Antikapitalistische Kundgebung auf dem Kiliansplatz

Heilbronn: Antikapitalistische Kundgebung am 1. Mai – rund 150 Teilnehmer

Antikapitalistische Kundgebung am 1. Mai auf dem Heilbronner Kiliansplatz.
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Antikapitalistische Kundgebung am 1. Mai auf dem Heilbronner Kiliansplatz.
  • Lisa Klein
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Für die antikapitalistische Kundgebung am 1. Mai haben sich rund 150 Teilnehmer auf dem Kiliansplatz in Heilbronn versammelt. Die Veranstaltung verlief friedlich.

Update vom 1. Mai, 15.20 Uhr: Inzwischen ist die antikapitalistische Kundgebung auf dem Heilbronner Kiliansplatz beendet. Rund 150 Teilnehmer haben an der Kundgebung am 1. Mai teilgenommen. Die Veranstaltung verlief friedlich, die geltenden Corona-Regeln wurden eingehalten.

Gegen Ende der Veranstaltung haben drei Redner*innen über die Befreiung vom Kapitalismus, dem Faschismus, der Militarisierung und der herrschenden Klassen sowie die Unterdrückung der Menschen, die für eine Befreiung kämpfen, gesprochen. Der vorletzte Beitrag stammte von der Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD). Das Schlusswort hatte die Initiative „Verstand 2020“, die Organisation richtet sich „gegen Querdenken & Co.“ und steht für „einen solidarischen Umgang miteinander in der Krise“.

Antikapitalistische Kundgebung am 1. Mai auf dem Heilbronner Kiliansplatz – rund 150 Teilnehmer

Update vom 1. Mai, 13.30 Uhr: Pünktlich um 13 Uhr startete die antikapitalistische Kundgebung am 1. Mai auf dem Kiliansplatz in Heilbronn. Trotz des ungemütlichen Wetters haben sich rund 150 Teilnehmer auf dem Kiliansplatz versammelt. Bislang verläuft die Kundgebung friedlich, die Teilnehmer halten sich an die Maskenpflicht und auch die Abstandsregelungen.

Der erste Redebeitrag war ein Grußwort der interventionistischen Linken aus Tübingen. Danach sprachen drei Redner*innen über die Jugend als treibende Kraft von Veränderungen. Die dritte Rede handelte von der Wut über die patriarchalen Strukturen – die Rednerin thematisierte Gewalt in Beziehungen und die Problematik der Täter-Opfer-Umkehr. Zwei weitere Redner*innen trugen im Anschluss Texte über die Befreiung der Frau vor.

Der fünte Redebeitrag stammt von dem kurdischen Kulturverein Heilbronn zum Thema „Frauen leben Freiheit“, im Fokus steht die Ausbeitung der Frau und der Kampf um Befreiung. Gefordert wird zudem eine Befreiung von Abdullah Öcalan – ein in lebenslanger Haft sitzender Führer und Gründungsmitglied der unter anderem in den USA, in den Staaten der EU und der Türkei als Terrororganisation eingestuften PKK. Der Kulturverein macht sich stark gegen kapitalistische Ausbeutung auf der ganzen Welt.

Am 1. Mai gibt es traditionell Demonstrationen und Kundgebungen – unter Coronabedingungen sehen diese allerdings meist etwas anders aus. Die Polizei rechnet an diesem Samstag mit jeder Menge Krawallen, allein in Berlin sind mehr als 20 Demonstrationen für den 1. Mai 2021 angemeldet. Mit dabei sind nicht nur Linksradikale, sondern auch Rechtsradikale und Querdenker.

Antikapitalistische Kundgebung auf dem Heilbronner Kiliansplatz am 1. Mai

Erstmeldung vom 30. April: Auf dem Kiliansplatz in Heilbronn findet am Samstag, dem 1. Mai, um 13 Uhr eine antikapitalistische Kundgebung statt. Die Hauptthemen der Kundgebung am 1. Mai: Frauenbefreiung, Ökologie und die Überwindung des Kapitalismus. „Mask up, crew up, show up, rise up“, steht auf dem Veranstaltungsflyer. Die Kundgebung ist momentan mit eine der wenigen Aktionen, die sich nicht um das Thema Corona drehen.

