Eingeständnis

Kirche räumt im Kinderporno-Skandal massive Fehler ein

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Symbolbild.
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Das Krisenteam der Evangelischen Kirchengemeinde arbeitet auf Hochtouren und soll klären, was alles schief gelaufen ist. 

Obwohl dem Heilbronner Kirchenpfleger bekannt war, dass gegen einen ehemaligen Kindergartenleiter bereits Ermittlungen wegen des Besitzes von Kinderpornografie liefen, konnte dieser monatelang weiter mit Kindern arbeiten. Andere Mitarbeiter des Kindergartens oder andere Kirchenverantwortliche wurden nicht informiert. Nun räumt die Evangelische Kirche massive Fehler ein.  

Drei massive Fehler

In einem Update von Kirchensprecher Matthias Treiber heißt es: "Auf die drei Erkenntnisse des Krisenteams möchte ich nochmals aufmerksam machen: 1. Beim kirchlichen Verwaltungshandeln wurde die Informationspflicht gegenüber dem KVJS-Landesjugendamt verletzt. 2. Es wurde ebenfalls die Informationspflicht aufgrund von §8a SGB VIII verletzt, indem das Jugendamt der Stadt Heilbronn nicht informiert wurde. 3. Es wurde nicht entsprechend dem in den kirchlichen Kindertagesstätten eingeführten Verfahren bei fachlichen Fehlverhalten vorgegangen."

Das gebildete Krisenteam arbeitet kirchenintern weiterhin an der Aufarbeitung des Falles und versucht zu klären, wie es an verschiedenen Stellen zu den begangenen Fehlern kommen konnte. Die Kirche gibt bekannt, dass die Notwendigkeit einer Neustrukturierung der Verantwortung im Kindergartenbereich außer Frage steht. 

Noch immer offen ist, warum der Kirchenpfleger niemanden über die ihm bekannten Ermittlungen informierte. In der Chronologie, die das Krisenteam erarbeitet hat, um zu klären, welche Informationen wem wann vorlagen, gibt es nach wie vor Lücken. Der Kirchenpfleger habe gegenüber dem Team und den kirchlichen Anwälten nun offene Fragen schriftlich beantwortet. Diese werden in die Chronologie eingearbeitet. Es soll am Donnerstag, 29. März, Neuigkeiten dazu geben.

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