Wissenswertes über die Heilbronner Rathausuhr

Diese Uhr läuft seit 400 Jahren neben der Spur

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Die Heilbronner Kunstuhr schmückt das Rathausgebäude schon seit 1579
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Die Heilbronner Rathausuhr ist nicht nur DER Hingucker auf dem Marktplatz - sie überrascht auch mit vielen Details.

Für Touristen ist sie DER Hingucker im Heilbronner Stadtzentrum. Prachtvoll schmückt die im Jahr 1579/80 von Isaak Habrecht erbaute Uhr das Rathaus auf dem Heilbronner Marktplatz. 1896 wurde das historische Uhrwerk durch die Firma Philipp Hörz aus Ulm erneuert. Bei der Zerstörung Heilbronns im Jahr 1944, wurde auch die Kunstuhr von Bomben getroffen. Neun Jahre später baute die Firma Hörz erneut ein Uhrwerk – und das blieb bis heute erhalten.

 Rathausuhr Heilbronn: Meisterwerk mit drei Anzeigetafeln

Die Rathausuhr besteht insgesamt aus drei Anzeigetafeln.

Das 10,5 Meter hohe Meisterwerk besteht aus drei verschiedenen Anzeigetafeln mit vergoldeten Verzierungen und Kunst-Malereien. Ganz oben hängt die Glocke, die zu jeder Viertelstunde ertönt. Unterhalb davon befindet sich die Mondphasentafel mit dem aktuellen Mondstand. Mitten drin: die einfache Zeituhr mit römischen Ziffern. 

Wie zur Renaissance üblich, zeigt der größere Zeiger die Minuten und der kleinere die Stunden an.  Eine Besonderheit: Alle vier Stunden kräht der goldene Hahn unter der Zeituhr am Heilbronner Rathaus. Und zu jedem Stundenschlag drehen sich die seitlich der Uhr platzierten Engel. Die Widder in der Mitte, unterhalb der Zeituhr, stoßen ihre Hörner im Stundentakt aneinander.

Rathausuhr Heilbronn: Darum läuft sie seit 400 Jahren neben der Spur

Ein Schmuckstück, das seit 400 Jahren falsch läuft.

Auf der darunterliegenden Astronomischen Uhr sind der Monat, der Wochentag, die Planeten und der Stand der Sonne und des Mondes in dem jeweiligen Tierkreiszeichen abzulesen. Wer sich ein bisschen mit dem Horoskop auskennt, der merkt, dass da etwas nicht stimmen kann. Tatsächlich läuft die astronomische Kunstuhr seit mehr als 400 Jahren falsch. 

Der Grund: Die Uhr wurde um 1579/80 von Habrecht fertiggestellt – und im Jahr 1582 sind zehn Tage einfach weggefallen. Papst Gregor XIII. korrigierte damit einen Fehler des Julianischen Kalenders – so brachte er Mond und Datum in Einklang. Am Rathaus jedoch lief die besondere Kunstuhr nicht mehr korrekt und die Umstellung der Zeiger hätte noch mehr Chaos verursacht. Als die Rathausuhr restauriert wurde, hätte man den Fehler zwar beheben können - aber der Gemeinderat entschied sich dagegen.

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