Weihnachtscircus klärt auf

Nach angeblichem Skandal-Video: "Wir prüfen rechtliche Schritte"

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Alexander Lacey und seine Raubkatzen sind zum dritten Mal beim Weihnachtscircus dabei.
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Dompteur und Organisator erklären, was in dem vermeintlichen Tierqual-Video tatsächlich zu sehen ist.

Zu sehen ist auf dem Video kaum etwas. Doch das Wenige sorgte für einen Shitstorm gegen den Heilbronner Weihnachtscircus. Dabei steckt hinter einem kurzen Handyfilm, der angeblich Tierquälerei der Raubtiere beweist, etwas ganz anderes. In einem "Gegenvideo" erklärt nun Dompteur Alexander Lacey, was eigentlich zu sehen ist und warum die Aktion so aussieht, wie sie aussieht. Wegen der mutmaßlichen Verleumdung denkt der Weihnachtscircus nun auch über rechtliche Schritte nach.

Aber ganz von vorne: Auf einem Handyvideo, das eine Frau auf Facebook öffentlich gemacht hatte und das sie selbst inzwischen offenbar wieder gelöscht hat, ist aus einiger Entfernung zu sehen, wie ein Tierpfleger mit einer langen Eisenstange im Käfig eines Löwen herumstochert. Der Löwe scheint aufgebracht, aggressiv. Die Tierschutzorganisation "Peta" teilte das Video mit dem Titel "Löwe verprügelt". Dabei ist im Video überhaupt nicht zu erkennen, dass der Löwe mit der Eisenstange auch nur berührt wird.

Dompteur Lacey ist schockiert über die heftige Fehlinterpretation des Geschehenen. Deshalb hat er gemeinsam mit dem Weihnachtscircus ein "Gegenvideo" gedreht, um zu erklären, was der Tierpfleger mit der Eisenstange tatsächlich macht. "Ich habe eine großartige Verbindung zu Massai", erklärt Lacey. Der Löwe vom Video lässt sich daraufhin Streicheleinheiten seines Dompteurs gefallen. Lacey: "Was Leute unglücklicherweise nicht verstehen, ist, dass dies trotzdem ein Wildtier ist."

Genau deshalb, sei es nicht möglich beim Füttern in die Nähe der Tiere zu kommen. Auch die Raubkatzen untereinander werden getrennt, da sie sich sonst beim Streit um das Fleisch verletzten könnten. Anschließend zeigt Lacey die Fütterungszeit der Tiere. Und dann die entscheidende Handlung des Tierpflegers: Er fischt mit der Eisenstange die übrig gebliebenen Knochen aus dem Käfig der Tiere. "Währen die Knochen noch im Käfig, würden die Tiere um sie kämpfen, sobald wir sie wieder zusammenlassen", erklärt Lacey.

Laut "Heilbronner Stimme" auch für Amtstierarzt Andreas Pick eine sinnvolle Handlung. Er habe sich demnach nach Veröffentlichung des Videos auch die Eisenstangen angeschaut, diese seien abgerundet und lediglich der verlängerte Arm des Tierpflegers. Ohne könnte dieser die Knochen nicht entfernen. Lacey: "Wenn es ums Futter geht, sind die Tiere sehr viel gefährlicher."

Auch wenn das ursprüngliche Video inzwischen gelöscht ist - der Weihnachtscircus möchte aufklären und die falschen Vorwürfe keinesfalls auf sich sitzen lassen. Organisator Sascha Melnjak erklärt gegenüber echo24.de: "Wir prüfen nun, ob wir Anzeige wegen Verleumdung schalten. Es ist schade, dass unser Ruf durch so einen Quatsch gefährdet wird." 

Hinweis: Das Originalvideo wurde inzwischen gelöscht. Hier sind die Aufnahmen in einem Post der Tierschutzorganisation Peta aber noch zu sehen:

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