Was passiert mit den restlichen Spenden?

Nach Sturm in Mosambik: Ehemaliger Heilbronner hilft vor Ort - so läuft der Wiederaufbau

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Nach der Sturm hatten die Inselbewohner keine Hoffnung mehr. Mit den Spenden wurde ihnen sehr geholfen.
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Der Heilbronner Jörg Salzer lebt in Mosambik und betreibt ein Hotel auf der Insel Ibo. Seine Schwester startete eine Spendenaktion nach einem tropischen Wirbelsturm. Seit Monaten läuft der Wiederaufbau.

+++ Update  17. September +++ Nach Sturm in Mosambik: Ehemaliger Heilbronner hilft vor Ort - so läuft der Wiederaufbau

Knapp ein halbes Jahr ist vergangen, nachdem der Wirbelsturm "Kenneth" über die Insel Ibo in Mosambik fegte. Dabei zerstörte er 90 Prozent der Gebäude und hinterließ ein Chaos aus Schlamm, Steinen und entwurzelten Bäumen. Die Menschen standen vor dem Nichts. Es gab keine Lebensmittel und nicht einmal sauberes Wasser. 

Der ehemalige Heilbronner Jörg Salzer lebt seit mehreren Jahren auf der Insel und betreibt dort ein Hotel. Nach dem Zyklon startete seine Schwester aus Heilbronn einen Spendenaufruf. Es kamen dabei mehr als 30.000 Euro zusammen. Salzer konnte mit einem Teil des Geldes Lebensmittel und Wasser für die Inseleinwohner besorgen. Später kaufte er Zement, Blechdächer und weitere Baumaterialien für den Wiederaufbau der Häuser

Nach Sturm in Mosambik: Insel Ibo zerstört - das passiert mit den restlichen Spendengeldern

Wie sieht es mittlerweile auf der Insel Ibo aus und wie geht es den Einwohnern ein halbes Jahr später? "Es geht gut voran. Wir haben jetzt noch fast 20.000 Euro von den Spenden. 10.000 Euro haben wir für die Soforthilfe verwendet. Die Kosten für den Wiederaufbau von 30 Häusern fließen in den Betrag auch mit hinein." 

Salzer ist für zwei Wochen nach Heilbronn gekommen. Er besucht seine Familie und hat auch mit seiner Schwester schon besprochen, was mit dem restlichen Spendengeldern passiert. "Wir haben uns viele Gedanken gemacht und einen Plan überlegt. Für den Wiederaufbau eines Hauses benötigt man ungefähr 300 Euro. Die Steine sind ja noch da, also braucht man noch Dachbalken, Blechdächer und Zement." Mit den restlichen 20.000 Euro kann man noch 50 Häuser wieder aufbauen. Und somit rund 350 Menschen helfen. Denn in einem Haus leben mindestens sieben Personen. Häuser sehen in Mosambik anders aus als in Deutschland. "Es gibt keine Küche und keine Toiletten. Im Haus sind oft nur Schlafräume." 

Mosambik: Sturm Kenneth zerstört Insel Ibo - Spenden reichen nicht für alle Häuser

"Es gibt leider mehr als 50 kaputte Häuser und wir haben uns gefragt: Wie sucht man aus und bleibt dabei auch noch fair?" Salzer plant ein Plakat auszuhängen, wo sich Bewohner für die Hilfe eintragen können. Es gibt aber einige Kriterien, die sie erfüllen sollten. Der "Bewerber" sollte auf jeden Fall ein Haus auf Ibo haben, welches durch den Zyklon zerstört wurde und wieder aufgebaut werden muss. Nur eine Person aus einem Haushalt darf sich einschreiben. Einwohner, deren Haus mithilfe der Spendengelder schon wieder aufgebaut wurde, werden aussortiert. Außerdem werden Haushalte bevorzugt, in denen mindestens ein Kind lebt, das zur Schule geht. Warum ist das so wichtig? Kostet der Schulbesuch etwas? "Nein, die Schule in Mosambik ist kostenlos. Nur die Uniform kostet etwas, doch das kann sich eigentlich jeder leisten. Trotzdem werden viele Kinder von den Eltern nicht zur Schule geschickt." Ob ein Kind zur Schule geht, kann Salzer überprüfen in dem es über eine "Matricula" verfügt, einen Nachweis, der belegt, dass das Kind in der Schule angemeldet ist. Nachdem die 50 Personen ausgesucht wurden, will Salzer das Material für die Häuser bestellen.

