Nach mehr als 30 Jahren

Heilbronn: Diese Kult-Kneipe schließt - das machen ihre Betreiber in Zukunft

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Andreas Kurz steht bald nicht mehr hinter der Bar des Red River in Heilbronn.
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Die beiden Betreiber der legendär gewordenen Livemusik-Kneipe Red River hören im Juni 2020 auf.

  • Nach 31 Jahren gehen im Red River in Heilbronn die Lichter aus.
  • Die Kult-Kneipe in Heilbronn ist bekannt für ihre Live-Musik-Events.
  • Andreas Kurz bleibt der Musik treu - wenn auch in anderer Form.

Das Red-River-T-Shirt mit Dutzenden von Bandnamen auf dem Rücken macht unvergesslich, was sich in der Live-Musik-Kneipe Nummer eins in Heilbronn mehr als 30 Jahre lang abgespielt hat. Hier gaben sich Rock-, Blues- und Folk-Bands sowie Gitarrensolisten wie San Beth das Mikrofon in die Hand. Gerade mal so passen alle auf das Shirt. Betreiber Andreas Kurz erklärt: "1.500 Rockbands waren in 31 Jahren bei uns."

Red River in Heilbronn: Von Tanzmusik zum Rock

Das T-Shirt und all die Flyer, die hier seit Jahrzehnten an den Wänden kleben, erzählen eine einmalige Geschichte der Begegnung zwischen den Künstlern und ihren Fans. Sie stehen für unterhaltsame Nächte, Tanzwütige vor der Bühne und Musikern, die sich im Red River in Heilbronn auch immer wieder selbst neu definiert haben.

Zeitweise haben im Red River Heilbronner Musiker auch andere zu Session-Nächten eingeladen. Kurz: "Ich weiß noch: Mit Tanzmusik haben wir hier eigentlich angefangen." Volker Söhner aus Bad Friedrichshall - damals von der Muff-Potter-Band - war der Erste, der im damaligen Red-River-Saloon in Heilbronn Rockmusik gemacht hat. "Das hat eine Entwicklung ausgelöst, die nie mehr abgerissen ist."

Heilbronn: Red-River-Betreiber widmet sich neuem Projekt

Andreas Kurz' Frau Renate Krumrein hat genug vom Gastronomen-Dasein und will ihren Ruhestand genießen. Kurz selbst erfindet sich als Musiker neu, wenn im Juni die Türen des Red River in Heilbronn für immer schließen: "Ich habe als Kind schon Keyboard gespielt. Jetzt entdecke ich die Kirchenorgel für mich, am liebsten in der katholischen Kirche St. Martinus in Heilbronn-Sontheim. Kirchenmusik hat mich schon immer auch fasziniert."

Auf der Posaune und dem Tenorhorn ist Andreas Kurz ebenfalls zu Hause. Im Posaunenchor hat er früher schon Erfahrungen gesammelt - und genau da will er nun anknüpfen. Schließlich kam er damals vor 31 Jahren selbst als Musiker in den Red-River-Saloon, den seine Frau in den ersten Monaten allein betrieben hatte. Kurz: "Das war 1990 mit meiner Band Intravenös."

Heilbronn: Schwerer Abschied vom Red River

Natürlich verlassen Kurz und Krumrein die Bühne des Red River mit einem weinenden Auge. Die Abende, als hier locker getanzt und gerockt wurde, bestimmten ihre Nächte über Jahrzehnte. Selbst, wenn der Laden voll war und sie mit dem Ausschenken kaum hinterher gekommen sind, "gab es eben immer auch nahe und schöne Momente mit Gästen und Musikern".

Fans der Rockmusik müssen neben der Schließung des Red River auch von derRockfabrik in Ludwigsburg Abschied nehmen. Als Trostpflaster dürfen sich die Fans auf einen Gastauftritt der Böhsen Onkelz auf der G.O.N.D  freuen.

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