Die Waffe ist das Wort

Heilbronner Hip-Hop-Urgestein gründet Label

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"Partizanos": Die Labelgründer Nenad Jovanovic (links) und Anaid Solian sowie Sascha Vogt, der unter dem Namen Sanja Alexis rappt.
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Trap, Reggae, Dancehall... bei "Partizanos" gibt's das alles. Und zwar immer mit einer Message.

Erst kommt's rein, dann fließt's wieder raus. Auf mehreren Kanälen. "Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht, nimmt immer etwas mit. Eindrücke, die ihn verändern. Oder Ideen, die einen reißenden Gedankenstrom auslösen", erklärt Nenad Jovanovic. Und ist dieser Input erst einmal verarbeitet, fließen die Texte wie ganz von allein durch die Feder aufs Papier.

Seit mehr als 20 Jahren ist Jovanovic unter seinem Künstlernamen N.e.n.a.d. in der Heilbronner Hip-Hop-Szene aktiv, hat jede Menge Solotracks und zusammen mit seinem Kumpel Sandy Solo als Duo Mobb Fu mehrere Alben veröffentlicht. Doch jetzt ist es Zeit für den nächsten Schritt des Heilbronners. Und den leitet sein kommendes Soloalbum "Augen und Herz" ein.

Heilbronner Hip-Hop-Urgestein gründet Label

Zusammen mit seiner Freundin Anaid Solian hat er nach monatelanger Planung das Label "Partizanos" gegründet. Und der Name ist Programm. N.e.n.a.d.: "Ein Partisan ist ein Freiheitskämpfer. Und echte Guerillas sehe ich in der aktuellen Hip-Hop-Szene nirgends."

Natürlich ist das Kämpferische nicht im Sinne von physischer Gewalt zu verstehen. Es geht viel mehr um das Wort als Waffe. Und in Verse verpackte, sozialkritische Botschaften. "Wir wollen klare Messages in unseren Versen transportieren. Es geht unter anderem darum, jeden Menschen als gleichwertig zu betrachten – egal wo er herkommt. Und darum, dass unter Macht- und Profitgier, menschliche Werte erdrückt werden", erklärt N.e.n.a.d.

Welchen Rap/Hip-Hop-Stil mögt ihr am Liebsten?

Ein Dutzend Partisanen hat Jovanovic fürs Label an seiner Seite. Und die kommen aus unterschiedlichen Hip-Hop-Stilen. Der Gründer: "Bei Mobb Fu fahre ich die Old-School-Schiene. Mein kommendes Album klingt wesentlich moderner und zeigt eine weitere Facette von mir." Weitere Künstler bringen eine tanzbare Reggae- und Dancehall-Schlagseite sowie modernen Trap mit ins Labelprogramm. Andere wiederum fahren die urbane Schiene. Wie zum Beispiel der Heilbronner Sascha Vogt alias Sanja Alexis. Er sagt: "Bei mir geht's um Punchlines. Aber auch um Reflexion der Außenwelt."

Anaid Solian rappt selbst nicht. Sie ist bei "Partizanos" fürs Organisatorische zuständig. "Den Plan fürs Label haben wir seit Sommer 2016. Seither haben wir die Veröffentlichungen vorbereitet, Videos gedreht, Veröffentlichungspläne gemacht. Demnächst steht ein Mixtape an, das die Künstler des Labels vorstellt."

Und was erwartet die Hip-Hop-Community ab dem Label-Startschuss an diesem Wochenende? Solian: "Im Schnitt werden wir alle vier bis sechs Wochen was veröffentlichen." Und das heißt also für den Hörer: Jede Menge neuer Eindrücke, die im Inneren was auslösen. Und nur darauf drängen, Neues nach außen zu tragen. Sei es in Diskussionen, Texten oder gerappten Versen.

Information

Mehr zum Label "Partizanos" gibt es hier.

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