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Nimmt der Waffenmissbrauch in Heilbronn zu? Das sagt die Polizei

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Von: Kathrin Kuna

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Eine Pistole wird von zwei Händen gehalten
In letzter Zeit gab es immer wieder Meldungen über Personen, die in der Öffentlichkeit mit Softair- oder Schreckschusswaffen in Heilbronn gedroht oder gar geschossen haben. © IMAGO / ITAR-TASS

Personen, die mit Schreckschuss- oder Softair-Pistolen in der Öffentlichkeit hantieren: Derartige Fälle scheinen sich in Heilbronn immer häufiger zuzutragen. Was sagt die Polizei dazu?

In den vergangenen Wochen meldete die Polizei immer wieder Verstöße gegen das Waffengesetz in Heilbronn. Darunter gab es Jugendliche, die mit Softair-Waffen in einem Parkhaus Schüsse abfeuerten oder einen aggressiven 27-Jährigen, der einen Autofahrer auf offener Straße mit einer Softair-Pistole bedrohte. Ein 34-Jähriger mit einem „authentischen Nachbau einer Maschinenpistole“ sorgte am 20. Oktober gar für einen SEK-Einsatz in der Heilbronner Innenstadt.

Waffenmissbrauch in Heilbronn: Polizei kann keine konkreten Zahlen zu Schusswaffen nennen

Diese Fälle haben sich in einem relativ kurzen Zeitabstand zugetragen. Das führt unweigerlich zu der Frage: Nimmt der Waffenmissbrauch in Heilbronn zu? Eine Pressesprecherin der Polizei Heilbronn erklärt auf Nachfrage von echo24, dass dies nicht der Fall sei. Sie räumt ein, dass es schwer sei, konkrete Zahlen zum Missbrauch von Schusswaffen zu nennen, da unter dem Stichwort „Verstoß gegen das Waffengesetz“ auch andere Waffen, wie zum Beispiel verbotene Messer zusammengefasst würden.

Die Fälle, die sich auf Softair-Waffen beziehen, würden im Stadtkreis Heilbronn seit Beginn des Jahres aber im „niedrigen zweistelligen Bereich“ liegen. Softair-Pistolen unterscheiden sich von Schreckschusswaffen: Letztere können keine Kugeln abfeuern, sondern nur Platzpatronen. Die Sprecherin erklärt außerdem, dass die Polizei auch solche Fälle erfassen würde, bei denen die Waffen in der Wohnung aufgefunden oder von einer Person ‚nur mitgeführt‘ werden. Auch dies zähle als Verstoß gegen das Waffengesetz.

Polizei erklärt zu den Verstößen gegen das Waffengesetz: Es liege „kein konkretes Problem in Heilbronn“ vor

Einen Trend zu mehr Verstößen im Bereich des Waffengesetzes könne die Polizei für Heilbronn nicht bestätigen. „Im Oktober gab es einige Fälle, die besonders öffentlich wirksam waren“, räumt die Pressesprecherin der Polizei ein, „aber von einem generellen Anstieg kann nicht die Rede sein.“ Sie könne verstehen, wenn diese Vorfälle zu Unsicherheit und Angst in der Bevölkerung führen würden. Dennoch sagt sie klar, dass es „kein konkretes Problem in Heilbronn“ in Bezug auf den Waffenmissbrauch gebe.

Eine repräsentative Umfrage, die noch vor den vielen Polizeieinsätzen aufgrund der Verstöße gegen das Waffengesetz in Heilbronn durchgeführt wurde, scheint diese Einschätzung zu bestätigen: Demnach ist das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger in Heilbronn hoch.

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