"Miteinander Mittendrin"

Dank Daniela hat Lara (13) ein Zuhause auf Zeit

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Daniela Spatz (links) und Lara Sobirey geben im Gespräch mit echo24.de einen Einblick in den MiMi-Alltag.
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In der "Dezentralen Wohngruppe" der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer in Heilbronn leben bis zu sechs Kinder zusammen mit ihren Erziehern. echo24.de hat sich dort umgeschaut.

Der Wecker klingelt und ein Blick nach draußen zeigt: Es ist noch stockfinster. Kein Wunder, schließlich zeigt die Uhr erst 6.15 Uhr an. Trotzdem: Es ist Zeit für Lara Sobirey aufzustehen. Die 13-Jährige macht sich für den Tag fertig, frühstückt noch etwas und verlässt dann das Haus in Richtung Schule. Ein ganz normaler Morgen, wie ihn unzählige Kinder in der Region jeden Tag beginnen. Doch ihr Morgen gleicht nur auf den ersten Blick dem vieler anderer Schüler!

Der Grund: Lara wohnt nicht bei ihrer Familie, sondern in der "Dezentralen Wohngruppe MiMi - Miteinander Mittendrin" (MiMi) der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer in Heilbronn. Die MiMi bietet Platz für insgesamt sechs Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren, um die sich vier Erzieher und ein Anerkennungspraktikant im letzten Ausbildungsjahr kümmern.

MiMi Heilbronn: Ein Zuhause auf Zeit

Die Kinder kommen in die MiMi, wenn sie für eine begrenzte Zeit ein Zuhause außerhalb ihrer Familien brauchen - aber trotzdem in deren Nähe. Denn die MiMi arbeitet eng zusammen mit den Eltern und die meisten Kinder kehren nach einem gewissen Zeitraum auch zu ihnen zurück. Lara hat sich jedoch dafür entschieden, bis zu ihrer Volljährigkeit in der Wohngruppe zu bleiben - auch das ist möglich.

"Ich fühle mich hier richtig wohl und habe meine Ruhe, wenn ich will", erklärt der Teenager. Seit etwa vier Jahren wohnt die 13-Jährige bereits in der Wohngruppe. Weil sie es so möchte. "Meine Freunde wissen, dass ich hier lebe, auch meine Klasse. Meine beste Freundin besucht mich öfter oder darf auch mal auf Ausflüge mit", erklärt sie.

24-Stunden-Betreuung in der MiMi Heilbronn

Daniela Spatz (links) und Lara Sobirey geben im Gespräch mit echo24.de einen Einblick in den MiMi-Alltag.

Jedes Jahr an Ostern und in den Sommerferien gibt es für die Kinder der MiMi einen Ausflug. Diesen Sommer ging es nach Österreich - in die Nähe von Salzburg. "Da mussten wir richtig viel wandern", erzählt Lara, "aber dafür konnten wir auch in einem See schwimmen gehen, Salzburg anschauen und Mozartkugeln probieren." Für die Kinder und den Zusammenhalt innerhalb der Wohngruppe sind die Ausflüge sehr wichtig - gemeinsam Erlebtes schweißt zusammen und ermöglicht einen Blick "über den eigenen Tellerrand".

Denn ohne Gemeinschaftsgefühl und eine gute Betreuung funktioniert die MiMi nicht. Deshalb sind die Erzieher 24 Stunden am Tag im Einsatz. Sie arbeiten jeweils in Schichten von 11.30 Uhr am Vormittag bis zum nächsten Morgen. So ist sichergestellt, dass rund um die Uhr jemand für die Kinder da ist. "Natürlich sind das lange Dienste, die man am Stück arbeitet - das ist manchmal schon anstrengend", erklärt Daniela Spatz*.

MiMi Heilbronn: Selbstständigkeit fördern

Spatz ist bereits seit über zehn Jahren Teil des Betreuer-Teams und kennt die MiMi in- und auswendig. Spatz: "Wir sind ein sehr stabiles Team hier im Haus und haben ein gutes Arbeitsklima. Jeder Erzieher ist für zwei Kinder als Haupterzieher tätig - natürlich kümmern wir uns in unseren Diensten aber um alle und bereiten sie auf ein Leben außerhalb der Wohngruppe vor." 

Lara Sobirey (von links), Dominik Wallun und Leonie Kaup leben in der Wohngruppe MiMi.

Dazu gehört auch das MiMi-Programm "Fit fürs Leben": Jedes Kind übernimmt unterschiedliche Dienste wie Kochen (gemeinsam mit einem Erzieher), Spülen oder den Müll hinausbringen. Damit soll die Selbstständigkeit der Kinder gefördert werden. "Den Bad-Dienst finde ich am besten", sagt Lara. Damit sei sie nämlich am schnellsten fertig und habe danach mehr Zeit für sich - bevor am nächsten Morgen wieder - viel zu früh - der Wecker klingelt.

*Name von der Redaktion geändert

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