Vierbeiner in der Manege

Im Gespräch mit der Tiertrainerin: Bei dieser Nummer springt auch der Mensch durch einen Reifen

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Tiertrainerin Rosi Hochegger hat wenig Verständnis für die Kritik an ihrem Beruf.
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Die Tiertrainerin Rosi Hochegger sieht ihren Job durch die zunehmende Kritik an Zirkustieren in Gefahr. echo24.de hat sich mit der Frau unterhalten, die auch immer Heilbronner Weihnachtscircus auftritt. 

  • Rosi Hochegger tritt sowohl mit ihrem Pferd Scout als auch ihren Hunden im Heilbronner Weihnachtscircus auf.
  • Hochegger wurde mit einem Silbernen Clown ausgezeichnet.
  • Für die Kritik an Zirkustieren hat die Tiertrainerin kein Verständnis.

Wenn Rosi Hochegger die Manege  des Heilbronner Weihnachtscircus betritt, geht es tierisch wild zu. Hunde hetzen durch das weite Rund des Zirkuszelts, Bellen erfüllt den Raum. Nicht nur die Tiere haben Spaß an der Nummer, auch Hochegger lässt viel Humor in ihr Programm mit einfließen. Ihr Partner muss – wie die Hunde – durch einen kleinen Reifen springen. Das Publikum staunt.

Es geht aber auch gemütlicher – mit ihrem "Bettpferd" Scout. Diese Nummer hat Hochegger von ihrem Vater übernommen. Sie hat der Tiertrainerin bereits zu einer Teilnahme beim "Supertalent" auf RTL verholfen. Ein wenig widerwillig ist Scout aber schon. Die Latte, über die er springen soll, ist einfach zu hoch. Viel lieber legt sich das Pferd hin und schläft. Scout deckt sich sogar selbst zu.

Die Fußstapfen, in die die Tiertrainerin treten musste, waren groß. Sehr groß. Doch Hochegger hat es geschafft, ihren erfolgreichen Vater zu beerben. 

Weihnachtscircus Heilbronn: Silberner Clown war Hocheggers Highlight

Das Highlight ihrer Zirkuskarriere war für Hochegger das Jahr 2014: "Da bin ich im Januar mit meinem Bettpferd und den Hunden nach Monte Carlo gereist", sagt die Artistin des Heilbronner Weihnachtscircus. "Dort habe ich vier Sonderpreise und den silbernen Clown gewonnen." 

Obwohl sie bereits nahezu alles erreicht hat, würde die Tiertrainerin gerne noch einmal nach Monte Carlo. Und das hat einen Grund: ihr Lebenspartner. Zusammen stehen die beiden mit ihren Hunden im Zirkuszelt. "Er ist wirklich gut in der Manege, er geht toll mit den Hunden um und ist ein sehr guter Akrobat", erklärt Hochegger. Auch ihr Sohn wollte mit in die Zirkusmanege. "Er hat sich aber entschieden, einer anderen Tätigkeit nachzugehen, weil unsdie Leute die Arbeit kaputtmachen", sagt Hochegger. Auch ihre Tochter verfolgt einen anderen Lebensweg, als sie. 

Weihnachtscircus Heilbronn: Hochegger versteht Kritik nicht

Die Kritik vieler Menschen an Tieren im Zirkus stößt bei ihr auf wenig Verständnis. "Für mich ist das eine richtige Hexenjagd, die da auf uns ausgeübt wird", erklärt Hochegger. Auch persönlich wird die Tiertrainerin beschimpft und beleidigt. "Dabei sind wir im Zirkus die Tierbesitzer, die am häufigsten kontrolliert werden", sagt sie. "Und daher finde ich das völlig ungerechtfertigt."

Die Artistin des Heilbronner Weihnachtscircus hat auch eine Vermutung, warum die Anfeindungen so zugenommen haben: "Ich glaube, den Leuten ist langweilig – und dann denken sie sich irgendwas aus. Und jetzt haben sie halt uns auf dem Kieker."

Zu Hocheggers tierischer Familie zählen15 Hunde, vier Pferde und ein Pony. Das Verletzungsrisiko für die Tiere sei äußert gering. Zudem investiere Hochegger viel Geld in die Gesundheit der Lebewesen. "Ich habe mehrere Hunde, die die gleichen Tricks machen. Wenn der eine nicht gut drauf oder verletzt ist oder sich nicht gut fühlt, dann macht eben der andere den Trick für ihn", erklärt Rosi Hochegger. "In der gesamten Darbietung kommen auf jeden Hund nur zwischen einem und drei Tricks. Ich glaub nicht, dass die sich überarbeiten."

Wer sich selbst überzeugen möchte, wie viel Freude die Vierbeiner an ihren Kunststücken haben, kann dies im Heilbronner Weihnachtscicus noch bis zum 6. Januar tun. Alle Infos zum Programm, Tickets und Anfahrt gibt unter www.echo24.de/weihnachtscircus.

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