Voraussichtlicher Titel: "Freies Kulturzentrum Maschinenfabrik"

Soziokulturelles Zentrum in Heilbronn? Das sind die aktuellen Pläne

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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Heilbronn boomt. Andere Städte haben bereits längst ein Soziokulturelles Zentrum, wo sich die Kulturszene vernetzen kann. Langsam werden die Pläne konkret.

  • Raumnutzungskonzept für Soziokulturelles Zentrum in Heilbronn steht.
  • Ort der Begegnung, Vernetzung und Beratung der Freien Kulturszene.
  • Eröffnung noch in diesem Jahr?

Poetry-Slams, Lesungen, Comedy sowie Unplugged-, Punk- und Metal-Konzerte. Das genreübergreifende Programm im Innenhof des Heilbronner Deutschhofs, das an diesem und am vergangenen Wochenende an sechs Abenden geboten ist, lässt das Herz jedes Veranstaltungsfans und Besuchers höher schlagen – gleich, welche Vorlieben es gibt. Die Gemeinsamkeit der Beiträge beim "Popup Kulturzentrum": Sie sind alle originell, sehenswert – und aus der Region. Und sie bilden die Vielfalt der freien Kulturzszene in Heilbronn und der Umgebung ab. Eine Vielfalt, die bald eine neue Heimat bekommen soll.

"Wir haben für die ehemalige Maschinenfabrik in der Olgastraße ein Raumnutzungskonzept vorgelegt. Derzeit wird anhand dieses Konzepts geprüft, ob dieser Standort das neue Soziokulturelle Zentrum für Heilbronn werden kann", erklärt Daniel Schütt. Der Schwaigerner ist Leiter des Popbüros Heilbronn-Franken, der Kulturabteilung des Stadt- und Kreisjugendrings Heilbronn. Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll die neue Plattform für die freie Kulturszene eröffnen.

Heilbronn: Soziokulturelles Zentrum soll wohl "Freies Kulturzentrum Maschinenfabrik" heißen

Wie vieles hat das Coronavirus auch die Pläne zum Soziokulturellen Zentrum in Heilbronn verzögert. Schütt: "Gerade baurechtlich ist in Bezug auf den Standort eine ganze Menge zu klären. Wir wollen sicherstellen, dass sich das Konzept sowohl im Gebäude als auch in Einklang mit der Umgebung umsetzen lässt." Hier steht vor allem das Thema Lärmschutz im Zentrum. "Schließlich wollen wir auch von den Anwohnern als Bereicherung und nicht als Ärgernis wahrgenommen werden."

Das "Freie Kulturzentrum Maschinenfabrik", wie das Soziokulturelle Zentrum in Heilbronn nach derzeitigem Stand heißen soll, wird Räume für genreübergreifendes Kulturprogramm bieten, aber auch Proberäume und Kreativwerkstätten. Ein Freies Kulturzentrum, das auch Aussicht auf eine spätere Landesförderung hat, sei für die Stadt Heilbronn längst überfällig und verspricht viel Mehrwert. Der 36-jährige Schütt erklärt: "Heilbronn boomt an allen Ecken und Enden. Da ist eine lebendige, vernetzte Kulturszene entscheidend für die kulturelle Stadtentwicklung. Das Freie Kulturzentrum ist dabei die optimale Ergänzung zum öffentlichen Kulturbetrieb und sozusagen die Hardware für die vielfältige Kulturszene, die sich hier immer stärker ausdifferenziert und auf Augenhöhe unterstützt werden muss."

Heilbronn: Freie Kulturszene soll Soziokulturelles Zentrum mitgestalten

Bei der Gestaltung des anstehenden Soziokulturellen Zentrums sind Schütt und sein Team analytisch vorgegangen: "Wir haben geschaut: Was gibt es räumlich in Heilbronn schon – und was fehlt noch." Gerade, was Konzertstätten und Proberäume angeht, soll das neue Zentrum die festen Orte schaffen, die in Heilbronn bislang fehlen. Schütt betont: "Die Entwicklung ist keineswegs von oben herab, sondern entwickelt sich ganz gesund von der Basis der freien Heilbronner Kulturszene aus. Das Angebot des Zentrums richtet sich nach den Bedürfnissen der Szene." So sollen sich Zentrum und Szene gemeinsam gesund weiterentwickeln und wachsen.

Derzeit hat das Popbüro Heilbronn-Franken seinen Sitz im Wilhelm-Waiblinger-Haus in der Schützenstraße.

Für Kulturinteressierte und die Besucher des Zentrums soll es ein Ort des Austauschs, der Beratung und Vernetzung sein. Hinter dem Soziokulturellen Zentrum in Heilbronn wird ein noch zu gründender Kulturverein als Träger stehen. "Die Vereinsstruktur ermöglicht die Philosophie einer Kultur von unten, denn Interessierte und Besucher können sich aktiv im und für das Zentrum einbringen", erklärt Daniel Schütt. Rund um die Projekte vom Popbüro Heilbronn-Franken engagieren sich bereits jetzt rund 100 Ehrenamtliche.

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Heilbronn: Tickets fürs zweite Wochenende des "Popup Kulturzentrums" fast alle weg

Dass freie Kultur in Heilbronn auch in Coronavirus-Zeiten einen großen Stellenwert besitzt und viele unterschiedliche Menschen zusammenbringt, hat das vergangene Wochenende bei den ersten drei Veranstaltungen des "Popup Kulturzentrums" gezeigt. Schütt: "Die Besucher erstreckten sich vom Grundschüler bis zur Seniorin. Ganz nebenbei wurde dabei – aufgrund der Corona-Sicherheitsbeschränkungen – auch noch der abstandswahrende Sitz-Pogo erfunden."

Für die Veranstaltungen des "Popup Kulturzentrums" in Heilbronn an diesem Wochenende gibt es lediglich noch Resttickets für die Lesung mit Dorothea Böhme und Nicolai Köppel am frühen Freitagabend.

Rubriklistenbild: © Christian Gleichauf

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