22-Jährige vor Gericht

Baby auf Feldweg zurückgelassen: Mutter wegen versuchten Totschlags angeklagt

Vor dem Gebäude des Landgerichts Heilbronn steht ein Hinweisschild. (Archiv)
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EIne Mutter steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht
  • VonFabio Bernhardt
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In Heilbronn muss sich eine 22-jährige Frau vor dem Landgericht verantworten. Die Anklage: versuchter Totschlag am eigenen Kind.

In Heilbronn hat heute Vormittag der Prozess gegen eine 22-jährige Frau begonnen. Ihr wird versuchter Totschlag am eigenen Kind vorgeworfen. Laut Anklage hatte die junge Mutter im September 2021 ihr nur wenige Tage altes Baby an einem Feldweg zurückgelassen. Nun gestand die 22-Jährige ihre Tat vor dem Heilbronner Landgericht.

Die junge Frau zeigte sich am ersten Verhandlungstag in Heilbronn reuevoll. „Ich habe einen riesengroßen Fehler gemacht, den ich nicht wieder gut machen kann“, bekannte sich die Täterin schuldig und beschrieb laut einer Erklärung ihres Verteidigers: „Ich habe keine Erklärung für meine Tat. Ich habe nach der Geburt meines Kindes nur wie ein Roboter funktioniert.“

Versuchter Totschlag in Heilbronn? Mutter setzte ihr Baby wohl auf einem Feldweg aus

Doch was war genau passiert? Laut Anklage hatte die damals 21-Jährige ihr Baby im September 2021 in eine weiße Plastikwanne gelegt und es auf einem Feldweg zurückgelassen. Zunächst fehlte jede Spur der Mutter, bis sich die Angeklagte nach fünf Wochen bei der Polizei meldete. Der Säugling wurden nach dem Fund direkt ins Krankenhaus gebracht.

Die Staatsanwaltschaft teilte der dpa mit, dass die Frau dem Jungen wohl kurz vor dem Aussetzen auf dem Feldweg eine unverträgliche Kuhmilch zum Trinken gegeben hatte. Dadurch habe sie sich mit der Folge des Todes ihres zurückgelassenes Kind abgefunden. Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft bestätigten diese Angaben. Der Säugling war zu dem Zeitpunkt wohl erst wenige Tage alt gewesen.

Vor der 1. Schwurgerichtskammer sind im Prozess insgesamt fünf Verhandlungstage eingeplant, außerdem wurden 17 Zeugen und zwei Sachverständige geladen – die Angeklagte sitzt bereits seit Mitte Oktober in Untersuchungshaft.