Export-Probleme

Harte US-Strafzölle: Mit diesen Problemen hat Heilbronner Weingut jetzt zu kämpfen

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Die US-Strafzölle treffen viele deutsche Weingüter. 
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echo24.de hat mit einem Heilbronner Weingut gesprochen, das von den US-Strafzöllen betroffen ist. 

Anfang Oktober kündigte der US-Präsident Donald Trump Strafzölle als Vergeltungsmaßnahme für rechtswidrige EU-Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus an. Die angekündigten US-Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf die Einfuhr vieler Produkte aus Europa sind am Freitag, 18. Oktober in Kraft getreten, berichtete spiegel.de. Dabei geht es unter anderem um verschiedene Käsesorten aus Italien, Olivenöl aus Spanien, Butter aus Irland und Wein aus Deutschland. Das trifft nun viele deutsche Weingüter schwer. Auch das Weingut Drautz-Able aus Heilbronn ist von den Strafzöllen betroffen, erklärte Markus Drautz gegenüber swr.de.

Heilbronn: Weingut von US-Strafzöllen betroffen

Das Weingut Drautz-Able aus Heilbronn importiert drei bis fünf Paletten jährlich in die USA. Darunter sind größere Mengen Trollinger Trockengutswein, Schwarzriesling, Weißburgunder, Sauvignon und Blanc de Noir. Für den anstehenden Export hat Drautz mit dem Händler vereinbart die Hälfte des Strafzolls, also 7,5 Prozent, zu übernehmen. Wie es danach weitergeht, ist aber noch ungewiss. 

Die US-Strafzölle schaden aber nicht nur dem Weingut Drautz-Able, sondern auch seinem Exporteur. "Er meinte, dass er unter diesen Bedingungen aufhört. Etwa 70 Prozent würden von seinem Markt wegbrechen. Man muss aber auch dazu sagen, dass er in einem Alter ist, in dem das völlig in Ordnung ist", erklärt Drautz gegenüber echo24.de.

Heilbronn: US-Strafzölle schaden Weingütern bei Export-Geschäften 

Das Weingut ist nicht abhängig von den Lieferungen in die USA. Trotzdem findet es Drautz schade, wenn jetzt alles zugrunde geht, was er über die Jahre aufgebaut hat. Er reist jährlich in die USA, muss bei Geschäften auch in Vorkasse gehen. Erst vor kurzem sei ein Händler, der das Weingut Drautz-Able über mehrere Jahre auf der Pro-Wein-Messe beobachtet hat, auf Drautz zugekommen. Der Händler wollte Weine für die Thanksgiving-Zeit bestellen. Nach den erhobenen Strafzöllen ist die Vereinbarung jetzt aber wieder vom Tisch. 

Was würde sich Drautz seitens der Politik wünschen? "Ich erwarte nicht viel, nur dass man die vielen Unternehmen in der Landwirtschaft und die bestehenden, guten Beziehungen in Gesprächen bedenkt. Und eine möglichst schnelle Lösung gefunden wird." 

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