhalten, da die Gefahr bestehe, mitgerissen zu werden. Auch sollten vollgelaufene Keller nicht betreten werden, weil die Gefahr von Stromschlägen bestehe. An besonders von Hochwasser betroffenen Stellen sei mit Evakuierungen zu rechnen.

Hochwasser-Katastrophe: Rettungskräfte auf der suche nach Vermissten in NRW und RLP

Die Rettungskräfte setzen unterdessen die Suche nach Vermissten fort. Die Bundeswehr hat zur Unterstützung inzwischen rund 900 Soldaten in die Katastrophengebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geschickt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unterstützt die betroffenen Regionen unter anderem mit Satellitenbildern. „Erste Satellitenbilder aus den vom Unwetter betroffenen Gebieten werden seit heute Morgen aufgenommen. Diese Bilder werden, sobald verfügbar, den Beteiligten im Krisenmanagement zur Verfügung gestellt“, sagt Vizepräsident Thomas Herzog dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Das BBK kümmere sich zudem auch um die Koordinierung von Hilfen, beispielsweise von Helikoptern zur Rettung von Menschen oder Zapfstellen zur Abgabe von Trinkwasser. Die Schäden durch die Wassermassen sind in beiden Ländern immens. Das Land Rheinland-Pfalz stellt als kurzfristige Unterstützung 50 Millionen Euro bereit, um etwa Schäden an Straßen, Brücken und anderen Bauwerken zu beheben. Auch die Bundesregierung plant Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zufolge ein Hilfsprogramm.

Hochwasser-Katastrophe: Politiker sichern zahlreiche Hilfen zu

Kanzlerin Merkel versichert bei ihrem Besuch in den USA mit Blick auf die Betroffenen: „Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht.“ Die Kanzlerin lässt sich nach eigenen Angaben fortlaufend über die Lage in den Hochwassergebieten informieren.

Grünen-Chef Robert Habeck spricht sich für die Auflage eines Hilfsfonds aus. „Ich fände es richtig, wenn wir jetzt sehr schnell einen Hilfsfonds auflegen, wie es 2013 auch nach dem großen Elbhochwasser der Fall war“, sagt er der Welt. „Wir müssen den Menschen in einer solchen Notsituation schnell und unbürokratisch unter die Arme greifen, und ein Teil des Geldes dafür muss aus dem Bundeshaushalt kommen.“

Die Lage ist weiterhin extrem angespannt in unserem Bundesland. Das Leid nimmt auch gar kein Ende.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Überall gehe jetzt das Wasser zurück, daher würden nun Menschen gefunden, die bei der Katastrophe ertrunken seien. „Und da könnte man eigentlich nur noch weinen. Das ist ein Horror. Das ist alles ganz, ganz schlimm, wenn Existenzen berührt sind. Wenn Häuser kaputt sind, wenn Straßen aussehen, wie wir das gesehen haben - aber dass Menschen sterben bei dieser Katastrophe, das ist wirklich ganz furchtbar“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Das nordrhein-westfälische Kabinett berät später in einer Sondersitzung über die Lage und Hilfen für die betroffenen Kommunen.

Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands: Hilfe, die ankommt

Um als Privatperson zu helfen, gibt es die Möglichkeit, für die Betroffenen der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westpfalen zu spenden. Neben Geldspenden werden auch Sachspenden für gesammelt, für alle, welche Ihr komplettes Hab und Gut durch die Fluten verloren haben. Folgende vertrauenswürdige Organisationen sammeln Spenden für die Hochwasser-Opfer:

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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