Vorsicht vor Ekel-Bakterien

Darf ich im Neckar Baden? Gesundheitsamt mit Warnung

Ein Schild weist an einem Gewässer auf ein Badeverbot hin.
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Abtauchen im Neckar an heißen Tagen? Davon rät das Gesundheitsamt Heilbronn dringend ab. (Symbolbild)
  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Der Breitenauer See bei Heilbronn ist abgelassen, in Freibädern herrschen strenge Corona-Regeln. Ist Baden im Neckar eine Alternative? Das Gesundheitsamt warnt.

Endlich ist der Sommer da! Das Wetter in Baden-Württemberg zeigt sich heiter, sonnig und vor allem sehr warm. Und an solchen heißen Sommertagen, an denen das Thermometer auf über 30 Grad klettert, gibt es nur eine Möglichkeit: Ab ins kühle Wasser! Doch während der Corona-Pandemie ist das gar nicht so einfach.

Denn: Viele Freibäder in Heilbronn und der Region haben nur unter strengen Corona-Auflagen geöffnet und der Breitenauer See bei Obersulm (Kreis Heilbronn) wurde wegen vorgeschriebener Sicherheitsüberprüfung komplett abgelassen. Auf einmal erscheint der Neckar als eine sehr verlockende Bade-Alternative. Doch ist das Baden im Neckar auch unbedenklich?

Heilbronn: Bade-Spaß im Neckar? Gesundheitsamt warnt vor Gefahren für Gesundheit

Die Behörden in Heilbronn warnen vorm Baden im Neckar — und das aus unterschiedlichen Gründen. Bereits 2019 hatte das Städtische Gesundheitsamt in Heilbronn vor Bakterien im Neckar gewarnt und auch im Jahr 2020 gab es eine entsprechende Warnung. An diesem Risiko hat sich bis heute nichts geändert.

Wie die Stadt Heilbronn auf Nachfrage von echo24.de mitteilte, rät das städtische Gesundheitsamt auch 2021 generell vom Baden im Neckar ab. Der Grund: Es kann zu erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Durchfallerkrankungen kommen.

Aber was bleibt den Menschen aus Heilbronn und der Region dann noch übrig? Eine andere Möglichkeit sich abzukühlen, wären die Ehmetsklinge und der Katzenbachsee. Doch auch da raten die Behörden von einem Badesee-Besuch ab.

Baden im Neckar: Heilbronner Gesundheitsamt hält sich an Empfehlung des LGA Baden-Württemberg

Das Städtische Gesundheitsamt in Heilbronn folgt mit seinem Rat, nicht im Neckar und anderen Flüssen zu baden, einer Empfehlung des für Gesundheit zuständigen Sozialministeriums Baden-Württemberg und weiterer Gesundheitsbehörden des Landes. Denn: Damit die sommerlichen Badefreuden in der Natur ungetrübt bleiben, muss die Wasserqualität in natürlichen Gewässern hygienisch einwandfrei sein.

Deshalb werden über 300 Badestellen in Baden-Württemberg nach EU-Vorgaben beziehungsweise nach der Badegewässer-Verordnung des Landes Baden-Württemberg überwacht. Dazu entnehmen die Gesundheitsämter während der Badesaison (in der Regel vom 1. Juni bis 15. September) regelmäßig Wasser-proben, die im Labor des LGA auf mikrobiologische Parameter untersucht werden. Ausgehend von den Messwerten erfolgt für die Badestellen am Ende einer Badesaison eine Bewertung an die sich Städte und Gemeinden mit Naturgewässern orientieren können.

Baden im Neckar: Gesundheitsamt Heilbronn warnt vor Gefahren an Schleusen und Brücken

Doch nicht nur die mangelhafte Wasserqualität im Neckar birgt Gefahren. Die Stadt Heilbronn weist darauf hin, dass sich im schiffbaren Teil des Neckars gefährliche Strudel und Strömungen bilden können. Das gilt unter anderen auch an Wehren, Schleusen und Brücken.

Also ist das Baden im Neckar grundsätzlich verboten und wird geahndet? Nein, das Gesundheitsamt Heilbronn rät lediglich davon ab und teilt weiterhin mit: „Mit Bußgeldern ist beim Baden im Neckar nicht zu rechnen“.

Gefahr durch Blaualgen in Badeseen - Badewelt in Sinsheim als Bade-Alternative

Außerdem gibt es bei dem Sprung ins kalte Nass ein anderes — nicht weniger wichtiges Problem — zu beachten. Wie echo24.de bereits berichtete, prognostizieren die Wetter-Experten für den Sommer 2021 eine regelrechte Hitze- und Dürre-Welle. Durch lange Hitzeperioden könnte das Wasser in den Badeseen aber kippen, wodurch es zu Verunreinigungen mit Blaualgen, sogenannten Cyanobakterien, kommen kann.

Eine gute Alternative sich an heißen Tagen abzukühlen, bietet an der Stelle auch die Thermen und Badewelt Sinsheim. Denn nach einer acht Monate langen Pause darf die Thermalwelt ab dem 7. Juli endlich wieder Besucher empfangen.

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