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Heilbronn: Darum wird Layla in der Laube rauf und runter gespielt

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Von: Juliane Reyle

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„Layla“ sorgt für viel Wirbel - doch in der Heilbronner Location „Gartenlaube“ wird der Song weiterhin gespielt.

Aufgrund seines Textes, der von einer „Puffmama“, die „jünger, schöner, geiler“ sei handelt, gilt der neue Party-Hit „Layla“ von Schürze und DJ Robin als sexistisch und wird von einigen Kritikern angefeindet. Immer mehr Locations verbieten sogar das Spielen von dem besonders bei feiernden Meuten beliebten Song „Layla“. In der Heilbronner Gartenlaube wird das Lied dennoch gespielt: Auf Nachfrage von echo24.de gibt der Betriebsleiter der Gartenlaube, bekannt, warum „Layla“ in der Laube immer noch gespielt wird.

Pressegetriebenes Sommerloch - der Song „Layla“ wird in der Gartenlaube weiterhin gespielt

Matthias Kern äußert sich bezüglich der Sexismus-Debatte um den Song „Layla“ und verkündet, dass es für die Gartenlaube „keinen ersichtlichen Grund“ gibt, den Song zu meiden. Für den Betriebsleiter ist die Debatte nichts weiter, als ein „pressegetriebenes Sommerloch“ und es ist beinahe „zu blöd sich damit zu beschäftigen“, denn „wo fangen wir da an und wo hören wir auf?“ - „Layla“ ist nicht der einzige Text in den Clubs, der nicht ganz jugendfreie Zeilen enthält, doch es handelt sich laut Kern um einen „Ballermann-Hit und mehr nicht“. Im Herbst wird eine neue, jugendfreie Version von „Layla“ veröffentlicht werden - ob diese wohl ebenfalls in der Laube gespielt werden wird?

Heilbronner Laube: Gäste fordern „Layla“ - das Lied ist kultig

Viel mehr ist es so, dass die Laube „Musik als eine Form von Kunst“ versteht und auch „in Zeiten von Gender oder deutschem Sprachverfall“ noch auf die „künstlerische Freiheit und das Recht zu sagen was man denkt“ setzt. „Der Song macht Spaß, er hat einen guten Rhythmus“, erklärt Kern und meint „die Besucher fordern das Lied“, „Layla“ sei „kultig“. Doch „es ist einfach nur ein Song und mehr auch nicht“. Ein Festwirt auf den Cannstatter Wasen möchte ebenso auf ein Verbot des Songs „Layla“ verzichten.

Nur ein Lied wurde in der Laube bisher nicht gespielt - das ist der Grund

Generell gab es in der Laube bisher keine Verbote für Lieder oder Songs, die nicht gespielt werden durften – lediglich einmal gab es den Fall, dass die Laube auf das Spielen eines Songs freiwillig verzichtet hat. Die Naturkatastrophe in Südost-Asien sorgte 2004 dafür, dass die Laube aus „moralischen Gründen“ auf das Spielen des Liedes „Perfekte Welle“ von Juli verzichtet hat. Das Spielen des Liedes wurde, angesichts der rund 240.000 Flutopfer, als „nicht passend“ empfunden.

Sexismus-Debatte: die ganze Musikbranche im Blick behalten

Bezüglich der Sexismus-Debatte um den Song „Layla“ äußert sich Kern so, dass er die Debatte zwar als „spannend zu beobachten“, jedoch auch als „an Lächerlichkeit kaum zu überbieten“ empfindet, denn es müssten bei solch einer Debatte auch „alle anderen Songs in Betracht“ gezogen werden. Grundsätzlich ist die Diskussion über Sexismus und wie damit in Musik und Kunst umgegangen wird sinnvoll, doch „dann bitte alle betrachten und nicht auf eins fokussieren“.

Ebenso erzählt Kern von Musikern, die „beim Superbowl Joints in der Hand halten“ und von „englischen Songs, die Drogen verherrlichen“. Ob es sich bei der Sexismus-Debatte um „Layla“ nun um einen Einzelfall, den Zeitgeist, einen Wandel der Musikbranche oder eine Marketingstrategie handelt, bleibt abzuwarten.

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