Klares Statement auf Facebook

Corona-Kontrollen mit Hubschrauber? Polizei Heilbronn reagiert auf Shitstorm im Netz!

  • vonLisa Klein
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Die Heilbronner Polizei hat nach zwei nächtlichen Hubschrauber-Einsätzen einen ordentlichen Shitstorm geerntet. Der Grund: Die Polizei soll die nächtlichen Ausgangssperren kontrolliert haben.

Die Polizei in Heilbronn hat auf Facebook einen heftigen Shitstorm kassiert. Grund dafür: Gleich zwei Mal wurde ein Polizei-Hubschrauber mitten in der Nacht eingesetzt. Die Vorwürfe in den sozialen Medien waren heftig: Die Polizei würde die Einhaltung der nächtlichen Ausgangssperren in Heilbronn mit dem Hubschrauber von der Luft aus überprüfen.

Das war allerdings nicht der Fall. Der Grund für die Hubschrauber-Einsätze war ein ganz anderer: Die Polizei habe nach eigenen Aussagen in der Nacht von Sonntag auf Montag nach zwei vermissten Personen gesucht. Diese Vorgehensweise ist nicht unüblich, auch tagsüber kreisten in der Vergangenheit schon des Öfteren Polizei-Hubschrauber über Heilbronn, um nach vermissten oder flüchtigen Personen zu suchen.

Heilbronner Polizei rechtfertigt sich in Facebook-Post für Hubschrauber-Einsätze

Die Heilbronner Polizei hat sich am Dienstag in einem ausführlichen Facebook-Post gerechtfertigt sowie die Anschuldigungen zurückgewiesen. „In den letzten Tagen haben die Einsatzflüge unseres Polizeihubschraubers zu emotionalen Reaktionen bei der Facebook-Community geführt. Auf unserer Seite sowie in Heilbronner Facebook-Gruppen wurde fleißig kommentiert. Dabei kamen Spekulationen über den Einsatzgrund auf: ,Na dann kann die Jagd auf die Coronasünder ja beginnen‘“, schreibt die Polizei Heilbronn.

Zu den Vorwürfen, die Polizei würde die Einhaltung der Ausgangssperre kontrollieren, äußerte sich das Social-Media-Team der Polizei Heilbronn wie folgt: „Nein, wir nutzen den Polizeihubschrauber nachts nicht für spaßige Rundflüge oder um die Ausgangssperre zu kontrollieren. Oft hilft uns der Helikopter bei der Suche nach Vermissten, die sich eventuell in einer gefährlichen oder lebensbedrohlichen Lage befinden. Und das kommt bei über 1.000 Vermisstenfällen pro Jahr dann doch öfter mal vor. Außerdem unterstützt uns der Hubschrauber auch regelmäßig zur Fahndung bei Straftaten – dazu gehört aber NIE die Überprüfung der nächtlichen Ausgangssperre.“

Heilbronn: Facebook-Post der Polizei zu Hubschrauber-Einsätzen kommt an

Auf den Vorwurf, dass sich einige Bewohner durch den Einsatz in ihrer Nachtruhe gestört fühlten, antwortete die Heilbronner Polizei: „Das tut uns leid, aber bei der Suche nach Vermissten in potentiellen Notsituationen geht es um Zeit. Wenn die demente Omi in Hausschuhen oder der Bub, der im Schlafanzug ausgebüxt ist, bei solchen Temperaturen draußen unterwegs sind, kann es schnell zu gravierenden medizinischen Problemen kommen. Da ist bis zum nächsten Morgen mit der Suche warten einfach nicht drin. Stellt euch vor, es ging um eines eurer Familienmitglieder.“

Der Facebook-Post kam bei den Usern bisher gut an und wurde bereits fast 300 Mal geteilt. Ein Facebook-Nutzer kommentierte: „Es ist schlimm, dass die Polizei sich jetzt auch noch rechtfertigen muss. Ihr macht einen tollen Job und man sollte froh und dankbar sein, dass es euch gibt.“

Rubriklistenbild: © Wolfram Kastl/dpa

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