Fragwürdiges Geschäftsmodell

Heilbronner Green Door: Riesen-Ärger wegen "Malle-Partys"

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Der Ballermann auf Mallorca ist für viele Feiernde DAS Paradies.
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Dem Heilbronner Club flatterte eine Abmahnung ins Haus.

Jubel, Trubel, Heiserkeit - am Ballermann auf Mallorca herrscht meist Mega-Stimmung. Doch die gute Laune ist Veranstaltern von "Malle-Partys" mittlerweile vergangen. Der Grund: Reihenweise werden Organisatoren und Club-Betreiber abgemahnt. Die Benutzung des Begriffs "Malle" verstoße angeblich gegen Markenrecht. Auch dem Heilbronner Club Green Door ist ein Brief vom Anwalt ins Haus geflattert.

Mehrmals hat der Heilbronner Club in der Charlottenstraße schon "Malle-Partys" veranstaltet. "Wir haben eine Abmahnung erhalten, da wir durch Verwendung des Begriffs 'Malle' angeblich gegen Markenrecht verstoßen haben", erklärt Matthias Kern, Betriebsleiter der Gartenlaube in Heilbronn-Böckingen und Mitarbeiter bei Carle Gaststättenbetriebe, dem Betreiber des Heilbronner Green Doors.

Heilbronner Green Door soll für "Malle"-Begriff zahlen 

Eine Klage folge erst im nächsten Schritt, momentan gehe es noch um eine Unterlassung. Falls das Green Door den "Malle"-Begriff zur Bewerbung von Partys nutzen möchte, soll das Orga-Team bezahlen. Aber Kern betont: "Dieser Unterlassung haben wir anwaltlich widersprochen. Wir sehen die Sache relativ entspannt."

Matthias Kern ist Mitarbeiter bei Carle Gaststättenbetriebe, dem Betreiber des Heilbronner Clubs Green Door.

Selbstverständlich erkundigt sich Matthias Kern, der im Heilbronner Green Door unter anderem für rechtliche Belange zuständig ist, vorab, ob Worte geschützt sind. Der Begriff "Malle" sei als isolierter Ausdruck beim Deutschen Patentamt nicht geschützt. Lediglich in der Kombination mit grafischen Merkmalen, als Wort-Bild-Marke. Kern erklärt: "Beim Europäischen Markenamt ist der Begriff aber offenbar geschützt."

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Allerdings: Ortsnamen wie Mallorca seien laut Kern per se nicht gesichert. Kern: "In Belgien gibt es einen Ort der Malle heißt. Sollen die Bewohner jedes Mal bezahlen, wenn sie bei sich ein Fest feiern?"

"Malle"-Markenrechtsinhaber verklagt Heilbronner Green Door

Wie die Heilbronner Stimme berichtet, hat sich der Unternehmer Jörg Lück aus Hilden bei Düsseldorf vor 17 Jahren die Rechte am Begriff "Malle" gesichert. Ursprünglich habe er sich das Wort im Bedeutungssinn für "verrückt" sichern lassen. Dass "Malle" nun seit einiger Zeit die gängige Abkürzung für die Party-Insel Mallorca ist, soll Lück nun Geld in die Taschen spielen. Laut bild.de habe Lücks Anwalt schon zahlreiche Abmahnungen verschickt.

Unternehmer Jörg Lück aus Hilden hat sich den Begriff "Malle" schützen lassen.

Matthias Kern vom Heilbronner Green Door hat für ein solches Geschäftsmodell wenig Verständnis: "Klar ist es wichtig, geistiges Eigentum zu schützen. Aber der Rechteinhaber nutzt den Begriff ja gar nicht, um Malle-Partys zu veranstalten." Sondern mutmaßlich nur, um über Abmahnungen Geld zu verdienen. Für das Heilbronner Green Door steht eine Strafzahlung von mehreren Tausend Euro im Raum. Jetzt liegt die Entscheidung beim Europäischen Patentamt.

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Auch Matthias Kern vom Heilbronner Green Door hat sich schon die Markenrechte an Namen sichern lassen. "Heilbronx"-Partys und "Funhouse"-Partys darf niemand ohne seine Zustimmung veranstalten. Kern erklärt: "Wir haben diese Namensrechte aber nur aus Selbstschutz, damit wir nicht für die Verwendung der Begriffe verklagt werden können. Wir haben nicht vor, jemanden abzumahnen." "Malle-Partys" wird es in der Heilbronner Charlottenstraße aber vorerst keine mehr geben.

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