ver.di plant weitere Arbeitsniederlegungen

Großes Streik-Chaos in Heilbronn? Diesen Bereichen droht der Stillstand

Ein Teilnehmer einer Kundgebung zum Streik in der Abfallwirtschaft hebt zwischen Fahnen der Gewerkschaft Verdi seinen übergroßen Fausthandschuh.
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Die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik aufgerufen.
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  • Julia Cuprakowa
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Heute soll in Heilbronn erneut gestreikt werden - ein Mega-Chaos droht. Denn dieses Mal sind viele Bereiche betroffen.

Update, 7. Oktober: Die Gewerkschaft ver.di bestreikt am Donnerstag erneut den öffentlichen Dienst. Auch Kitas im Landkreis Heilbronn sind betroffen. Kaum durften die Kinder nach der Corona-Zwangspause in die Kita, schon müssen sie wieder daheim bleiben - oder etwa doch nicht?

Wie die Stadt Heilbronn auf Nachfrage von echo24.de mitteilt, werden am Donnerstag 14 städtische Kitas bestreikt. Aber nur drei davon bleiben komplett geschlossen. Elf bieten dagegen eine Notfallbetreuung an. „Die Kitas informieren die Eltern und erfragen auch deren Bedarf an einer Notbetreuung“, erklärt Claudia Küpper, Pressesprecherin der Stadt Heilbronn.

Außerdem hat ver.di für Donnerstag, 8. Oktober, ab 5.30 Uhr, alle Tarifbeschäftigten, Auszubildende und Praktikanten bei der Stadt Heilbronn, inklusive der Eigenbetriebe, zum Warnstreik aufgerufen. Aus diesem Grund stehe die Stadt mit ver.di wegen Notdienstvereinbarungen für die Kläranlage und den Friedhof in Verhandlungen, erklärt Küpper weiter.

Streik-Chaos in Heilbronn: Damit müssen Bürger rechnen

Mit welchen Auswirkungen des Streiks müssen die Heilbronner rechnen? Abgesehen von den Kitas und den Stadtbussen der Stadtwerke - sie fahren ganztags nicht - ist noch nicht abschließend bekannt, welche Auswirkungen der Aufruf auf den städtischen Dienstbetrieb hat. Küpper: „Das Bürgeramt mit dem Standesamt, der Führerscheinstelle und der Kfz-Zulassungsstelle kann den Dienstbetrieb aufrechterhalten. Voraussichtlich bleiben die Deponie Vogelsang und der dortige Recyclinghof Plus geschlossen.“

Die Stadt Heilbronn wird voraussichtlich ab heute auf heilbronn.de und über die sozialen Medien über den Streik und seine Auswirkungen auf die Stadt informieren.

Streik-Chaos in Heilbronn? Diesen Bereichen droht bald der Stillstand

Update, 5. Oktober: Bereits am Dienstag der vergangenen Woche stand der öffentliche Nahverkehr still. Und auch in dieser Woche gehen viele Beschäftigte in Heilbronn und in der näheren Umgebung auf die Straße - um ihren Forderungen nach höheren Löhnen Ausdruck zu verleihen. Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Bezirk Heilbronn-Neckar-Franken nun mitteilt, sollen die Streiks des Öffentlichen Diensts am kommenden Donnerstag, 8. Oktober, weitergehen.

Am Donnerstag, 8. Oktober, sollen die Warnstreiks ihren Höhepunkt erreichen.

Bei dem Streik am Donnerstag sollen dann auch die Stadtbusse (Stadtwerke Heilbronn) ganztägig bestreikt werden. Wie Katharina Kaupp, Bezirksgeschäftsführerin von ver.di in Heilbronn-Franken mitteilt, sind dabei auch die Beschäftigten der Stadt Weinsberg im Landkreis Heilbronn, des Landratsamts Heilbronn, der Stadt Heilbronn sowie der Stadtwerke Heilbronn, inklusive der Kitas und der Stadtbusse sowie die Angestellten der SLK-Klinken am Gesundbrunnen in Heilbronn zum Streik aufgerufen. Alle Kundgebungen sollen auf dem Kiliansplatz in der Innenstadt von Heilbronn stattfinden.

Die Streik-Kundgebungen am Donnerstag auf dem Kiliansplatz in Heilbronn sollen um 8 Uhr mit den Beschäftigten des Betriebsamtes beginnen. Um 8.45 Uhr geht‘s dann weiter mit den Beschäftigten der Kitas, des Landratsamts und allen weiteren Ämtern. Ab 9.30 Uhr sollen dann die Beschäftigten der Stadtwerke, der HNVG, der Deponie und der Kläranlage an der Reihe sein. Um 10.15 Uhr kommen bei der Streik-Kundgebung die Beschäftigten der SLK-Klinik am Gesundbrunnen in Heilbronn sowie die Angestellten bei der Stadt Weinsberg zu Wort.

