Eltern sind sich einig

Veröffentlichte Namensliste: Schule trifft keine Schuld

+
Diese Liste wurde ungeschwärtzt im Internet verbreitet.
  • schließen

Die Schulleitung der Heilbronner Dammgrundschule wehrt sich gegen die fremdenfeindlichen Äußerungen im Netz.

Wie gehen wir dagegen vor? Mit dieser Frage musste sich die Heilbronner Dammgrundschule gestern überraschend beschäftigen. Denn: Jemand hatte eine Namensliste einer ersten Klasse ins Internet gestellt und diese sich bei Facebook - und wohl auch bei WhatsApp - verbreitet. Mit fremdenfeindlichem Hintergrund! Heute schaltete die Schulleitung eine Anzeige gegen Unbekannt. Und will in Zukunft auch selbst etwas ändern. Dabei trifft die Schule keine Schuld. 

"Der ursprüngliche Zweck war eindeutig", erklärt der Heilbronner Rechtsanwalt und Datenschutz-Experte Kai Schützle auf echo24.de-Anfrage. Die Namensliste hatte zur Information bei einem Elternabend ausgehangen. "Das benötigt keine gesonderte Nennung." Das sehen auch die Eltern der betroffenen Schüler so: "Die Schule kann nichts dafür", erklärt eine Mutter. Dennoch will die Schule laut "Heilbronner Stimme" in Zukunft wohl darauf hinweisen, dass die Listen nicht verbreitet werden dürfen.

Schützle: "Mir fällt spontan kein Grund ein, der das Posten im Internet notwendig gemacht hätte." Stattdessen sei dies eine unberechtigte Datennutzung. Für den oder die Täter könne das ein Bußgeld nach sich ziehen. "Leider ist das Datenschutzrecht immer noch ein bisschen ein stumpfes Schwert."

Sollten der oder die Täter ermittelt werden, könnten die Eltern aber auch persönlichkeitsrechtliche Ansprüche geltend machen. Schützle: "Das wäre dann vor allem ein Unterlassungsanspruch." Sollte dagegen verstoßen werden, würde eine Entschädigung fällig. Bei Facebook ist die unzensierte Klassenliste inzwischen gelöscht. Viele Nutzer hatten den betreffenden Beitrag offenbar gemeldet. Nach echo24.de-Informationen soll sich die Liste aber noch bei WhatsApp verbreiten.

"Eventuell reiht man sich so in eine Täterkette mit ein", sagt Schützle. Wer die Liste also erhält, sollte sie nicht nur aus moralischen Gründen nicht weiterverbreiten. Er unterstützt damit nicht nur die Verbreitung der fremdenfeindlichen Botschaft, sondern macht sich gegebenenfalls sogar ebenfalls strafbar.

Mehr zum Thema:

Fremdenfeindlicher Hintergrund? Diskussion um Heilbronner Klassenliste

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare