Heilbronnerin reist als Backpackerin durch die Welt

Weiblich, ledig, jung sucht… das Abenteuer – allein

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Ist zurzeit als Leichtmatrose in Thailand unterwegs: Daniela Barth aus Heilbronn.
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Daniela Barth (28) ist aus Heilbronn und liebt das Reisen – allein. Zurzeit ist sie auf einem Segelschiff in Thailand unterwegs. Manche Erlebnisse sind unvergesslich schön, manche bringen sie an ihre Grenzen.

Wenn die junge Heilbronnerin von ihrer Leidenschaft berichtet, weiß sie kaum, wo sie anfangen soll. Schon mit 23 Jahren wollte sie Surfen lernen, aber keiner ihrer Freunde mochte mit ihr dafür nach Portugal reisen. Allein hin zu fahren – das war erst mal kein Gedanke für Daniela Barth. Bis ihr jemand sagte: "Tu es einfach." Und das tat sie dann: "Ich buchte einen Flug. Ich konnte nicht glauben, wie einfach das war."

Reisen ist schon immer das Ding von Daniela Barth. Zurzeit ist sie in Thailand unterwegs. Warum sie diesen Trip macht? Sie weiß es selbst nicht so genau. "Ich wollte einfach hinaus aufs Meer und etwas Neues erleben." Eine zufällige Bekanntschaft auf Instagram bescherte ihr vorübergehend eine – weibliche - Reisebegleitung für den Flug nach Singapur und nach Vietnam, dann zog es sie aufs Meer. 

Als Frau allein auf Reisen: Unterwegs auf einem Segelboot

Auf findacrew.net stieß sie auf Captain Peter. "Er war auf der Suche nach einem Crewmitglied, da er mit seinen 77 Jahren etwas Hilfe auf dem Boot gebrauchen konnte." Der Deal war schnell klar: Daniela hilft auf dem Boot und beim Segeln, bekommt dafür freie Kost und Logis an Bord. 

So entspannt geht es am Steuer des Segelschiffs nicht immer zu. Besonders bei Sturm.

Anfang August wurde das Boot mit der jungen Heilbronnerin an Bord  ein Spielball der Naturgewalten – und die zweiköpfige Besatzung bekam es ganz gehörig mit der Angst zu tun. Ihr Plan war es, in sechs Tagen von Phuket zur Insel Langkawi zu segeln, doch unterwegs gab es Probleme mit dem Motor. Mitten in der Nacht kam dann auch noch Sturm auf. "Innerhalb einer Minute wurde der Wind so stark, dass sich das Boot komplett nach Backbord neigte. Die Reling war in einer Linie mit dem Wasser."

Gefahren unterwegs: Situationen voller Angst für Heilbronnerin

Was für eine Erfahrung muss das gewesen sein! Daniela Barth schreibt über sich und ihren wie gelähmt wirkenden Captain: "Voller Angst, aber mit ruhiger Stimme fragte ich ihn, ob wir nicht die Segel reinholen sollten." Das war das Signal. "Es war, als ob ich damit einen Schalter bei ihm umgelegt habe und er auf einmal wieder in der Lage war, zu handeln und Kommandos zu geben."

Mit vereinten Kräften zogen sie die Segel ein, das Boot stabilisierte sich etwas. Aber noch immer schlugen die Wellen über das komplette Deck. "Ich bin es gewohnt, an meine Grenzen zu gehen und mich manchmal auch in etwas gefährlichere Situationen zu begeben. Doch das war das erste Mal, wo ich wirklich Angst hatte."

Reisen als Frau allein: Manchmal gehört Glück dazu

30 Stunden später, das Boot ankerte vor einer Insel: der nächste Sturm, noch stärker als der vorherige. "Die Wellen schlugen gegen das Boot, der Wind peitschte den Regen über das Deck und Blitze erleuchteten den Himmel. Wir waren nicht sicher, ob der Anker halten wird." Ohne Motor war die Crew noch immer nicht in der Lage, das Boot zu lenken. "Wir waren den Naturgewalten komplett ausgeliefert."

Später erfuhren Daniela Barth und Captain Peter, dass das einer der schlimmsten Stürme war, den die Menschen dort in letzter Zeit erlebt hatten. "Wir hatten also sehr viel Glück." Rückblickend ist sich Daniela Barth aber sicher: "Trotz dieser beängstigenden Erfahrung werde ich auf jeden Fall wieder segeln. Eine ruhige See macht halt keinen guten Segler!"

Auf ihren Reisen macht Daniela Barth aus Heilbronn sehr schöne Erinnerungsfotos.

Das Abenteuer zu suchen, ist das eine. Aber als Frau allein unterwegs zu sein? Oft ist Daniela Barth schon gefragt worden, ob es nicht beängstigend sei, so zu reisen. "Ja, es ist manchmal etwas beängstigend, aber meine Abenteuerlust ist größer." Daniela Barth ist sicher, dass die meisten Länder sehr sicher sind, "wenn man sich vorher etwas über die Kultur informiert und sich etwas anpasst." Auf ihren Reisen habe sie viele unglaublich tolle und inspirierende Menschen getroffen. Und unter Backpackern sei es wirklich einfach, neue Freunde zu finden. 

Die Heilbronnerin, die demnächst zurückkehren und in Künzelsau studieren möchte, sagt: "Um Unglaubliches zu erleben, muss man seine Komfortzone verlassen." Auf Instagram kann man ihr unter @dani_bartini folgen.

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