Population wächst weiter

Nilgans-Invasion auf Buga-Gelände: Stadt Heilbronn sind Hände gebunden

Zahlreiche Nilgänse auf dem ehemaligen Buga-Gelände in Heilbronn.
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Nilgänse haben das ehemalige Buga-Gelände in Heilbronn für sich in Beschlag genommen.
  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Die stetig wachsende Nilgans-Population auf dem ehemaligen Buga-Gelände in Heilbronn wird zum Ärgernis.

Es sind brutale Szenen. Mitten in Heilbronn. Mehrere Augenzeugen berichten gegenüber echo24.de von einem äußerst fiesen Vorgehen des tierischen Täters - DENN: „Das Entenküken wurde mehrfach gehackt und danach unter Wasser gedrückt.“ Tragische Folge für den kleinen Wuschel: qualvoller Tod! Verursacht durch eine Aggro-Art, deren Population in Heilbronn extrem zugenommen und auf dem ehemaligen Buga-Gelände in Heilbronn fast schon exorbitante Ausmaße angenommen hat: die Nilgans.

Wer morgens durch das ehemalige Buga-Gelände in Heilbronn schlendert, begegnet der Nilgans unweigerlich. Besser gesagt: Nilgans-Massen. Fast 100 sind es mittlerweile. Eine fauchende Bande mit Territorial-Ansprüchen auf Wiesen, Wegen und auch den Sandstrand am Karlssee. Die heimischen Stockenten sind indes zum größten Teil längst vom Buga-Gelände geflüchtet. Dorthin, wo die vor allem zur Brutzeit sehr aggressiven Neozoen sie nicht attackieren können.

Heilbronn: Nilgans-Invasion auf dem Buga-Gelände - Stadt ist machtlos

Unabhängig von ihrer Brutzeit können Nilgänse auch für Menschen zum Ärgernis werden. Zum Beispiel, wenn sie - wie auf dem Buga-Gelände in Heilbronn - aggressiv Wege und Wiesen für sich beanspruchen. Und dann sind da auch noch ihre Hinterlassenschaften. Die grünen Kothaufen der Vögel pflastern in Heilbronn die Fuß- und Radwege der besiedelten Gebiete. Eine Sprecherin der Stadt Heilbronn erklärt: „Das Betriebsamt reinigt regelmäßig im Rahmen der personellen Möglichkeiten verschmutzte Flächen durch Abspritzen.“ Eine Sisyphus-Arbeit in Anbetracht der stetig wachsenden Nilgans-Population...

Das Betriebsamt reinigt regelmäßig im Rahmen der personellen Möglichkeiten verschmutzte Flächen durch Abspritzen. 

Eine Sprecherin der Stadt Heilbronn

Doch wie kann die Stadt Heilbronn der Nilgans-Plage auf dem Buga-Gelände Herr werden? Gar nicht. Zwar dürfen die Tiere gemäß EU-Verordnung „verstärkt bejagt“ werden (nach baden-württembergischen Recht von 1. August bis 15. Februar), aber die Sache hat einen Haken, wie die Stadtsprecherin gegenüber echo24.de mitteilt - DENN: „Das ehemalige Buga-Gelände ist ein befriedeter Bezirk innerhalb des Stadtkreises, auf dem die Jagd gemäß Paragraf 13 Absatz 1 des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes Baden-Württemberg ruht.“

ArtNilgans
FamilieEntenvögel
Brutzeit in DeutschlandMärz bis Mai, aber auch Juni bis September
HerkunftAfrika
Vorkommen in Deutschlandalle Bundesländer

Heilbronn: Mitarbeiter der Stadt überprüfen Nilgans-Population auf dem Buga-Gelände

Zudem seien der Sprecherin der Stadt Heilbronn zufolge „Vergrämungsmaßnahmen“ gegen Nilgänse schwierig durchzuführen und selten erfolgreich. Allerdings habe das Ordnungsamt die Jäger im Stadtkreis aufgefordert, Nilgänse verstärkt auf bejagbaren Flächen zu jagen. Und auf dem Buga-Gelände? „Zur Einschätzung der Situation werden sich Mitarbeiter des Ordnungsamtes dort umgehend ein Bild über den Bestand der Nilgänse machen.“

Auswirkungen der Nilgans-Verbreitung auf die heimische Vogelwelt

Die Aggressionsbereitschaft von Nilgänsen zur Brutzeit hängt nicht vom Futterangebot ab, sondern von der Vogeldichte an einem Gewässer. Opfer von Attacken sind fast nur Stockenten. Allerdings sollen Nilgänse auch schon Nistplätze von Weißstörchen, Wanderfalken und Schleiereulen übernommen und diese Arten am Brüten gehindert haben.

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