Mosambik: "Miti Miwiri Boutique" Hotel wieder geöffnet - echo24.de-Leser erhalten Nachlass bei Buchung

Salzers Hotel "Miti Miwiri Boutique" ist seit Mitte Juni wieder geöffnet."Der Zyklon wütete am 25. April. Die Renovierung und Wiedereröffnung ging wirklich schneller als gedacht. Die Anlage war voller Schlamm, entwurzelte Bäume lagen herum, sind auf das Dach des Hotels gestürzt. Der Pool war komplett braun. Nach dem Sturm habe ich wirklich versucht nicht depressiv zu werden. Ich habe gedacht: Geht es überhaupt noch weiter oder war es das jetzt?" Salzer versuchte auch die Leute zu motivieren, sagte ihnen immer wieder, dass Hilfe kommen wird. "Die Menschen konnten das nicht glauben, sagten: 'Wir werden nie wieder Häuser haben können'."

Das Bild zeigt die Verwüstung des  Hotels durch den Sturm "Kenneth".

"Ich möchte mich ganz herzlich bei allen für die Spenden bedanken." Als Dankeschön gibt Salzer einen Nachlass von 10 Prozent auf Buchungen von echo24.de-Lesern. Dazu muss man bei einer Buchung einfach "Echo24.de-Leser" angeben: mail@mitimiwiri.com

Heute ist das Hotel auf der paradiesischen Insel Ibo wieder geöffnet. 

Nicole Bauer sammelt weiterhin Spenden für den Wiederaufbau weiterer Häuser auf Ibo:

Spendenkonto:

Empfänger: Nicole Bauer 

IBAN: DE04 6405 0000 0009 2843 84

Verwendungszweck: Hilfe für Mosambik nach Zyklon Kenneth, Insel Ibo Island

Achtung! Das Spendenkonto wird Ende Oktober 2019 aufgelöst.

Im August wütete auch ein Sturm überHeilbronn und zerstörte den Circus Carl Althoff in Neckarsulm. Es musste sogar ein Pferd eingeschläfert werden.

+++ Update 28. Mai +++

Nach den tropischen Wirbelstürmen "Idai" und "Kenneth" auf der Insel Ibo in Mosambik hat sich die Lage ein wenig beruhigt. Die Einwohner aber kämpfen sich weiterhin durch die verwüstete Insel. 

Die Spendenaktion von Jörg Salzers Schwester Nicole Bauer war erfolgreich. Salzer: "Es konnten mehr als 30 Tausend Euro gesammelt werden."

Davon konnte Salzer bisher 2,5 Tonnen Reis für die Einwohner besorgen. Außerdem noch Bohnen, Mais, Zucker, Küchenöl und Tomatenpaste. "Einen Teil des Geldes habe ich für den Bau der Häuser aufgehoben. Ich habe auch schon 15 Tonnen Zement aus Tansania bestellt. Dann benötigen wir noch Blechdächer und ein paar weitere Baustoffe." 

Mithilfe der Spenden konnte Salzer Lebensmittel für die Einwohner besorgen.

"Es klappt nun auch besser mit den Hilforganisationen." Seit drei Tagen gibt es teilweise wieder Strom auf Ibo. "Von rund 800 zerstörten Häuser konnte man circa 100 mit Planen bedeckten. In einem Haus wohnt jetzt halt nicht mehr nur eine Familie sondern drei bis vier. Manche wohnen auch in Zelten."

Die Lebensmittel bringt Salzer mit Booten aus Pemba.

Die Reservierungen für sein Hotel "Miti Miwiri Boutiqe" musste er für Mai, Juni, Juli und August streichen. "Andere Hotelbesitzer haben komplett zu gemacht. Ich kann mein Hotel nicht einfach schließen. Für mich hängt zu viel dran. Ich habe hier eine Familie. Mein Sohn ist hier geboren. Meine Frau kommt von hier und ist auch gerade wieder schwanger."

Die Regenfälle auf der Insel sind nun vorüber. Die Brunnen wurden von Experten desinfiziert. Es gibt wieder trinkbares Wasser. Glücklicherweise gab es bisher auch keine Fälle von Cholera auf Ibu. 

