Katastrophenschutz in Heilbronn

Sirenen im Katastrophenschutz: So plant Heilbronn

Alarmsirene
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Eine Alarmsirene steht auf einem Hausdach.
  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat gezeigt, wie wichtig Sirenen im Katastrophenschutz sind. Doch wie ist die Lage in Heilbronn?

Nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in der vergangenen Woche gab es viel Kritik an der Politik. Zum einen, weil das Europäische Hochwasser-Frühwarnsystem EFAS die Behörden auf das drohende Unheil aufmerksam gemacht hatte - zum anderen, weil viele Bürger schlicht nicht gewarnt wurden, da vielerorts die Sirenen zurückgebaut wurden und Warnungen über die Warn-Apps NINA und KAT-Warn nicht ankamen.

Möglich war der Rückbau, weil der Bund 1992 die Verantwortung für das Sirenen-Netz an die Städte und Kommunen übergeben hatte. Während in vielen Städten das Warnsystem zurückgebaut wurde, entschied sich die Stadt Heilbronn dazu, alle 64 Sirenen - von denen 18 defekt waren - zu übernehmen. Wie der SWR berichtet, entschied man sich damals sogar dafür, das System weiter auszubauen.

Heilbronn: Stadt baut Sirenen aus - Unzufriedenheit im Landkreis

Inzwischen gibt es in Heilbronn 91 Sirenen, mit denen 95 Prozent des Stadtgebietes erreicht werden können, wie Stadtsprecherin Claudia Küpper dem SWR sagte. Zudem werde das Netz stetig weiter ausgebaut und geprüft, welche Bereiche der Stadt noch nicht erreicht werden können.

Um sicherzustellen, dass die Sirenen im Notfall auch funktionieren, werden diese regelmäßig getestet, wie beispielsweise im Rahmen des bundesweiten Warntags im September 2020. Dieser verlief in Heilbronn jedoch nicht optimal, wie der Leiter des Katastrophenschutzes, Uwe Pfeiffer, erklärte. So hätten einige Sirenen nicht ausgelöst, das sei inzwischen aber behoben worden.

Anders sieht es derweil im Landkreis Heilbronn aus, denn hier ist die Situation noch verbesserungswürdig, wie Kreisbrandmeister Bernd Halter dem SWR erklärte. Zwar haben alle Kommunen die Sirenen übernommen, jedoch würden längst nicht alle Bürger im Landkreis erreicht. Auch der Warntag im vergangenen Jahr sei in vielen Kommunen nicht ideal verlaufen.

Heilbronn: Sirenen reichen nicht aus - das sollten Bürger beachten

Im Katastrophenfall reichen die Sirenen alleine jedoch nicht aus, um die Bürger umfassend zu informieren - das betonten auch die Stadtverwaltung und der Heilbronner Katastrophenschutz. Das Heulen der Sirenen ist lediglich das Zeichen für die Bevölkerung, sich in Sicherheit zu bringen und das Radio anzuschalten.

In Sicherheit bringen bedeutet dabei, einen sicheren, geschlossen Raum aufzusuchen - beziehungsweise Fenster und Türen zu schließen. Das Radio steht inzwischen als Synonym dafür, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, sich über Radio, Fernsehen, Internet oder Warn-Apps zu informieren.

Künftig könnten zudem auch sogenannte Warn-SMS verschickt werden, das fordern Bundesverteidigungsminister Andreas Scheuer und andere Politiker. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe will nun eine Einführung des Cell Broadcast prüfen, mit einem Ergebnis wird im Herbst gerechnet.

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