Und das war's jetzt? 

Kinderporno-Skandal: Kirche fällt drei "Entscheidungen"

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Die evangelische Kirchengemeinde gibt im Kinderporno-Skandal drei Informationen bekannt. 

Auf Facebook lässt ein User mächtig Dampf ab - und spricht vielen im Heilbronner Kinderporno-Skandal um Kindergarten-Leiter Kevin F. aus der Seele. Er schreibt: "Das Ganze stinkt gewaltig zum Himmel. Wenn die Kirche als Arbeitgeber wusste, dass polizeiliche Ermittlungen laufen und der Mitarbeiter dennoch weiterhin mit Kindern arbeiten durfte, ist dies der eigentliche Skandal." Die evangelische Kirchengemeinde hingegen betont, nichts vertuschen zu wollen und gibt drei "Entscheidungen" bekannt. 

Kirchensprecher Matthias Treiber erklärt gegenüber echo24.de: "Zunächst mal haben wir endlich wieder eine Leitung. Pfarrerin Susanne Härterich ist jetzt geschäftsführende Vorsitzende der Gesamtkirchengemeinde." Somit seien Abläufe nun einfacher und die Aufarbeitung solle bis spätestens Pfingsten abgeschlossen sein. 

2. Entscheidung: Kirchenpfleger gibt Verantwortung für Kindergärten ab

Aber zurück zum Anfang: Mit Bekanntwerden des Vorfalls sagte Kirchenpfleger Rolf Krieg echo24.de, dass der Kindergartenleiter bereits am 8. Januar suspendiert worden sei. Tatsächlich wurde er aber danach noch im Kindergarten gesehen. Außerdem ist bekannt, dass die Mitarbeiter des Kindergartens erst am 15. Februar von den Ermittlungen erfuhren. Viele Eltern sind darüber verärgert und fordern die Entlassung des Kirchenpflegers. Einzige neue Konsequenz laut Treiber: "Herr Krieg hat bis auf weiteres die Verantwortung für alle Kindergärten abgegeben. Auch sein Stellvertreter ist hier nicht mehr verantwortlich. Die Verantwortung wurde auf Schuldekan Heuschele und Pfarrerin Härterich übertragen."

Krisenteam nimmt Arbeit auf

Außerdem ist die Kirche Treiber zufolge mit der internen Aufarbeitung des Falles weiter. Ein Rechtsanwalt sei eingeschaltet und helfe dabei, den Vorfall juristisch zu betreuen. Nun versucht ein zusammengestelltes Krisenteam herauszufinden, wer was wann wusste und weitergegeben hat. Das sagte Treiber echo24.de bereits vergangene Woche. Was wird getan? "Rekonstruieren." Warum Kirchenpfleger  Krieg die ihm vorliegenden Information allerdings nicht an die Mitarbeiter des Wilhelm-Busch-Kindergartens weitergegeben hat, kann Treiber nicht beantworten. Auch, warum Krieg nicht von seinen Kollegen gefragt wurde, wieso die Kommunikation stockte, bleibt offen. Treiber erklärt nur: "Herr Krieg betont immer wieder, dass es ihm wichtig war, dass es relativ klar war, dass die Einrichtung in der Herr F. tätig war, nicht von den Vorwürfen betroffen war." 

Klarheit geschaffen ist in diesem Fall nicht. Es sind weitaus mehr Fragen offen, als bisher Antworten gegeben wurden. Das weiß auch Mattias Treiber: "Die Liste dessen, was wir aufklären müssen, wird jeden Tag etwas länger." 

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