Kundgebungen auf dem Kiliansplatz Warnstreik in Heilbronn
8 Uhr Beschäftigte des Betriebsamtes
8.45 Uhr Beschäftigte der Kitas, Landratsamtes und andere Ämter
9.30 Uhr Beschäftigte der Stadtwerke, HNVG, Deponie, Kläranlagen
10.15 Uhr Beschäftigte der SLK-Klinik sowie der Stadt Weinsberg

Streik in Heilbronn: Der eine grade vorbei, der nächste schon angekündigt

Update, 29. September: Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Seit acht Uhr stehen wegen des bundesweiten Streiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) auch in Heilbronn die Busse - und zum Teil auch Stadtbahnen - still. Mit dem ganztägigen Streik will die Gewerkschaft verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Und das könnte auch in Zukunft eine Rolle spielen. Denn wie verdi ankündigt, ist der heutige wohl nicht der letzte Streik im aktuellen Tarifstreit.

Streik in Heilbronn: verdi kündigt weitere Maßnahmen an

Die Beschäftigten haben keine andere Möglichkeit als Streik.

Katharina Kaupp, verdi-Bezirksgeschäftsführerin für Heilbronn-Neckar-Franken

„Wir werden wie immer die Bevölkerung rechtzeitig informieren, wann weitere Warnstreiks in der Region stattfinden werden“, sagt Katharina Kaupp, Bezirksgeschäftsführerin von verdi in Heilbronn-Franken. Wann, nicht ob. Denn weitere Maßnahmen hatte verdi auch in Heilbronn schon zuvor angekündigt. „Durch das Blockieren der Arbeitgeber haben die Beschäftigten keine andere Möglichkeit als Streik, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen“, erklärt Kaupp.

Die Arbeitgeber hätten sich in den Verhandlungen zuletzt nicht bewegt und stattdessen „dreiste Gegenforderungen" gestellt, sagt Kaupp. Die Gewerkschaft verdi wolle dagegen in Baden-Württemberg die Arbeitsbedingungen von rund 8.600 Beschäftigten im Nahverkehr verbessern und fordert beispielsweise kürzere Arbeitszeiten.

Streik in Heilbronn: Allee mit Bussen zugestellt - Kundgebung auf dem Kiliansplatz

Ein Anliegen, das offenbar auch die Betroffenen unterstützen. Wie verdi mitteilt, sei die Beteiligung am Streik in Heilbronn groß . Die Heilbronner Stimme berichtet von rund 100 Teilnehmern auf dem Kiliansplatz. Kaupp: „Es ist kein Bus von den Stadtwerken nach dem Streikaufruf gefahren. Nicht nur die Fahrer waren heute super vertreten - auch die anderen Bereiche waren streikbereit.“

Gemerkt haben dürften das in Heilbronn vor allem Autofahrer und Fußgänger auf dem Weg durch die Innenstadt. Auf der Allee blockierten zeitweise mehrere Busse die Straße. In den Windschutzscheiben hing der Hinweis auf den Streik im Nahverkehr. Ob die zukünftigen Streiks auch erneut den Stadtbus-Verkehr in Heilbronn betreffen oder wie andernorts beispielsweise Kitas oder Krankenhäuser bestreikt werden, bleibt abzuwarten.

Auch Heilbronn von bundesweitem Warnstreik betroffen

Erstmeldung, 25. September: Tagelang schon ist klar: Auch in Heilbronn wird es nach einer ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde im Tarifstreit Warnstreiks geben. Jetzt hat die Gewerkschaft verdi bekannt gegeben, wann sie ihre Mitglieder in der Käthchenstadt zu Arbeitsniederlegungen aufrufen will. Auch was dann bestreikt wird, wurde mitgeteilt.

In Heilbronn bestreikt Verdi am 29. September die Stadtbusse.

Am kommenden Dienstag, 29. September, will verdi bundesweit mit einem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Auch in Baden-Württemberg sind die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. In sieben Städten will verdi die kommunalen Verkehrsbetriebe bestreiken, dazu kommen Warnstreiks für die Beschäftigten des RNV in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen. Und neben Stuttgart, Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg, Konstanz und Esslingen ist dann auch Heilbronn betroffen.

Konkret heißt das: Ab 8 Uhr werden am Dienstag in Heilbronn die Stadtbusse langsam zum Stehen kommen. Danach wird der Verkehr laut verdi für den Rest des Tages komplett eingestellt. So soll „Bewegung in die stockenden Verhandlungen" gebracht werden.

Streik in Heilbronn: Erst "nur" ein Tag - härtere Maßnahmen nicht ausgeschlossen

„Wir versuchen, so gut es geht, die Beeinträchtigung für die Bevölkerung gering zu halten. In dieser harten Tarifauseinandersetzung bleibt den Fahrer*innen aber kein anderes Mittel als Streik“, erklärt Christian Störtz, verdi-Gewerkschaftssekretär für den Bereich Verkehr. Und weiter: „Wenn die Arbeitgeber weiterhin keine Zugeständnisse machen, können wir auch härtere Streikformen nicht ausschließen.“

Pendler und Schüler sollen noch vor dem Streik zu Schule und Arbeitsplatz kommen können, ehe es am Dienstag zum flächendeckenden Stillstand der Busse kommt. Insgesamt sind rund 8.600 Beschäftigte zum Streik in Baden-Württemberg aufgerufen. Schon zuvor hatte eine Ankündigung zu Ausfällen der Stadtbahn für Verwirrung gesorgt, weil ein Streik in Heilbronn in dieser Woche nicht vorgesehen ist.

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