Reis und weitere Lebensmittel werden auf die Einwohner aufgeteilt.

Nicole Bauer sammelt weiterhin Spenden für Lebensmittel und Baustoffe für die Bewohner der Insel Ibo:

Spendenkonto:

Empfänger: Nicole Bauer 

IBAN: DE04 6405 0000 0009 2843 84

Verwendungszweck: Hilfe für Mosambik nach Zyklon Kenneth, Insel Ibo Island

+++ Ursprungsmeldung vom 6. Mai +++ 

Nach dem verheerenden Zyklon "Idai" auf Mosambik folgte in kürzester Zeit der nächste tropische Wirbelsturm "Kenneth" Ende April. Tausende Menschen stehen nun vor dem Nichts - 90 Prozent der Häuser auf der Insel Ibo sind zerstört. 

Die Stromversorgung war zwischendurch unterbrochen, es mangelt an Nahrung und frischem Wasser. Eine Woche waren die Menschen von der Außenwelt abgeschottet.  Unter ihnen der Heilbronner Jörg Salzer, der auf der Insel Ibo das "Miti Miwiri Boutique Hotel" betreibt.

Starke Verwüstung auf der Insel Ibo in Mosambik: Hotelbetreiber aus Heilbronn gibt 250 Menschen Unterschlupf

Die Einwohner der Insel wussten, dass "Kenneth" kommen würde. Also suchten sie sich einen sicheren Unterschlupf. Salzer gab seinen Angestellten und deren Familien die Möglichkeit sich in dem Hotel zu schützen. 

"Der Sturm war laut, die Menschen hatten Druck auf den Ohren", erzählt Ingrid Mang, die Mutter von Jörg Salzer, die mit ihrem Sohn wenige Tage nach dem Sturm über ein Satellitentelefon Kontakt hatte. 

Jörg Salzer in seinem Hotel "Miti Miwiri Boutique"

Sturm "Kenneth" wütet auf der Insel Ibo in Mosambik: Schutt, Steine und Ruinen

Es wurde ruhig und dann kam der Schock: Ein riesiges Schlachtfeld aus umgefallenen Bäumen, Schutt, Steinen und Ruinen, überall wo man nur hinsieht. Die Fischer verloren bei dem Sturm ihre Boote. Weder ein Schiff noch ein Hubschrauber konnte auf die Insel geschickt werden, denn nach dem heftigen Zyklon regnete es mehrere Tage ununterbrochen.  

Stürme "Idai" und "Kenneth" zerstörten die Häuser auf der Insel Ibo zu 90 Prozent.

Eine Woche später kam eine Hilfsorganisation mit Zelten und Lebensmitteln.  In der Zwischenzeit versorgte Salzer 250 Menschen mit Vorräten aus seinem Hotel "Miti Miwiri Boutiqe". Er selbst verlor sein Haus ebenfalls bei dem Sturm. 

Mosambik: Stürme "Idai" und "Kenneth" forderten hunderte Menschenleben

Salzers Schwester Nicole Bauer rief daraufhin eine Spendenaktion für die Menschen auf der Insel Ibo ins Leben. Auch sein Geschäftspartner startete in Frankreich einen Spendenaufruf. Mang: "In den nächsten Tagen wird Jörg nach Pemba fahren und Lebensmittel einkaufen. In Pemba gab es starke Überschwemmungen, das Wasser fließt jetzt aber langsam ab." 

Auf der Insel Ibo herrscht Not. Es mangelt an Lebensmitteln und frischem Wasser.

Die Stürme "Idai" und "Kenneth" forderten hunderte Menschenleben. Bis die Einwohner ihre Häuser wieder aufgebaut und das Chaos beseitigt haben, werden wohl mehrere Monate oder sogar Jahre vergehen. 

Hilfe für Mosambik: Nach Zyklon "Kenneth" Insel Ibo zerstört

Nicole Bauer richtete ein Spendenkonto für die Insel Ibo ein. Für die weitere Versorgung der Einwohner mit Lebensmitteln und Wasser werden weiterhin Spenden benötigt. 

Spendenkonto:

Empfänger: Nicole Bauer 

IBAN: DE04 6405 0000 0009 2843 84

Verwendungszweck: Hilfe für Mosambik nach Zyklon Kenneth, Insel Ibo Island


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