Knapp und teuer

Angespannter Wohnungsmarkt - aber keine Mietpreisdeckelung in Baden-Württemberg

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Ein neues Gutachten zieht eine erschreckende Bilanz zur Situation auf dem Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg.
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    Melissa Sperber
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Der Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg ist angespannt, die Mieten teuer. Eine Deckelung soll es dennoch nicht geben.

+++ Update 24. Oktober +++ Kein Mieterhöhungsstopp, dafür sollen aber neue Wohnungen entstehen

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist angespannt. Die passende Wohnung ist häufig viel zu teuer. Und die Preise steigen weiter. In Berlin soll ein Mietendeckel helfen, der jetzt auf den Weg gebracht wurde. In Baden-Württemberg scheint dies kein Thema. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut spricht sich klar gegen den Mieterhöhungsstopp aus.

Eine Deckelung schaffe keine einzige der dringend benötigten neuen Wohnungen und schaffe laut der Ministerin nur extremen bürokratischen Aufwand, berichtet der SWR. "Wir konzentrieren uns lieber auf Maßnahmen, die nachweislich auch beitragen, mehr Wohnraum zu schaffen", wird die Ministerin von der dpa zitiert. Auch die Grünen-Fraktion im Landtag schließt sich Hoffmeister-Kraut an. Die Befürchtung: Investoren werden durch eine Deckelung abgeschreckt.

Auf der Gegenseite steht der Mieterbund, der sogar ein Volksbegehren in den Raum stellt, um eine Mietpreisbegrenzung zu forcieren. Doch vorerst müssen Mieter weiter für ihre Wohnungen tief in die Tasche greifen.

+++ Ursprungsartikel 16. Oktober +++ Wohnungsmarkt in der Region: Neues Gutachten zieht erschreckende Bilanz

Wer in Heilbronn und der Region auf Wohnungssuche ist, braucht vor allem drei Dinge: Geduld, starke Nerven und ein möglichst großes Budget. Dass die Preise seit Jahren hoch sind und der Immobilienmarkt angespannt ist, ist - leider - längst keine Neuigkeit mehr. Jetzt hat die Landesbank ein neues Gutachten zur Untersuchung der Wohnungsmarktsituation in Auftrag gegeben - und zieht eine erschreckende Bilanz. 

Erschreckendes Gutachten: Wohnungsmarkt in Heilbronn stark angespannt

In insgesamt 88 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg ist der Wohnungsmarkt so stark angespannt, dass das Gutachten von einer "derzeitigen und künftigen Wohnungsmarktenge" spricht. Und: In diesen Städten und Gemeinden müsste eigentlich die Mietpreisbremse gelten. Damit dürften Mieten in Neuverträgen maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ganz vorne mit dabei: Heilbronn und der Heilbronner Landkreis mit Güglingen und Neckarsulm.

Das große Problem: Die Mietpreisbremse wurde im März vom Landgericht Stuttgart für unwirksam erklärt - aus formellen Gründen. Das neue Gutachten soll aber Grundlage für eine neue Landesverordnung sein, berichtet der SWR. Diese soll 2020 kommen - und hoffentlich dazu beitragen, die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen.

Knapp und teuer: Wohnraum in Heilbronn und Region ist hart umkämpft

Bereits 2017 berichtet echo24.de über steigende Wohnungspreise, beispielhaft an Mieten für WG-Zimmer. Auf knappen neun Quadratmetern sollen winzige Wohncontainer mit Vollausstattung günstigen Wohnraum für Studenten, Rentner oder Obdachlose bieten.

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