Kampf gegen Ratten

Ratten-Alarm! Das können Heilbronner gegen Nager tun

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Ratten können Krankheiten übertragen, deshalb läuft in Heilbronn jetzt wieder eine Aktionswoche.
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Regelmäßig gibt es in Heilbronn Maßnahmen zur Ratten-Bekämpfung. Auch diese Woche können Bürger etwas gegen die Nager tun.

+++ UPDATE, 5. November: Ratten bekämpfen in Heilbronn +++

Seit gestern bekämpft die Stadt Heilbronn mit einer Schwerpunktaktion Ratten, die eine Woche lang läuft. Auch Heilbronner Bürger sollen sich an dieser Aktion beteiligen.

Nun werden also auf städtischen Grundstücken, im Kanalisationsnetz und an Flussläufen die Ratten von der Stadtverwaltung bekämpft, aber auch als Bürger kann man etwas unternehmen. Wer eine Ratte auf dem eigenen Grundstück entdeckt, sollte Schädlingsbekämpfer rufen und sich von Fachmännern helfen lassen. Die Kosten muss der Eigentümer selbst tragen.

Heilbronn: Ratten müssen regelmäßig bekämpft

Die Bekämpfung von Ratten ist besonders wichtig, da die Tiere Krankheiten auf den Menschen übertragen können.

Um eigenständig Bekämpfungsmittel gegen Ratten zu kaufen und zu nutzen, benötigt man einen Sachkundenachweis. Wichtig ist, dass Haustiere von Orten ferngehalten werden, an denen die Bekämpfungsmittel ausliegen. Falls ein Haustier trotzdem das Gift frisst, sollte ein Tierarzt Vitamin K als Gegenmittel verabreichen.

Heilbronn: Rattenbefall kann jeder bekämpfen

Ganz ohne Gift können Bürger in dieser Woche auch mit einfachen Mitteln etwas gegen den Rattenbefall tun. Dauerhaft vorbeugen kann man einen Rattenbefall, indem man darauf achtet wie die Nahrungsmittel entsorgt werden. Unterschlüpfe für Ratten sind häufig Sträucher und Büsche. Wer in seinem Garten diese Pflanzen zurückstutzt, nimmt ihnen Unterschlupfmöglichkeiten.

+++ URSPRUNGSMELDUNG, April 2018 +++

Drei Männer in Orange stehen vor einem Kanalschacht in der Mittelstraße in Heilbronn-Neckargartach: Georg Müller aus Erlenbach, Martin Ott aus Bad Friedrichshall und Markus Wetzel aus Mosbach sind für den Kanalbetrieb unterwegs und legen Ratten-Köder aus. Die Köder in Scheiben-Form werden an einem dünnen Draht befestigt und in den Kanal abgelassen. Danach wird der Kanaldeckel mit einer Sprühdose markiert und die Adresse in eine Liste eingetragen.

Strenge Gesetze

"Wir haben Aktionen im Früh- und Spätjahr, in denen wir Köder auslegen. Die Gesetzeslage ist dabei ganz klar: Erst, wenn wir Fressspuren am Köder erkennen können, darf das Gift benutzt werden. Das belastet schließlich auch das Abwasser", sagt Markus Wetzel. Nach zehn bis 14 Tagen kontrollieren die Männer den Köder. Falls es viel Fraß gab, wird der Köder erneuert. Wetzel: "Es kann vorkommen, dass bis zu drei oder vier Wochen lang Köder im Umkreis ausgelegt werden müssen, bis wir keine Spuren mehr feststellen."

Dabei zeigt der Giftstoff, den die Ratten über den Köder zu sich nehmen, erst nach etwa drei Tagen Wirkung. Die verwendeten Curattin-Rattenscheiben wirken als Blutgerinnungshemmer - die Inhaltsstoffe führen bei den Nagern zu innerem Verbluten. "Wenn das Gift sofort wirkt, merken die anderen Ratten, dass mit dem Köder etwas nicht stimmt und rühren ihn nicht mehr an", erzählt Wetzel. 

Müll-Problem

Ein großes Problem für die Ratten-Bekämpfung sind offener Müll und Essensreste, die achtlos auf die Straße geworfen werden. Denn das bedeutet einen Nahrungsüberschuss für die Nager. "Eine Ratte kann im Jahr sehr viele Junge bekommen, die dann selbst wieder früh geschlechtsreif werden. Es können bis zu 600 Tiere als Rudel unterwegs sein. Dazu kommt, dass sie bis zu 70 verschiedene Bakterien übertragen können, die auch für den Menschen gefährlich sein können", erklärt Georg Müller. Die Bekämpfung ist also keine angenehme Aufgabe, aber eine notwendige.

Auch wenn Heilbronn regelmäßig Maßnahmen zur Ratten-Bekämpfung durchführen muss, kann von einer Plage nicht die Rede sein. Wetzel: "Wir haben zum Beispiel hier in Neckargartach vielleicht zehn Leute, die über das Jahr verteilt anrufen und Ratten melden. Dabei kommen auf einen Einwohner sicherlich drei bis vier Tiere."

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