Klinikum am Gesundbrunnen

Heilbronn: MRT für Kinder - „Shaun das Schaf“ erleichtert die Untersuchung

Magnetresonanztomographie
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Bei den Heilbronner SLK-Kliniken ist die MRT jetzt kinderfreundlich. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Eine MRT-Untersuchung kann selbst für Erwachsene belastend sein - deshalb hat eine Heilbronner Klinik jetzt ein ausgeklügeltes System speziell für Kinder installiert...

Nicht bewegen, Atem anhalten, teilweise bis zu 45 Minuten lang ruhig liegen bleiben. Was für Erwachsene schon schwer ist, ist für Kinder noch anstrengender. Die Rede ist von einer Untersuchung durch Magnetresonanztomographie, kurz MRT. Wer schon mal in der Röhre war, kennt die bedrückende Enge und die lauten Geräusche während der Untersuchung. Um die Zeit während der Untersuchung erträglicher zu machen, hat jetzt ein Heilbronner Klinikum speziell für Kinder eine Lösung gefunden.

Bisher mussten kleine Patienten oft unter Narkose gesetzt werden, um eine MRT-Untersuchung überhaupt erst möglich zu machen. Eine belastende Situation auch für den siebenjährigen Jairo Lutscher, der Patient im Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn ist. Sein Papa, Markus Lutscher, erklärt in einer Pressemitteilung der SLK-Kliniken: „Jairo hatte immer große Angst vor dem Moment, in dem er auf die Liege zur Einleitung der Narkose musste.“

Heilbronn: MRT wird kinderfreundlich - so funktioniert die Verbesserung

Doch die Zeiten, in denen Kinder vor MRT-Untersuchungen grundsätzlich unter Narkose gesetzt werden mussten, gehören in der Heilbronner Kinderradiologie am Gesundbrunnen jetzt der Vergangenheit an. Grund dafür ist eine recht simpel klingende Lösung: Ein Fernseher wurde installiert. Das war allerdings gar nicht so einfach. Denn das Gerät muss den starken magnetischen Feldern einer MRT standhalten. Das bedarf laut Klinik einer „anspruchsvollen, zuverlässigen Technik.“

Das hochmoderne System funktioniert durch einen außen montierten Fernseher, dessen Bild mithilfe eines Umlenkspiegels auch in der Röhre für den Patienten sichtbar gemacht wird. Den Film oder die Serie können sich kleine Patienten wie Jairo vor der Untersuchung selbst auf einem iPad aussuchen. Besonders beliebt ist dabei laut SLK-Kliniken die Animationsserie „Shaun das Schaf“. Demnach bieten sich besonders Filme an, die auch ohne Ton gut verständlich sind, da die Lautstärke der MRT-Anlage ohrenbetäubend ist. Doch es können auch Kopfhörer verwendet werden, um das Video besser verstehen zu können.

Heilbronn: Mit „Shaun das Schaf“ ins MRT - Stiftung finanzierte das Projekt

Dieses außergewöhnliche Projekt, das besonders kleinen Patienten auf Dauer helfen soll, wurde durch die Stiftung „Große Hilfe für kleine Helden“ ermöglicht. Laut Stiftungsgründer Ralf Klenk ist für die Familien kranker Kinder „der Gang in die Klinik und das bange Warten auf eine Diagnose oft mit vielen Ängsten verbunden.“ Ziel der Stiftung ist es demnach, Kinder und ihre Familien bestmöglich ganzheitlich zu unterstützen. Dazu gehört besonders auch, Untersuchungen kindgerecht zu gestalten.

Die SKL-Kliniken Heilbronn GmbH

Die „SLK-Kliniken Heilbronn GmbH“ betreibt drei Krankenhäuser und eine Geriatrische Reha-Klinik im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Mit mehr als 4.000 Mitarbeitern sind die SLK-Kliniken der größte Gesundheitsdienstleister der Region Heilbronn-Franken.

Das gelingt laut Klenk vor allem durch das Team der Kinderradiologie, das die kleinen Patienten „auf spielerische Art und Weise mit viel Engagement begleitet und ihnen alles Neue in Ruhe erklärt.“ Doch auch die kindgerechte Umgestaltung der MRT spielt für viele kleine Patienten in Heilbronn eine große Rolle. Der 7-jährige Jairo Lutscher jedenfalls muss die MRT-Prozedur derzeit in regelmäßigen Abständen immer wieder durchstehen. Für ihn ist die neue Möglichkeit ein Segen.

Übrigens haben die Ärzte der Unfallchirurgie im SLK-Klinikum in Heilbronn im April ihre Corona-Prämie an die Stiftung „Große Hilfe für kleine Helden“ gespendet. Insgesamt kamen hier 1.241 Euro zusammen. Professor Peter Ruef, Direktor der SLK-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung, nahm den Scheck entgegen und erklärte: „Kinder und Jugendliche haben es in Pandemiezeiten noch schwerer, wenn sie im Krankenhaus sein müssen.“ Dementsprechend freut sich die Pädiatrie über jede entlastende Spende.

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