Coronavirus Baden-Württemberg

Heilbronner Schulen: Luftfilter erst 2022 – scharfe Kritik vom Elternbeirat

Kommen die Luftfilter für Heilbronns Schulen erst 2022? Gesamtelternbeirat äußert massive Kritik. (Symbolbild)
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Kommen die Luftfilter für Heilbronns Schulen erst 2022? Gesamtelternbeirat äußert massive Kritik. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Heilbronner Schulklassen können vermutlich erst Anfang 2022 mit Luftfiltern ausgestattet werden – das sorgt bei den Eltern für scharfe Kritik.

Kinder, die in Heilbronn zur Schule gehen, müssen wohl zum Großteil noch eine Weile lang auf Luftfilteranlagen zur Bekämpfung des Coronavirus warten. Denn obwohl das Coronavirus noch immer nicht besiegt ist und die Infektionszahlen in Baden-Württemberg weiterhin hoch sind, ist die Anschaffung von Luftfiltern für Heilbronner Schulen erst vergangene Woche europaweit ausgeschrieben worden. Es sollen etwas mehr als 50 Anlagen installiert werden. Doch das ganze Prozedere kommt zu spät – findet der Heilbronner Gesamtelternbeirat.

Christoph Eberlein, Gesamtelternbeiratsvorsitzender Heilbronn, bedauert es sehr, dass die Luftfiltergeräte jetzt erst angeschafft werden sollen. Gegenüber echo24.de erklärte er, „realistisch betrachtet bedeutet es, dass im anstehenden Herbst und Winter vermutlich keine mobilen Raumluftfiltergeräte in Heilbronner Schulen zur Verfügung stehen werden.“

Coronavirus an Heilbronner Schulen: Elternbeirat mit scharfem Vorwurf an Stadt und Land

Laut Eberlein ein Versäumnis – denn bereits im Herbst 2020 wurde bundesweit öffentlich über Luftfiltergeräte in Klassenräumen diskutiert. Laut dem Elternbeirats-Sprecher sah das Umweltbundesamt den Nutzen der Geräte damals zunächst als gering an – erst im Frühjahr 2021 gab es eine Empfehlung, Klassenzimmer mit den Luftreinigungsanlagen auszustatten. Daraufhin habe der Heilbronner Gemeinderat Ende Juli die Verwaltung beauftragt, schwer lüftbare Räume mit Luftfiltergeräten auszustatten.

Doch nicht nur der Stadtverwaltung wirft Eberlein vor, zu spät gehandelt zuhaben: „Erst am 6.8. wurden die Förderrichtlinien des Landes veröffentlicht – mitten in der Ferienzeit!“ Da sich die Kommunen an diese Richtlinien halten, konnte erst nach der Festlegung der tatsächliche Bedarf an Luftfiltergeräten ermittelt werden. Wie die Stadt Heilbronn dazu selbst berichtet, hatte die Verwaltung immerhin schon vor der Veröffentlichung der Förderkriterien die Schulräume auf Notwendigkeit von Luftfilteranlagen überprüfen lassen. Doch der Prozess zog sich wohl in die Länge, da die Räume nach Offenlegung der Richtlinien nochmals untersucht werden mussten.

Luftfilteranlagen für Heilbronner Schulen – kommen die Geräte erst im Frühjahr 2022?

Aus diesen Analysen ging schließlich hervor: Die Heilbronner Schulen benötigen über 50 Geräte. Allerdings kostet ein Gerät zwischen 3.500 und 6.000 Euro – und da steht schon das nächste Problem ins Haus. Denn der Vergabewert beträgt lediglich 100.000 Euro – zu wenig für den festgestellten Bedarf. Also musste der Auftrag EU-weit ausgeschrieben werden. Außerdem befürchtet Christoph Eberlein, es könne zu Lieferschwierigkeiten kommen, da die Hersteller vermutlich eine große Nachfrage verzeichnen. „Somit ist erst zu Beginn des Jahres 2022 mit der Lieferung der ersten Geräte in Heilbronn zu rechnen.“

Ein direkter Vorwurf seitens des Gesamtelternbeiratsvorsitzenden Eberlein geht letztlich noch an das Land: „Das Kultusministerium Baden-Württemberg hat sich mit der Thematik mobile Luftreinigungsgeräte viel zu spät befasst. In den Nachbarländern Bayern und Rheinland-Pfalz wurden im Frühjahr 2021 Millionenbeträge zur Anschaffung von mobilen Luftreinigungsgeräten angekündigt.“ Doch jetzt sei es wohl zu spät, die Situation noch zu entschärfen, bedauert Eberlein: „In der konkreten Situation sehe ich persönlich keine Möglichkeit, das Verfahren zu beschleunigen.“

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