Den Müllsündern auf den Leib rücken

Bilanz nach einem Monat: So viel mussten die Müllsünder blechen 

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Am meisten Bußgeldbescheide gab es für Zigaretten wegschnippen. (Symbolbild)
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  • Petra Neset-Ruppert
    Petra Neset-Ruppert
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Auch Heilbronn hat einen neuen Bußgeldkatalog bei Vermüllung festgelegt und verlangt seit einem Monat hohe Strafen.

+++ Update 2. Juli: Bilanz des ersten Monats +++

Der neue Bußgeldkatalog der Stadt Heilbronn kostet seit einem Monat die Müllsünder richtig Geld, denn: Die Geldstrafen wurden deutlich teurer und jetzt wird auch verstärkt kontrolliert. "Es sind schon mehr geworden", sagt Heilbronns Pressesprecher Christian Britzke. Doch das hängt auch damit zusammen, dass mittlerweile verstärkt Zivilkontrolleure in Heilbronn unterwegs sind.  "26 Mitarbeiter sind im Einsatz", sagt Britzke.

23 Bußgeldbescheide mit den neuen Gebühren erteilte das Ordnungsamt Heilbronn im Juni. Für Müll und Zigaretten wegwerfen, gab es 19 Bescheide. Einmal ahndeten die Ordnungshüter das Vergehen "Spucken und Zigarette wegschnippen". Ganze drei Mal gab es ein Bußgeld für Spucken. So mussten Müllsünder in Juni insgesamt 1630 Euro zahlen.  Vergleicht man die Zahlen mit dem Vorjahr, so sieht man einen deutlichen Anstieg: Gerade einmal acht Verstöße gab es vor einem Jahr wegen Zigarettenkippen. 

Heilbronn ist der "sicherste Stadtkreis in Baden-Württemberg" - das war das Fazit der polizeilichen Kriminalstatistik 2018. Damit das so bleibt, hat die Stadt einige Maßnahmen entwickelt.

+++ Update 3. Juni +++

Heilbronn könnte ab sofort deutlich sauberer werden. Zumindest dann wenn vielen Müllsündern ihr Geld zu schade ist - und sie ihren Unrat doch endlich vernünftig entsorgen. Denn: Seit Samstag werden Umweltvergehen wie das Wegwerfen einer Zigarettenkippe mit einem erhöhten Bußgeld geahndet.

Die achtlos weggeworfene Kippe kostet jetzt zum Beispiel 98,50 Euro. Und wird für Müllsünder damit deutlich teurer. Das soll sie von vorneherein abschrecken - der Umwelt und der Sauberkeit zuliebe.

Den neuen Bußgeldkatalog, der die höheren Gebühren festlegt, galt zwar bereits ab dem 1. Mai. Die Stadt Heilbronn hatte aber eine Übergangsphase eingeräumt. Diese Schonfrist ist nun endgültig vorbei.

+++UPDATE 1. Mai: So reagieren Facebook-Nutzer auf die neuen Bußgelder+++

War es eine gute Entscheidung und schreckt die Erhöhung des Bußgeldes Müllsünder nun wirklich ab? 

Unter den echo24.de-Beitrag auf Facebook posteten Nutzer Kommentare wie "Finde ich gut!", "Super, endlich wird was getan." und "Sehr geil!". 

Die Mehrheit der User reagiert positiv auf die Erhöhung. Andere wiederum stehen der Entscheidung der Stadt kritisch gegenüber. 

Alexandra Grezda schreibt: "Die Strafe ist gut - aber sorgt die Stadt auch dafür, dass genügend Behälter da sind, um die Kippen zu entsorgen?" 

Auch Artur Artes wundert sich, warum die Bußgelderhöhung erst jetzt durchgesetzt wurde: "Aber sicher! Direkt zur BUGA-Eröffnung, damit auch das Geld wieder zurück kommt. Schlaue Köpfe. Warum nicht schon lange so? Alles nur wegen den Geld... Alles andere interessiert sie doch garnicht!"