Auf dem Veranstaltungsflyer für die Kundgebung am 1. Mai 2021 sind die Forderungen bereits klar definiert: „Es braucht eine Gesellschaft, in der die Menschen und die Umwelt im Vordergrund stehen. (...) Wir stehen für eine Gesellschaft, die basisdemokratisch, Geschlechter-befreit und ohne Benachteiligung durch Rassifizierung, Sexualität oder Religion funktioniert. Eine Gesellschaft, die ein solidarisches Miteinander – statt Gegeneinander –fördert“.

Heilbronn: Antikapitalistische Kundgebung am 1. Mai – „Fridays For Future“ und „Verstand 2020“ mit dabei

Die Veranstalter rechnen bislang mit etwa 50 bis 60 Teilnehmern. Die Aktion entstand aus einem politischen Lesekreis heraus, die Gruppe besteht aus Personen, die sich in der Vergangenheit auf verschiedensten Wegen für ökologische, soziale und antikapitalistische Ziele eingesetzt haben – die Kundgebung ist dennoch als politisch unabhängiger Zusammenschluss zu verstehen.

Der Erste Mai

Der Erste Mai wird als Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse oder auch als Maifeiertag bezeichnet. Er ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in beispielsweise Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Belgien, Teilen der Schweiz und anderen Staaten ein gesetzlicher Feiertag.

In der DDR und weiteren sozialistischen Ländern wurde der 1. Mai als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“ mit aufwändigen Maiparaden begangen und auf die Traditionen der internationalen Arbeiterbewegung verwiesen.

Die Initiatoren selbst werden verschiedene Redebeiträge zu den Schwerpunktthemen des Flyers halten, zudem sind auch weitere Gruppen und Organisationen eingeladen, Redebeiträge zu gestalten. Mehrere Heilbronner Initiativen wie „Fridays For Future“ und „Verstand 2020“ haben bereits verkündet, an der Kundgebung am 1. Mai auf dem Kiliansplatz teilzunehmen. Verstand 2020 ist „eine Organisation gegen Querdenken & Co. und für einen solidarischen Umgang miteinander in der Krise“. Auch das kurdische Gemeinschaftszentrum Heilbronn wird eine Rede halten.

Heilbronn: Antikapitalistische Kundgebung auf dem Kiliansplatz – die Forderungen

Was das Thema Ökologie angeht, spielt die Kundgebung „Fridays For Future“ definitiv in die Karten und kritisiert den grenzenlosen Wachstum unserer Konsumgesellschaft. „Wir fordern konsequent ökologisches Handeln für das Erhalten unserer Umwelt, denn die Natur und deren Früchte bilden die Lebensgrundlage“, heißt es auf dem Veranstaltungsflyer. Und weiter: „Ein System, welches Nachhaltigkeit nur als Konsumgut versteht, kann nicht die Zukunft sein, da es eben dieser Zukunft wortwörtlich die Luft zum Atmen nimmt. Wir stehen für eine Gesellschaft, die in und mit ihrer Umwelt lebt.“

In puncto Frauenbefreiung wünschen sich die Veranstalter eine Loslösung von den klassischen Rollenbildern, die in unserer Gesellschaft immer noch verankert sind. Vor allem Gleichberechtigung und Freiheit für alle ist eine der Forderungen. Aber auch bei dieser Kundgebung lässt es sich nicht vermeiden, das Coronavirus zu thematisieren. „Durch die Corona-Pandemie werden die Missstände der kapitalistischen Produktions- und Herrschaftsweise wie durch ein Brennglas verstärkt“, heißt es auf dem Flyer. Unter anderem wird der Missstand in der Pflege genannt, der durch die Pandemie und die Ausnahmezustände auf den Intensivstationen deutlich wird.

Den Beteiligten ist es wichtig, dass bei der Kundgebung die geltenden Corona-Maßnahmen eingehalten werden. Das bedeutet: Abstand von 1,5 Metern halten sowie eine medizinische Maske tragen. Desinfektionsmittel wird vor Ort bereitgestellt.

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