Jetzt auch mit Kameras

Heilbronner Polizisten ab jetzt mit Bodycams unterwegs - aus traurigem Grund

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Symbolbild.
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In Heilbronn gehen bald die ersten Streifenpolizisten mit Bodycams auf die Straße. Polizeipräsident erhofft sich mehr Sicherheit für die Kollegen.

+++ Update, 10.04. +++ Heilbronner Polizisten ab jetzt mit Bodycams

Ab dem heutigen Mittwoch sind auch die Polizisten in Heilbronn mit Bodycams unterwegs. Die kleinen Kameras waren am Vormittag von Innenminister Thomas Strobl übergeben worden. Es bleibt allerdings traurig, dass die Bodycams überhaupt notwendig sind.

Denn: Die Bodycams dienen den Polizisten vor allem auch als Selbstschutz vor Gewalt gegen uniformierte Beamte. Diese nimmt immer weiter zu.

Bodycams aus traurigem Grund: Heilbronner Polizisten "halten täglich den Kopf hin"

"Die Menschen in Uniform halten tagtäglich für unsere Sicherheit den Kopf hin und dafür haben sie Respekt und Anerkennung verdient. Ich sehe es als eine meiner wichtigsten Aufgaben an, unsere Polizeibeamtinnen und -beamten bestmöglich vor Übergriffen zu schützen – Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten ist schlicht und einfach nicht hinnehmbar", erklärte Strobl.

Auch Polizeipräsident Hans Becker unterstützt aus diesem Grund das Tragen von Bodycams: "Wenn man als Vorgesetzter mit ansehen muss, dass sich seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit größtem Engagement ihrer Aufgabe widmen, plötzlich in der Opferrolle wiederfinden, so ist das traurig und bestürzend."

Nicht nur Bodycams: Heilbronner Polizei bekommt auch Spuckschutzhauben

Neben den Bodycams bekommen die Polizisten auch ein weiteres Utensil für den eigenen Schutz. Auch hier ist der Grund traurig - und noch dazu ekelhaft. Denn: Immer wieder werden Polizisten bespuckt. Neue Hauben sollen sie davor beschützen.

+++ Ursprungsmeldung, 29.03.+++

Ab Anfang April werden die Streifenpolizisten in Heilbronn mit Bodycams unterwegs sein. Mehr als 100 Bodycams erhält das Polizeipräsidium Heilbronn.  "Es geht darum, die Gewalt gegen Beamte zu reduzieren", sagt Heilbronns Polizeipräsident Hans Becker. "Wir sind froh, dass wir damit Maßnahmen ergreifen können, unsere Kollegen besser zu schützen."

Bei den neuen Bodycams in Heilbronn geht es vor allem um die Sicherheit der Beamten

Hintergrund ist die neue Kriminalstatistik: Die Gewalt gegen Polizeibeamte stieg im vergangenen Jahr um 10,8 Prozent. "Wir hatten im vergangenen Jahr mehr als 100 Kollegen, die leicht und teilweise sogar schwer verletzt wurden", erklärt der Polizeipräsident. Zudem gäbe es noch zirka 350 Fälle von Beamtenbeleidigung. Becker: "Ich gehe aber davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher sein wird, da die Kollegen häufig auf eine Anzeige verzichten, um die Situation zu deeskalieren."

Blick hinter die Kulissen: Hier trainieren Heilbronner Polizisten jetzt für den Ernstfall

Von den neuen Bodycams erhofft sich Becker eine abschreckende Wirkung: "Wenn der Kollege sagt, dass man aufgenommen wird, überlegt man sich vielleicht zwei Mal, ob man mit Gewalt auf die Beamten zugeht."

So funktionieren die Bodycams, die die Heilbronner Polizei erhält

Dabei hilft den Polizisten eine besondere Technik der Bodycams: Es gibt ein zweistufiges Verfahren. Im ersten Schritt wird bei einer möglichen Gefahrensituation ein "Pre-Recording" begonnen. Die Aufnahme kann maximal 60 Sekunden laufen und wird nur dauerhaft gespeichert, wenn Stufe zwei eintritt.

In der zweiten Stufe, wenn die Beamten feststellen, dass eine echte Gefahr besteht, wird die tatsächliche Aufnahme gestartet. Diese ist nicht zeitlich begrenzt und wird auch sicher zusammen mit der ersten Aufnahme gespeichert. Die Polizisten müssen sowohl mündlich als auch optisch auf den Betrieb der Bodycam hinweisen, da die Aufnahmen auch als Beweismittel vor Gericht zugelassen werden können.

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