Geschäftsführer legt Einspruch ein

Nach tödlichem Arbeitsunfall: Geschäftsführer auf der Anklagebank

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Seit gestern, 5. August 2019 sitzt ein Geschäftsführer wegen fahrlässiger Tötung vor dem Heilbronner Amtsgericht. 
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Nach einem tödlichen Arbeitsunfall in einem Betrieb im Landkreis Heilbronn sitzt nun der Geschäftsführer der Firma vor Gericht.

Der tödliche Arbeitsunfall geschah im Januar 2017 in einem Betrieb im Heilbronner Landkreis. Nun muss sich der 59-Jährige Geschäftsführer der Firma vor dem Heilbronner Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten. 

Nach tödlichem Arbeitsunfall im Heilbronner Landkreis: Geschäftsführer angeklagt

Laut Anklageschrift soll es in der Ballenpresse zu einem Materialstau gekommen sein, den der rumänische Arbeiter beseitigen wollte, berichtet stimme.de

Der dabei zu Tode gekommene Arbeiter, der bei einem rumänischen Subunternehmen angestellt war, stieg dafür durch eine Wartungsklappe in die Maschine. Dabei soll eine Lichtschranke die Presse ausgelöst haben, die dem Mann den Kopf abtrennte.

Amtsgericht Heilbronn: Sicherheitschalter manipuliert, Gitterstäbe entfernt

Die Staatsanwaltschaft wirft den Führungskräften Mängel an der Maschine und Pflichtverletzungen vor. Die Werkzeugklappe soll ohne Werkzeug zu öffnen gewesen sein. Außerdem habe es kein Not-Aus gegeben. An der Presse seien Sicherheitsschalter an den Wartungsklappen manipuliert und Gitterstäbe der Wartungsluke entfernt gewesen sein. Diese Mängel sollen zur fehlerhaften Handhabung der Maschine geführt haben und so zum Tod des Arbeiters.

Der Sicherheitsbeauftragte, sowohl auch der damalige Betriebsleiter der Firma haben auf Rechtsmittel gegen den Strafbefehl verzichtet. Da der Geschäftsführer Einspruch einlegte. kam es nun am 6. August 2019 zum Prozessbeginn. 

Heilbronn: Nach tödlichem Arbeitsunfall - Zeugen können nicht erklären wie es dazu kam

Die Verteidigerin des 59-Jährigen schlug der Staatsanwältin das Verfahren gegen ihren Mandanten gegen Auflagen einzustellen. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt.

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Zeugen, die am Tag der Unfalls vor Ort waren können nicht erklären, wie es dazu kam. Der Sicherheitsbeauftragte soll die Mitarbeiter geschult haben, auch die des Subunternehmens. Auch die Presse sei erst zwei Wochen vor dem Unfall gewartet worden. Noch am Tag des Unfalls habe der Sicherheitsbeauftragte dem Betriebsleiter berichtet, dass Sicherheitsschalter überbrückt worden seien. Der Geschäftsführer äußerte sich am Verhandlungstag nicht. Der Prozess wird fortgesetzt.

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