Der Blaue Eisenhut ist schön, aber absolut tödlich

Gift-Europameister: Diese heimische Pflanze kann sogar durch die Menschenhaut töten

  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
    schließen

Menschen sollten UNBEDINGT auf den Blauen Eisenhut im Garten verzichten - wegen Kindern und Tieren.

Keine Pflanze in Europa ist giftiger als er. Kein Wunder, dass in unzähligen Kriminalromanen sein Gift für die hinterhältigsten Morde herhalten muss. Das Gute daran: Fast jeder Mensch weiß um die Tödlichkeit des hochgiftigen Blauen Eisenhuts, der dank seiner unglaublichen Schönheit auch im Raum Heilbronn immer mehr als Zierpflanze in den heimischen Gärten Einzug hält. Doch trotz seiner morbiden Bekanntheit gibt es einige Details, die die wenigsten Menschen über ihn wissen. Details, die im Ernstfall Leben retten können!

Der Blaue Eisenhut fasziniert ob seiner perfekten Tödlichkeit seit jeher die Menschen. Das liegt an seinem in allen Pflanzenteilen vorkommenden Alkaloid Aconitin, das im Gegensatz zu diesem pflanzlichen Killer einen BESONDERS grausamen Tod herbeiführt. Tödliche Anschläge sollen damit auf den römischen Kaiser Claudius wie auch Papst Hadrian VI verübt worden sein. Und obwohl der Prophet Mohammed einen Anschlag mit dem Gift des Blauen Eisenhuts an dessen bitteren Geschmack gemerkt haben soll, heißt es in der Sage, dass er drei Jahre später an den Folgen gestorben sei.

Warnung für Heilbronn: Giftpflanze Eisenhaut kann durch Haut Menschen töten

Schon wenige Gramm des Blauen Eisenhuts reichen aus, um einen erwachsenen Menschen zu töten. Und wenn Kinder beim unbedachten Spielen aus Versehen Pflanzenteile verschlucken, sieht das Ganze nochmals anders aus - DENN: Nach 30 bis 45 Minuten tritt der Tod ein. Qualvoll bei vollem Bewusstsein - entweder durch Herzversagen oder aber durch Atemstillstand wie bei dieser Zombie-Pflanze. Vergiftungserscheinungen zeigen sich allerdings etwas früher - mit folgenden Symptomen:

  • Kribbeln im Mund, an Fingern und Zehen
  • Schweißausbrüche und Erbrechen, starke Koliken und Durchfälle
  • Sinkende Körpertemperatur, sinkender Blutdruck, unregelmäßige Atmung

Im Gegensatz zum ebenfalls hochgiftigen Schwarzen Bilsenkraut verströmt der auch als Heilmittel geltende Blaue Eisenhut keinen übel riechenden Duft. Denn der auch als „Helm des Teufels“ bekannte Giftpflanzen-Europameister riecht nur sehr schwach. Dafür ist seine Wirkung umso verheerender. Höchste Besorgnis besteht, weil der Blaue Eisenhut in zahlreichen Gärten - auch im Raum Heilbronn - als Zierpflanze kultiviert wird. Der Tod im eigenen Garten ist damit vorprogrammiert. Neben unbedarften Kindern besteht diese Gefahr vor allem für viele Arten von Tieren.

PflanzeBlauer Eisenhut
FamilieHahnenfußgewächse
VorkommenMitteleuropa
BlütezeitJuni bis August
GiftstoffeAconitin und weitere Alkaloide

Heilbronn: Die Giftpflanze Blauer Eisenhut bringt Menschen und Tieren den qualvollen Tod

Der Blaue Eisenhut kann sie nämlich alle dahinraffen - und nicht nur wie dieses Teufelsgewächs schwer verätzen: Pferde, Rinder, Kühe, Schweine, Schafe, Hunde, Katzen, Hasen, Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen und Vögel. Und weil das Hahnenfußgewächs keinerlei Duft-Warnung signalisiert, knabbern Tiere auch gerne mal daran. Mit üblen Folgen, wie botanikus.de zu berichten weiß: „starker Speichelfluss, Pupillenvergrößerung, Erregungen, Unruhe, Durchfälle, Krämpfe, erhöhte Körpertemperatur, Herzrhythmusstörungen, Lähmung von der Gesichtsmuskeln und der Zunge.“ Das Ende erfolgt wie bei Menschen: qualvoll - bis zum TOD!

Weil alle Pflanzenteile stark giftig sind, sollten Gärtner stets Gummihandschuhe tragen. Der Giftstoff kann auch intakte Haut durchdringen. 

Claudia Wild vom NABU Baden-Württemberg

Von der Kultivierung als Zierpflanze des Blauen Eisenhuts in heimischen Gärten rät neben zahlreichen Experten auch der NABU Baden-Württemberg ab - trotz dessen ökologischer Wichtigkeit. Denn die bekannte Todes- aber auch Heilpflanze sollte NIEMALS ohne ärztliche Aufsicht angefasst werden, um nicht für Trauer zu sorgen. Claudia Wild vom NABU Baden-Württemberg warnt: „Weil alle Pflanzenteile stark giftig sind, sollten Gärtner stets Gummihandschuhe tragen. Der Giftstoff kann auch intakte Haut durchdringen.“

Neben hochgiftigen Pflanzen gibt es im Raum Heilbronn aber auch zahlreiche für Menschen gefährliche Tiere.

So sieht der Blaue Eisenhut aus

Der bis zu fast zwei Meter groß werdende Blaue Eisenhut (Aconitum napellus) hat eine rübenartige Wurzel. Aufgrund seiner dunkelblauen Blüten ist er als Zierpflanze äußerst beliebt. Der Blütenstand ist meist dicht mit Bogenhaaren bedeckt, aber nie mit klebrigen Drüsenhaaren.

Rubriklistenbild: © AdobeStock

Das könnte Sie auch interessieren