BUGA-Schwung geht in Heilbronn weiter

Fluss rückt noch mehr ins Zentrum: Heilbronn bekommt ein neues Neckarufer

  • Daniel Hagmann
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Heilbronn entdeckt den Neckar immer mehr für sich. Das neue Ufer an der Oberen Neckarstraße macht die Innenstadt noch attraktiver. Nicht nur für Fußgänger.

  • Mit dem neuen Projekt wird der Neckar noch stärker ins Heilbronner Stadtbild integriert.
  • Neues Neckarufer erstreckt sich über 200 Meter und soll drei bis vier Millionen Euro kosten.
  • Der genaue Zeitplan steht noch nicht fest.

Heilbronn hat sich in den zurückliegenden Jahren richtig gemacht. Einer der Gründe: Die Stadt hat den Neckar ganz neu für sich entdeckt. Und was am einladenden Platz am Bollwerksturm beginnt, sich über die beliebte Gastro-Meile an der Unteren Neckarstraße hinstreckt und am Marrahaus weitergeht, findet bald im weiteren Verlauf der Oberen Neckarstraße sein nächstes Kapitel. Denn nicht zuletzt hat die Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn ein weiteres Mal gezeigt, wie schön es sein kann, wenn der Neckar bewusst ins Stadtbild integriert ist. Und diesen Gedanken eines frei zugänglichen Neckars will die Stadt bald um ein Kapitel erweitern - und damit noch attraktiver werden.

"Idee ist es nun, diese Erlebbarkeit des Neckars konsequent fortzuführen und Heilbronn als Stadt am Fluss weiterzudenken", erklärt Heilbronns Oberbürgermeister (OB) Harry Mergel. Dazu wurden drei Landschaftsarchitekturbüros beauftragt, Ideen für die Öffnung des östlichen Neckarufers in der Oberen Neckarstraße zu entwickeln. Die überzeugendste Idee hat das Büro Hink Landschaftsarchitektur GmbH mit Sitz in Schwaigern und Sindelfingen vorgelegt.

Heilbronn: Neues Neckarufer lädt zum Flanieren in der Innenstadt ein

Der Inhalt: Zwischen dem Marrahaus und der Götzenturmbrücke in der Innenstadt von Heilbronn soll entlang des Neckars "eine Promenade der drei Geschwindigkeiten" entstehen. Dabei soll zum einen die durchgängige Verbindung auf der bestehenden Fläche erhalten bleiben und zum anderen eine Promenade zum Flanieren für Fußgänger entlang der Ufermauer entstehen. Als Abgrenzung zwischen den Bereichen würden die bestehende Baumreihe, weitere Anpflanzungen, Sitzgelegenheiten und weitere Elemente wie ein kleiner Spiel- und Aufenthaltsbereich mit Wasserspiel dienen.

Neu hinzu käme ein Weg entlang der Wasserlinie des Neckars in der Innenstadt von Heilbronn mit Verweil- und Ruhezonen. "Dieser neue Weg und die Zugänge dorthin, unter anderem über eine Sitztreppe am Götzenturmplatz, machen den besonderen Charme des Projekts aus", sagt Heilbronns Bürgermeister Wilfried Hajek. "Zugleich könnte die Dreigliedrigkeit der Planung zur Entspannung der Verkehrssituation in der Oberen Neckarstraße beitragen."

Heilbronn: Neues Neckarufer soll viel Abwechslung bieten

OB Mergel erklärt: "Dieses Projekt ist mir ein Herzensanliegen und ein weiterer Meilenstein im Stadtgestaltungsprozess." Allerdings sei der Zeitpunkt der Umsetzung aufgrund der Coronavirus-Pandemie noch unklar. Eine barrierefreie Rampe sowie insgesamt vier Treppen, darunter die bestehende Freitreppe am Marrahaus, soll den neuen Uferweg am Neckar in der Innenstadt von Heilbronn erschließen. Neu zu errichten wären zwei kleine Treppen sowie eine großzügige Sitztreppe am Götzenturmplatz. Begrünt mit schattenspendenden Blütenkirschen und Bändern aus Gräsern lädt diese zum Verweilen am Anfangs- und Endpunkt der Promenade ein. Im Dunkeln setzen Lichtbänder die Treppe stimmungsvoll in Szene. Die bestehende Treppe würde dafür abgebrochen.

An der Götzenturmbrücke soll der Neckar wesentlich zugänglicher werden.

Fußgänger, die nach Abschluss des Projekts am Ufer des Neckars in der Innenstadt von Heilbronn flanieren, können sich schon jetzt auf eine abwechslungsreiche Gestaltung freuen: An manchen Stellen ist der neue Uferweg eher schmal, dann ist er wieder breiter - oder gar zu kleinen Plätzen ausgeweitet. Sitzgelegenheiten bieten hier die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.

Das neue Neckarufer in der Heilbronner Innenstadt soll zum Flanieren und Verweilen einladen.

Heilbronn: Neues Neckarufer soll drei bis vier Millionen Euro kosten

Einbezogen in die Planung zum neuen Neckarufer in der Innenstadt von Heilbronn ist auch die Schiffsanlegestelle südlich der Götzenturmbrücke. Diese würde über die weiter nördlich geplante neue Rampe zugänglich gemacht. Von der Verkaufsstelle aus würde der Weg direkt zum Schiff führen. Die bestehende Rampe am Schiffsanleger könnte zurückgebaut und die Böschung renaturiert werden. Die dort befindliche Treppe soll hingegen erhalten bleiben. Neckar-Ufermauer und Geländer können bei diesem Entwurf weitgehend erhalten bleiben. Für die Umsetzung des Projekts, das sich über eine Länge von 200 Metern erstrecken soll, geht man bei der Heilbronner Stadtverwaltung von einem Kostenrahmen zwischen drei und vier Millionen Euro aus.

Doch bevor die Arbeiten in der Innenstadt beginnen, können sich alle Freunde edler Tropfen freuen: Zwar fällt das Heilbronner Weindorf in diesem Jahr wegen des Coronavirus aus, wegen der Veranstaltungsreihe "Weindorf-Auslese" muss allerdings im September niemand auf dem Trockenen sitzen.

Rubriklistenbild: © Stadt Heilbronn

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