Nicht alle Warnungen sind echt

Kinder von Unbekannten angesprochen: Polizei warnt vor Nachrichten in Sozialen Medien

+
Eine Meldung aus Bretzfeld verunsichert Eltern. Doch laut Polizei gab es keine Anzeige wegen Unbekannten, die Kinder aus dem Auto heraus ansprachen.
  • schließen

In Heilbronn hat die Polizei mit einem Fall zu tun, bei dem angeblich Kinder von Unbekannten angesprochen wurden. Doch Anzeigen liegen keine vor.

○ In Heilbronn kursiert zur Zeit eine Meldung über Unbekannte, die Kinder ansprechen.

○ Die Polizei hat auf diese Meldung reagiert. Doch bisher liegt keine Anzeige vor.

○ Die Polizei in Heilbronn rät dazu vorsichtig zu sein, bei Meldungen aus den Sozialen Netzwerken.

Männer sprechen Kinder aus einem Auto heraus Kinder an und fordern sie auf zu ihnen ins Auto zu steigen. Ein absolutes Horrorszenario für Eltern. Wenn dann auch noch der Kindergarten und die Schule vor solchen Situationen warnt, weil sie angeblich in der Umgebung passiert sind, kann schon mal die Angst umgreifen.

Erst vor Kurzem wurde vor einem angeblichen Fall in Bretzfeld per Elternbrief gewarnt. Das Thema zieht nun weite Kreise. Für die Polizei ist das auch sehr schwierig. "Das ist ein sehr heikles Thema und natürlich kümmert sich die Polizei um solche Vorfälle, doch wir können den Fällen nur nachgehen, wenn sich auch angezeigt werden", erklärt Frank Belz von der Pressestelle der Heilbronner Polizei.

Heilbronn: Polizei kann nur reagieren, wenn eine Anzeige vorliegt - Meldung aus Sozialen Medien reicht nicht aus

Kennzeichen überprüfen, genauere Nachforschungen unternehmen, all das können die Beamten nur, wenn eine Anzeige vorliegt. Im Bretzfelder Fall gibt es noch nichts Konkretes. "Da kann dann auch ganz schnell der Schneeballeffekt eintreten", warnt Belz. Deshalb weist die Polizei auch über Soziale Medien daraufhin, wie man sich richtig verhalten sollte.

Deshalb: Wessen Kind von einem solchen Fall betroffen ist, sollte das grundsätzlich immer erst einmal der Polizei melden und zur Anzeige bringen, damit die Beamten auch mit allen Mitteln den Fall untersuchen können. Wer vorschnell solche Fälle über mehrere Ecken erfahren hat, sollte das nicht einfach über die Social-Media-Kanäle verbreiten, denn so können Falschmeldungen auch schnell eine Hysterie auslösen.

Heilbronn: Polizei rät davon ab Warnungen über Soziale Netzwerke zu verbreiten

Wenn es verifizierte Hinweise auf solche Fälle gibt, kann die Polizei auch agieren. Deshalb sollte man auch als Elternteil behutsam mit diesen Meldungen umgehen, da sonst auch unnötige Angst bei den Kindern geschürt werden könnte.

Heilbronn und die Region: Immer wieder sorgen Nachrichten über Soziale Netzwerke für Aufregung

In Kleinbottwar hatte im März eine solche Warnung, die sich per WhatsApp verbreitete, schnell verselbstständigt. Doch die Nachricht stimmte so gar nicht, stellte sie Polizei dann später fest.

In Waiblingen hat eine unüberlegte Nachricht auf WhatsApp sogar einen Polizeieinsatz ausgelöst. Schüler verschickten zum Spaß gewaltverherrlichenden Inhalt in einer WhatsApp-Gruppe. Die Polizei ging von einem möglichen Amokszenario aus. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare