Schlechte Zusammenarbeit

Keyless-Go-Prozess: Polnische Behörden geben keine Auskunft - Zwei Angeklagte freigesprochen

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Prozess um gestohlene Luxus-Autos endet mit Freispruch.
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Einzelteile gestohlener Luxus-Autos wurden in einer polnischen Werkstatt entdeckt. Zwei Angeklagte kamen mit dem Fall in Verbindung, wurden aber nun freigesprochen.

Nach der langen Diebstahlreihe von Autos mit Keyless-Go-Systemen in Heilbronn und der Region wurden am Mittwoch zwei Männer aus Weißrussland dem Haftrichter vorgeführt. Die Männer wurden mit dem Diebstahl teurer Mercedes-Wagen (60.000 Euro) aus Nordheim in Verbindung gebracht. Doch die Angeklagten erhielten keine gerechte Strafe. Stattdessen wurden sie freigesprochen! Und das, weil die polnischen Behörden offenbar, trotz mehrerer Anfragen, keine Informationen an die deutschen Ermittler herausgaben. 

Heilbronn: Prozess um gestohlene Luxus-Autos endet mit Freispruch

Die Männer wollten in der einer Werkstatt in Polen Einzelteile von zerlegten, gestohlenen Luxuswagen aus Deutschland kaufen, berichtete stimme.de. Nach einem Ermittlungsverfahren in Polen, erhielten die deutschen Ermittler eine Nachricht darüber, dass die Tatverdächtigen wieder freigelassen wurden. Die Heilbronner Kripo erwirkte einen internationalen Haftbefehl. Außerdem forderten sie Informationen über die Hintergründe, Verdachtsmomente und Ermittlungsergebnisse zur Festnahme der Angeklagten in der Autowerkstatt bei Kattowitz - alles vergeblich.

Heilbronn: Schlechte Zusammenarbeit mit polnischen Behörden - Angeklagte freigelassen

Für das Gericht gäbe es vernünftige Zweifel, doch zur Festnahme fehlen jegliche Informationen. So konnte das Gericht nicht von der Täterschaft überzeugt werden. Der Staatsanwalt Joachim Müller-Kapteina forderte trotzdem Bewährungsstrafen wegen Hehlerei für die Angeklagten. Einer davon soll beim Auseinanderbauen eines Motors mitgeholfen haben, weil der polnische Arbeiter wenig Ahnung gehabt habe. 

Außerdem konnte Müller-Kapteina nur schwer glauben, dass jemand so einen weiten Weg für einen angeblich legalen Kauf eines Motors auf sich nehmen würde. Aufgrund der unzureichenden Beweise wurden die Männer wieder freigelassen. Die Angeklagten machen die Haftentschädigung geltend, denn sie saßen ein halbes Jahr in U-Haft. Pro Hafttag zahlt der Staat 25 Euro.

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