Unsere Kollegin Petra hat sich ebenfalls zu dem Thema geäußert: Müllfreie Heilbronner Innenstadt: Traum oder bald Wirklichkeit?

+++ UPDATE 30. April, 13 Uhr: Mehr Vollzugsbeamte bald in Heilbronn unterwegs +++

"Bei den vergangenen Haushaltsberatungen wurde bereits zugestimmt, dass der Vollzugsdienst aufgestockt werden soll", erklärt Christian Britzke, Pressesprecher der Stadt Heilbronn. Nur neue Bußgelder werden nicht mehr Geld in die Stadtkassen bringen, es braucht auch mehr Personal beim Ordnungsamt, um die neuen Bußgelder bei kleineren Müllvergehen auch zu ahnden. "Es gibt bald 15 neue Feldschützer, die vor allem in den Weinbergen unterwegs sein werden. In der Summe sind das dann zwei zusätzliche Stellen", sagt Britzke. Durch diese Entlastung können dann wieder mehr Kontrolleure in der Stadt unterwegs sein.

+++ UPDATE 30. April, 10 Uhr: Die neuen Bußgelder stehen auch in Heilbronn fest +++

Nun zieht auch Heilbronn nach und erhöht die Geldstrafen für Müllsünder. In der Verwaltungsausschusssitzung des Heilbronner Gemeinderats, gestern Mittag, wurden sie festgelegt, wie dieHeilbronner Stimme berichtet.

98,50 Euro kann in Zukunft eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe kosten: 70 Euro ist das Bußgeld und dazu kommen dann noch 28,50 Euro Verwaltungspauschale. Damit bleibt Heilbronn unter den hohen Geldstrafen in Stuttgart. Die schwäbische Hauptstadt verlangt mehr als 100 Euro für diese Vermüllung.

Offiziell gelten die neuen Bußgelder ab morgen, 1. Mai, doch es gibt eine Übergangsfrist, berichtet die Stimme. Die Müllsünder werden ab morgen vom Ordnungsamt darauf hingewiesen, dass die Strafzahlungen höher werden und man knapp 100 Euro für dieses Vergehen berappen muss. Ab 1. Juni wird es allerdings dann wirklich teuer.

+++ URSPRUNGSMELDUNG: 27. März +++

Stuttgart und Mannheim haben es schon umgesetzt, auch Heilbronn wird nachziehen. Mit dem neuen Bußgeldkatalog des Landes können die Kommunen nun höhere Bußgelder bei der Vermüllung verhängen. Dabei geht es nicht nur um illegal abgelegten Hausmüll, sondern auch um kleinere Verschmutzungen wie Zigarettenkippen und Kaugummis. In Stuttgart kostete bisher ein weggeworfene Zigarettenkippe mindestens 20 Euro. Nun kommt ein Bußgeld über 75 Euro plus eine Bearbeitungsgebühr von rund 30 Euro dazu, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Damit wird ein Müllsünder für seine Zigarettenkippe mit rund 105 Euro bestraft!

Bald wird Heilbronn ebenfalls neue Bußgelder gegen Vermüllung einsetzen

"Auch in Heilbronn ist das ein Thema in der Verwaltung", sagt Stadt-Pressesprecher Christian Britzke. Damit gehen die Städte ein wichtiges Thema an. Denn auch in Heilbronn und Umgebung nimmt die Vermüllung ein ungeahntes Ausmaß an: echo24.de berichtet regelmäßig über die Müllsünder in der Region.

Heilbronn-Böckingen: Nicht nur diese Müllsünden sollen in Zukunft schärfer bestraft werden. Auch Kaugummis und Zigartttenkippen, die achtlos auf den Gehweg der Stadt landen, könnten teurer werden.

Mit einem neuen Bußgeldkatalog kann die Stadt dann auch höhere Strafzahlungen einfordern. Dies könnte dazu führen, dass sich die Müllsünder in Zukunft zwei Mal überlegen, ob man es sich leisten kann seinen Müll einfach in der Landschaft zu entsorgen. In Kürze will sich die Stadt Heilbronn ausführlich zu einem neuen Bußgeldkatalog äußern. 

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